Donnerstag, 16. Dezember 2010

Kerner in Afghanistan: Guttenbergs Geschmacksverirrung

Zum ersten Mal seit langem stimme ich mit Sigmar "Siggy Pop" Gabriel überein.

Zwar nicht in einer zentralen politischen Frage, so doch in einer nicht unwichtigen Stilfrage.

Siggy Pop nämlich kritisierte am Montag, dass Verteidigungsminister zu Guttenberg seine Frau und den Fernsehmoderator Kerner mit nach Afghanistan genommen hatte. 

Mir ist es zwar egal, ob er seine Frau mitnimmt oder nicht. Und je mehr Aufmerksamkeit dem Krieg in Afghanistan zuteil wird, desto besser. Also habe ich nichts gegen eine Live-Berichterstattung aus Afghanistan oder ein Interview, dass vor Ort aufgezeichnet wird. Im Gegenteil, in den letzten Tagen habe ich mir oft überlegt, warum bislang eigentlich nicht viel intensiver direkt aus dem deutschen Lager berichtet wurde.

Zu Guttenberg hat allerdings in der Wahl Johannes B. Kerners eine Geschmacksverirrung erster Güte bewiesen. Dabei gilt er doch sonst als so stilsicher. Doch hier zeigt sich wohl, dass Stilsicherheit in Sachen Kleidung noch nicht viel über Stilsicherheit auf anderen Gebieten aussagt.

Zunächst ist Kerner kein Fachjournalist, ganz davon zu schweigen, dass er sich auf dem Gebiet der Verteidigung, der inneren Sicherheit oder der Außenpolitik in irgendeiner Art hervorgetan hätte. Wenn man ihm wohlwollend gegenüberstünde, würde man sagen, dass er alles ein bißchen kann: ein bißchen Kochshow, ein bißchen Fußball, ein bißchen Promi-Talk.

Wenn man ihn realistisch einschätzt, müsste man jedoch eher zu dem Schluss kommen, dass er nichts wirklich kann; vor allem aber, dass er von nichts wirklich Ahnung hat.

Sich Kerner als Aktenfresser vorzustellen, der sich in ein Thema einarbeitet oder sogar ehrlich interessiert fällt genauso schwer, wie ihm seinen angeblich wiederentdeckten katholischen Glauben abzukaufen, den er, wen wundert's, natürlich standesgemäß bei "Maischberger" verkündete.

Kerner ist ein Fähnlein im Quotenwind: so offensichtlich leer, so auffällig opportunistisch; so stillos eben. 



Doch diese Dinge sind ja längst bekannt. Nicht umsonst weigerte sich Harald Schmidt jahrelang, auf Veranstaltungen zu gehen, die von Kerner moderiert wurden; wenn er ihn sehe, so Schmidt, müsse er "an sich herunterkotzen". 


Es gibt, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist, wohl Anlässe, bei denen man um Kerner nicht herum kommt. Dazu gehören Fernsehpreisverleihungen, Galas aller Art. Kerner hat es irgendwie geschafft, ständig überall dort zu sein, wo Menschen, die sich wichtig finden, sich gegenseitig Preise verleihen. Kerner ist der Speichellecker der Stars. So ist es wohl auch für zu Guttenberg fast unmöglich, an Kerner vorbeizukommen.


Es ist aber doch ein Unterschied, wenn man sich einen Journalisten gezielt für ein Interview aussucht. Es stellt sich unweigerlich die Frage: hätte sich nicht jemand anderes angeboten?


Es muss ja nicht gleich ein Biedermeier à la Uli Deppendorf sein. Doch die Wahl von Kerner ist so schrill, so unpassend für das Thema Afghanistan, dass man es kaum glauben mag.


Hätte es nicht Uli Wickert getan? Klaus Bednarz? Hätten nicht erfahrene Journalisten vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen einen seriöseren Eindruck gemacht? Leute, die sich auskennen, die schon oft vor Ort waren? Leute die man ernst nehmen kann?


Die Geschmacksverirrung zu Guttenbergs liegt als im Detail. Sein Versuch, Aufmerksamkeit fürs Thema zu erregen, ist kein schlechter Ansatz. Doch scheinbar hat er kein Gespür dafür, womit viele Deutsche den Namen Kerner verbinden: mit oberflächlichem Boulevardjournalismus. 


Wer sich so im Stil vergreift, darf sich nicht wundern, wenn sogar Siggy Pop mal recht hat.



































Montag, 6. Dezember 2010

Empörung, Ignoranz und Heuchelei - ein schmaler Grat

Ein Aufschrei geht durchs Land! Und eine Frage: "Machen die im Fernsehen denn mittlerweile (sic) alles der Quote zuliebe?"

Eine interessante Frage ist das, wenn auch eine rhetorische. Oder ernst gemeint? Zumindest habe ich sie seit vorgestern abend des öfteren gehört, seit ein 23-Jähriger bei "Wetten,dass..." schwer verungückte beim aberwitzigen Versuch, mit High-Tech-Stelzen über Autos zu springen und dabei noch einen Salto zu schlagen.


Also zur Ausgangsfrage, die doch recht empört daherkommt: Dazu ein kleiner Ausschnitt aus meinem Leben als aktiver Fernsehzuschauer:

Vor etwa drei Wochen lief die Sendung "Das Supertalent" auf RTL. Dabei stand ein braungebrannter, durchtrainierter Deutscher in einer enganliegenden Jeansshorts auf der Bühne und schüttete Buttermilch über seinen Körper. Vielleicht hat er dazu noch gesungen, ich weiß es nicht mehr genau, doch es spielt in diesem Zusammenhang auch keine Rolle.

Ja, das Fernsehen tut alles der Quote zuliebe. Und es wird auch weiter so sein. Ich weiß nicht ob es gut der schlecht ist. Doch es ist klar, dass alle, die jetzt empört aufschreien entweder Heuchler sind, die es eigentlich besser wissen oder aber Ignoranten, die wirklich nur einmal im Vierteljahr den Fernseher einschalten. Dann nämlich, wenn "Wetten, dass..." läuft.


Doch auch dann kann man eigentlich kaum überrascht sein, dass ein solches Unglück passiert. Denn welche Sendung, wenn nicht "Wetten,dass..." bezieht ihre Existenzberechtigung daraus, dass verrückte Menschen verrückte Dinge tun? Das war schon immer das Prinzip der Sendung: alles für die Unterhaltung, alles für die Quote. Würde also jetzt ernsthaft darüber diskutiert, ob man solche Stunts künftig nicht durchführen sollte, würde man unweigerlich gleichzeitig über die Existenzberechtigung dieser Sendung diskutieren. Und genau aus diesem Grunde wird alles beim alten bleiben, denn "the show must go on". Niemand beim ZDF würde auch nur ernsthaft erwägen, das Grundprinzip der erfolgreichsten TV-Show Europas zu erschüttern.


Der Vorfall am Samstag war also ein tragischer Zwischenfall. Aber auch nur dass. Man muss kein Zyniker sein um zu wissen, dass der junge Mann in einer Woche von den wenigsten Medien noch erwähnt wird, dass die Sicherheitsvorkehrungen (vielleicht nicht einmal zu unrecht) die selben bleiben und dass uns die barocke Goldmähne bereits in wenigen Wochen wieder aus einer anderen Mehrzweckhalle begrüßen wird.



Dienstag, 30. November 2010

Politik und Ästhetik

Hannes Rockenbauch hat eine auffallend große Zahnlücke in der unteren Zahnreihe.

Es ist mir vorher aufgefallen, als ich ihn im Interview im SWR sah, nachdem der Schlichterspruch Heiner Geißlers zu S21 gefallen war. Rockenbauch sagte naturgemäß, die Proteste würden weitergehen, trotz Geißlers recht deutlichem Votum. 

Doch wieder weg von der Substanz, hin zur Oberfläche: Die Zahnlücke ist unschön. Leider passt sie ins Bild dieses ungepflegten Rotschopfs.

In den sechs Wochen der Schlichtung ist mir die Zahnlücke nie aufgefallen. Ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass seine Stimme noch von einer anderen negativen Eigenschaft überlagert werden könnte, doch ich wurde überrascht.

Rockenbauchs Stimme ist quälend. Es ist, als beschwere sich ein 13-Jähriger Schwabe im Stimmbruch bei seiner Mutter, dass sie ihn nicht bis spät mit seinen Kumpels spielen lässt. Es ist eine vorwurfsvolle Stimme, aber auch eine anmaßende. Eine Stimme die klingt, wie die Stimme vieler Jugendlicher eben klingt in der Pubertät: streitlustig.

Doch Rockenbauch ist ja nicht mehr in der Pubertät. Er ist um die 30, würde ich schätzen. Ich weiß nicht viel über ihn: er geht weder zum Zahnarzt, noch zum Frisör und ist bei einer ökologisch-linken Partei engagiert.

Doch all das interessiert eigentlich nicht mehr, wenn man die Stimme gehört hat. Und plötzlich denke ich anders über Migräne, über Tumore im Gehirn, über Hörstürze und über die psychischen Schäden von Lärmbelästigung. Wenn man diese Stimme kennt, wenn man unter ihr gelitten hat, dann hat man seine Unschuld verloren. Dann ist man nicht mehr der, der man vorher war. 

Ästhetik und Politik, hier sind sie gescheitert. 1:0 für Volker Kefer, der einen dichten Bartwuchs mit ein paar gezielten Botox-Spritzern in der Stirn und schönen dritten Zähnen kombiniert. Sowieso war die Pro-S21-Fraktion in Punkto Ästhetik besser aufgestellt, was aber vor allem am schwachen Gegner lag. 

Während Gangolf Stocker das Zähneputzen in den letzten 30 Jahren wohl völlig eingestellt hat, fiel Tübingen-OB Palmer durch eine unzeitgemäße 80er-Tolle und ein spitz zulaufendes Mäuserichgesicht auf. Architekt Conradi blamierte sich regelmäßig mit schlecht sitzender Fliege. 

Wäre wohl ein Kantersieg geworden, hätten die Pro-Leute nicht mit Tanja Gönner eine faulen Apfel am Baum hängen. Fräulein Silberblick jedoch kompensierte ihren Dreher in der Optik mit sehenswerter und angemessener Garderobe. Dies konnte man von eingangs erwähntem Rockenbauch allerdings nicht erwähnen. Es bleibt zu hoffen, dass er sich nach dem Pinkeln wenigstens die Hände wäscht, bei den vielen Leuten, die per Handschlag gegrüßt werden müssen.


Danach aussehen tut er allerdings nicht.

Freitag, 29. Oktober 2010

Roland Koch - Rückblick auf ein großes Elend

"Hessen-Hitler" Koch wechselt jetzt also in den Vorstand von Bilfinger-Berger.

Sein salbungsvoller Rücktritt im Mai ist mir noch in bester Erinnerung. Dessen Essenz kann recht einfach zusammengefasst werden: Ich, ich, ich. 

Roland Koch ging es - zumindest seinem Abschieds-Statement zufolge - immer nur um sich. Er habe gemerkt, dass Politik nicht alles ist. Er habe tolle Erfahrungen gemacht. Welche? Das Treffen mit dem Dalai Lama sei ihm in Erinnerung geblieben.

Was mal wieder zwei Dinge beweist. Erstens: Nenne deinen Namen im selben Atemzug mit dem Papst oder dem Dalai Lama, und in den Augen vieler verwandelst Du dich vom Normalo zum "Gesegneten". Und zweitens: Der Dalai Lama war und ist sich für nichts zu schade. Nicht mal für das rosafarbene Schweinegesicht aus Wiesbaden.

Wirklich abstoßend war allerdings die scheinbar vollkommen selbstverständliche Ignoranz den Wählern gegenüber. Für Koch war die Entscheidung scheinbar eine rein persönliche Angelegenheit. Kein Wort der Entschuldigung an die Wähler, die eben nicht nur die CDU, sondern auch Koch persönlich ins Amt des Ministerpräsidenten gewählt hatten. Die Tatsache, dass der pockennarbige Katholik diese Tatsache mit keinem Wort der Entschuldigung oder wenigstens der Scham erwähnte, war der eigentliche Skandal seines Rücktritts. Es war das (nicht erwähnte) Eingeständnis, dass ihm die Meinung der Wähler, die Stimme(n) des Volkes nichts Wert sind.


Unerträglich natürlich auch die "Nachrufe", vor allem die in der FAZ, die Koch als unglaubliches Schwergewicht in der Politik einstufte. Und meine Überlegung war nur: Ist die FAZ wirklich so einfach gestrickt? Muss der Kandidat möglichst verbohrt, möglichst hässlich und möglichst katholisch sein, und schon kann er sein Zeugnis mit Bestnoten abholen? Und wie genau gewichten Nonnenmacher, Kohler und Co. eigentlich diese Kriterien?

Aus diesem Grund unter anderem werde ich immer nur rechts, nie aber konservativ sein. Diese alteingesessene katholische Suppe ist so miefig, so spröde und so unglaublich leicht zu durchschauen.

Im Prinzip bin ich froh, dass Koch jetzt endgültig von der politischen Landschaft verschwunden ist. Er war für mich immer das Paradebeispiel für einen Klüngelpolitiker, der ohne jedes persönliche Charisma, ohne Leidenschaft und ohne Ideen sich in einem Landesverband bis ganz nach oben arbeitet. Eigentlich war Koch ein bißchen wie Mappus, wobei ich letzterem nicht zu nahe treten will. 

Koch war so leer und gleichzeitig so voller Scheiße, dass ich am Ende zum dem Schluß komme, dass eine Begegnung mit dem Dalai Lama, mit dem Papst oder wenigstens mit einer rheinhessischen Kartenlegerin wohl tatsächlich das Einzige ist, was ihm noch helfen könnte.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Untersuchungsausschuss im Stuttgarter Landtag: Was soll das?

Während ich noch einige Probleme habe, den Auftritt der ekelhaftesten Tunte Gestalt im ganzen Politzirkus, Volker Beck, zu verdauen, der in der heutigen Debatte im Bundestag mal wieder nicht Herr seiner schrulligen, hysterischen Anfälle war, will ich mich jetzt zum Untersuchungsausschuss für die Vorfälle im Stuttgarter Schlosspark am 30.September äußern.

Trotzdem geht mir dieser Hinterlader Volker Beck nicht aus dem Kopf. Große Genugtuung hatte bei mir ja damals die Tatsache ausgelöst, dass ein Russe ihm ordentlich eine verpasste, als er vor ein paar Jahren die fixe Idee hatte, seine verquasten Ideen auch bei den Sowjets salonfähig zu machen. Aber nichts war's. Auf die Fresse hat er bekommen bei der Schwulen-Demo in Moskau, und es "war auch gut so."


Danach wollte er natürlich sämtliche Menschenrechts-Gerichtshöfe auf der ganzen Welt "anrufen" und so weiter, Rabarber, Rabarber. Dabei kam natürlich auch nichts raus, denn Beck hat doch außer heißer Luft auch nichts zu bieten. 


Was mich aber ungemein ärgert, ist die Tatsache, dass heute zu jeder Selbstverständlichkeit, jeder Banalität ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden kann. Die künstliche Aufgeregtheit, mit der sich die SPD-Fraktion heute im Stuttgarter Landtag aufgespielt hat, war einfach einmalig.
Man müsse unbedingt aufklären, was sich am 30.September im Schlossgarten abgespielt hat. Man könne sich nicht erklären, wie es dazu kommen konnte, dass Wasserwerfer eingesetzt werden. Da muss natürlich ein Untersuchungsausschuss her!


Wer war dafür verantwortlich, für dieses "Vorgehen", dass ja scheinbar alle als völlig inakzeptabel erachten.


Ja, liebe Grünen, liebe SPD, wer ist dafür wohl verantwortlich?

Wer ist denn dafür verantwortlich, wenn Strafzettel verteilt werden, wenn Ruhestörer zur Räson gerufen werden, wenn ausländische Kriminelle verhaftet werden? Ich sag's euch: Der Gesetzgeber ist dafür verantwortlich, und die Polizei als ausführendes Organ! 



Zum Glück haben wir Gesetze, die regeln, dass Kriminellen Menschen das Handwerk gelegt werden muss. Am 30.September haben sich Menschen aller Art strafbar gemacht, als sie auf Bäume geklettert sind, als sie Kastanien geworfen haben, als sie demokratisch legitimierte Bauarbeiten (in diesem Fall Holzfällarbeiten) blockiert haben. 


Diesen Kriminellen wurde das Handwerk gelegt, so einfach ist es. Und da es logistisch schwierig ist, hunderten von Menschen gleichzeitig Handschellen anzulegen, hat man versucht, sie mit Wasserwerfern zu vertreiben.


So weit, so gut. Und wofür war noch gleich der Untersuchungsausschuss? Was soll den aufgeklärt werden? Was ist denn nicht rechtens hierbei? Der eigentliche Skandal ist der, dass es einen Untersuchungsausschuss überhaupt gibt.


Der Fehler der Regierung in Baden-Württemberg, der einzige Fehler, bestand darin, Konzessionen zu machen an das linksliberale Weichei-"Bürgertum". Jeder zurückgeruderte Zentimeter in der nachfolgenden Debatte über den Polizeieinsatz war falsch. Man hätte zum Vorgehen stehen sollen von Anfang an. Der öffentliche Druck von links war immens, natürlich. Trotzdem muss eine Regierung standhaft bleiben in einem solchen Moment.


Ich frage mich, ob der professionelle Hysteriker Volker Beck auch an dem Ausschuss teilnehmen will. Ich bin mir dessen eigentlich sicher. Nur ist er wahrscheinlich viel zu beschäftigt, die Energiegesetze der Regierung in Berlin zu kritisieren mit seiner ganzen blasierten, empörten, erregten, ekelhaften Art, so dass er wohl keine Zeit findet, nach Stuttgart zu kommen.


Es ist interessant, wie viele Menschen derzeit den deutschen Rechtsstaat unterwandern unter dem Deckmäntelchen des Demonstrationsrechts. Aber was soll man erwarten von einem Land, in dem linksliberale Leitmedien zur "Themenwoche 'Essen ist Leben'" einladen, unter einer angeblich konservativen Regierung Imame Steuergelder geschenkt bekommen und bekennende Analritter im Reichstag sitzen?






















Dienstag, 26. Oktober 2010

Ist Essen denn wirklich so kompliziert ?

Zur Diskussion über gesundes Essen, die derzeit im Rahmen der ARD-Themenwoche stattfindet, fällt mir unter anderem auf, wie simpel die Medienlandschaft doch wieder mal funktioniert; nämlich über Sündenböcke.

In diesem Fall ist der sich anbietende Sündenbock "die Lebensmittelindustrie". Es scheint ein sehr willkommener Sündenbock zu sein, denn sind "Industrien" nicht immer irgendwie anrüchig?

Schließlich, so der Verwurf der linken Nanny-Politiker um Renate Künast, herrsche bei der Lebensmittelindustrie weitgehende Intransparenz, will heißen, sie schreiben entweder nicht drauf, was drin ist, sie täuschen den Verbraucher bewusst, oder aber sie benutzen Inhaltsstoffe, die schädlich sind.

Was ich in den letzten Tagen auch schon oft gehört habe: Der Verbraucher weiß überhaupt nicht, was er kauft, denn er versteht nicht, was auf der Verpackung draufsteht.


Aus meiner eigenen "Erfahrung mit Lebensmitteln" halte ich diese Vorwürfe größtenteils für gequirlte Scheiße.


Denn erstens stehen auf jedem Produkt sowohl Inhaltsstoffe als auch Nährwerte. Wer sich ein bißchen über Nährwerte informiert hat, der weiß, ab welchem Zucker- und ab welchem Fettgehalt man besser die Finger von Produkten lassen sollte. Man braucht kein Lebensmittelchemiker zu sein, um hier eine Entscheidung zu treffen. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass "Otto-Normalverbraucher" einfach zu faul ist, sich zu informieren. Tja, dann muss eben "die Lebensmittelindustrie" herhalten, die es mal wieder falsch gemacht hat.


Dass der Kunde oft nicht versteht, was er da eigentlich isst, kann ich nachvollziehen. Gestern habe ich eine Pepsi Light getrunken. Darin enthalten sind unter anderem folgende Inhaltsstoffe: 

  - Zuckerkulör E150d
  - Aspartam und Acesulfam-K 
  - Natriumbenzoat u.v.a. 

Ich habe keine Ahnung, woraus diese Stoffe bestehen und warum sie in der Pepsi sind. Na und? Erstens interessiert es mich herzlich wenig. Ich weiß bei einem Vollkornbrot ja auch nicht, von welchem Feld das Korn kommt. 

Doch "der Verbraucher" kann sich ja einfach mal Folgendes klarmachen: Würden diese Stoffe nicht in seiner Mahlzeit enthalten sein, würde sie wohl auch nicht so schmecken, wie sie schmeckt. Und somit würde er sie auch nicht mehr essen wollen.

Wenn er nun jedes Element einzeln überprüfen will oder sich von der Vielzahl an Inhaltsstoffen überfordert fühlt, dann muss er das Produkt auch nicht mehr kaufen. Zwingen wird ihn wohl niemand dazu.



Nahrungsmittel sind nun mal komplex. Wenn die EU oder die linke Bürokratiepolitik nun Transparenz schaffen will, frage ich mich, was genau sie damit meint. Eine Pepsidose zumindest ist ziemlich sicher zu klein, um auf ihr den gesamten Herstellungsprozess dieses Getränks inklusive einer ausführlichen Erläuterung der Inhaltsstoffe abzudrucken. Denn das zu tun, wäre doch konsequentermaßen der nächste Schritt.


Oder will die EU, dass Nahrungsmitteln künftig Beipackzettel beiligen wie bei Medikamenten? So absurd diese Vorstellung im ersten Moment erscheint, so ist sie auf den zweiten Blick im Angesicht der Verordnungswut der Brüsseler Schreibtischtäter gar nicht mal so unwahrscheinlich.


Das Problem ist, dass "der Verbraucher" beides will: Er will das 2-Minuten-Gericht aus der Mikrowelle, das auch noch saumäßig gut schmeckt. Gleichzeitig will er aber die volle Transparenz und alles verstehen. Beides geht aber nun mal nicht.


Entweder man akzeptiert, dass das "gute" Fertigessen nun mal ein Industrieprodukt ist und nur aufgrund der zahlreichen Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe so schmeckt, wie es schmeckt. Oder man bleibt bei Brot, Milch und Eiern vom Bio-Bauernhof, isst asketisch und weiß, was man auf dem Teller hat. Beides zu wollen aber ist unmöglich.













Donnerstag, 14. Oktober 2010

Bahnpreise werden nicht erhöht - ein Grund zum Feiern?

Die Bahn hat zum ersten mal seit 8 Jahren die Fahrkartenpreise nicht erhöht. Das ist ein so gesehen eine gute Nachricht. Die Frage, warum die Bahn in den letzten 8 Jahren die sowieso verheerend hohen Preise jedes Jahr noch einmal erhöht hat, drängt sich trotzdem auf.

Einige Medien reagieren auf diese Meldung mit Lob. Ist das absurd oder absurd?

Die wirtschaftliche Lage erlaubt die scheinbare Großzügigkeit. Flankiert wird sie durch sinnvolle Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe, um das Produkt Bahn zu verbessern. Betriebswirtschaftlich ist es zweifellos anspruchsvoll, gleichzeitig zu investieren und auf Einnahmen zu verzichten.
Betriebswirtschaftlich "anspruchsvoll", so kann man das Manöver der Bahn natürlich auch nennen. Wenn die Kunden wegbleiben, Fernbuslinien und Billigflieger die Preise der Bahn konstant unterbieten scheint diese Entscheidung nicht auf hohen betriebswirtschaftlichen Ansprüchen zu fußen, sondern in der Angst zu gründen, sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr bald nicht mehr konkurrenzfähig zu sein.

Dachten Grube&Co. nämlich wirklich, dass sich die Kunden der Bahn auf lange Sicht immer höhere Preise bieten lassen? Scheinbar ja - und jetzt, da die Kunden gehen, wird die Reißleine gezogen.

Man muss mittlerweile schon sehr spät Flüge buchen, um teurer wegzukommen als mit der Bahn. 129€ für eine Fahrt von Stuttgart nach Berlin sind bei jedem nur denkbaren Maßstab eine absolute Unverschämtheit, eine Zumutung und nicht konkurrenzfähig. Oder, wie Herr Krohn von der FAZ resümieren würde, "betriebswirtschaftlich nicht anspruchsvoll".







 

Dienstag, 12. Oktober 2010

Deutschland am Abgrund, revisited

Quo vadis, Deutschland?

Der Staat fördert Imamfortbildung. Wow!
Das ist ein neues Kapitel im Buch der "Unterwanderung Deutschlands durch den Islam".

Das Problem ist nur: Kritik daran ist berechtigt und verheuchelt gleichermaßen. Denn wenn man in Deutschland katholische oder evangelische Theologie studieren kann, bezahlt von Steuergeldern, warum sollten dann nicht auch Imame ausgebildet werden dürfen? Das macht keinen Sinn.

Es gibt nichts Richtiges im Falschen (Adorno)

Die lauwarme Trennung von Staat und Kirche ist grundfalsch. Amerikaner haben das First Amendment, Franzosen den Laizismus dank der Dreyfus-Affäre. Wir haben steuerlich finanzierte Imamfortbildungen. Hätten wir eine klare Trennung von Staat und Kirche, würden wir sicherlich nicht in so schwieriges argumentatives Fahrwasser geraten. Keine Finanzierung von Imamfortbildungen? Auf welcher rechtlichen Grundlage?

30 Imame und Seelsorger werden zwei Semester lang fortgebildet, um Gläubigen, vor allem Jugendlichen, die Eingliederung in die deutsche Gesellschaft zu erleichtern. So gehören zum Kurs deutsche Sprachfortbildung, Informationen über deutsche Geschichte, Politik und Kultur sowie pädagogische Hilfestellungen für die Vermittlung des Glaubens. Dabei geht es auch um interreligiöse Toleranz – zu den Referenten zählt der Rabbiner der Osnabrücker Synagoge. Dazu kommen Besuche im Jüdischen Museum in Berlin und in einem Konzentrationslager.

Besuche im KZ, "interreligiöse Toleranz", "pädagogische Hilfestellungen für die Vermittlung des Glaubens". Man weiß garnicht, welchen Haufen Scheiße man zuerst umdrehen soll, um ihn zu analysieren. Wie wär's damit: interreligiöse Toleranz kann es nicht geben, zumindest nicht bei Monotheismen, die keine Götter neben sich dulden.

"Pädagogische Hilfestellungen" für die Vermittlung des Glaubens?
Ich dachte bislang immer, Religionen ziehen deshalb so viele Menschen an, weil sie so leicht verständlich sind. Aus diesem Grund sind doch auch so viele Idioten religiös, dachte ich. "I am the man of one book" sagt jeder lesefaule Redneck voller Stolz. Und selbst dafür müssen jetzt Pädagogen ran? Sogar zum Verstehen der Märchengeschichten aus der Bronzezeit braucht man Nachhilfe? Das wird ja immer schlimmer...

Im Land der Dichter und Denker wird im Jahr 2010 n.Chr. über die pädagogische Vermittlung von Religionen diskutiert. Bei instabiler psychischer Verfassung wäre allein diese Tatsache bereits ein guter Grund, sich ziemlich zielsicher eine Kugel in den Kopf zu jagen.

Warum erkennt denn eigentlich niemand, dass Imame das Problem sind, nicht die Lösung? Jede Art von Religion ist eine Bedrohung für die Zivilisation. Wir brauchen ein Gegengift gegen diese Plage und keine mildere Form davon.

Seehofer

In seinem überaus verunglückten Artikel über Migration mißversteht Frank Schirrmacher mal wieder die richtige Aussage des unsäglich verblödeten Populisten Seehofer.

Seehofer hatte ja gestern, in seiner unnachahmlichen Kunst, alle paar Monate einen populistischen Brocken ohne Zusammenhang in die Öffentlichkeit zu werfen, geäußert, dass ein Einwanderungsstopp von Ausländern aus bestimmten Kulturkreisen sinnvoll wäre (nämlich aus dem arabischen Kulturkreis).

Nun hätte so eine Aussage natürlich mehr Gewicht, wenn sie von einem angesehenen Politiker käme, und nicht wie im Falle Seehofers von einem angeschlagenen Boxer, der alles sagen würde, um seine katastrophale Bilanz aufzubessern und Wählerstimmen zu gewinnen. Das Problem bei Populisten seines Schlags ist halt, dass man nie genau weiß, ob sie meinen, was sie sagen, oder ob sie es schlicht aus Opportunismus tun.

Trotzdem hat er natürlich Recht. Auch hat Schirrmacher recht mit dem in solchen Fällen üblichen Verweis auf die Bevölkerungspyramide und wenn er sagt, Deutschland bräuchte Zuwanderung. Das ist allerdings keine Entgegnung auf die eigentliche Aussage Seehofers, den Einwanderungsstopp auf bestimmte Kulturkreise zu beschränken. Schließlich leben auf der Erde bald 8 Milliarden Menschen, und der arabische Raum macht nur einen winzigen Teil der potenziellen Zuwanderergebiete aus.

Was ist mit Asien? Ich vertrete sowieso die Auffassung, dass die "asiatische Kultur" der deutschen in vielerlei Hinsicht ähnlicher ist, oder anders gesagt, dass konfuzianische Werte wie Disziplin, Loyalität, Ergebenheit, Prinzipientreue und Arbeitsfleiß ein ziemlich homogenes und interessantes Gemisch mit deutschen Tugenden ergeben würden, ganz davon zu schweigen, dass asiatische Immigranten sich um ein Vielfaches leichter integrieren liessen, nicht zuletzt aufgrund der oben genannten Werte.

Dass linksliberale Medien wie der SWR natürlich "Rechtspopulismus" rufen, sobald man einen Gedanken daran verschwendet, einen Zuwanderungsstopp in Betracht zu ziehen, ist nicht überraschend. Dass die Migrationsdebatte anhält und endlich auch die Frage gestellt wird, was "gute" und "weniger gute" Einwanderer sind, finde ich äußerst erfreulich. Eine der Lebenslügen der Linken ist nämlich, dass das integrierende Land die Hauptschuld daran trägt, wenn sich Einwanderer nicht integrieren, und dass es ergo keine guten und schlechten Einwanderer, sondern nur einen guten oder einen schlechten Staat gibt. Dies als Lüge anzuerkennen und zu brandmarken müsste das Ziel einer vernünftigen Politik sein. 

Montag, 4. Oktober 2010

2 Jahre und 3 Monate für 2 Leben

Seit 13 Uhr ist amtlich, was ich schon lange vermutet hatte: Das Schwerverbrecher vom deutschen Gesetz nicht als solche behandelt werden.
Kevin Russell hat 2 Jahre und 3 Monate Haft bekommen. Er hat 2 Menschenleben auf dem Gewissen. Die Höchststrafe hätte 5 Jahre betrage, obwohl er bereits zur Bewährung verurteilt war. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre und 4 Monate Haft gefordert. Hinter jede dieser Zahlen müsste man hundert Ausrufezeichen setzen. Es ist ein Irrsinn, was die Gesetzgebung den Opfern damit antut. 
Wie demütigend und verhöhnend muss es sein, knapp mit dem Leben davongekommen zu sein, ein Krüppel zu sein, nicht mehr tun zu können was alle anderen tun, und einem Richter zuzusehen, der den Täter zu einer solch lächerlichen "Strafe" verurteilt?
Ein zugedröhnter Junkie, der mit Formel-1-Tempo zwei Menschen unglücklich macht und sich von der Unfallstelle verpisst, ohne zu helfen. Man darf garnicht daran denken, dass die Tatsache, dass er unter Drogeneinfluss stand, womöglich noch als mildernder Umstand geltend gemacht wurde. Denn, auch das ist eine traurige Tatsache in der BRD, Drogensucht führt zu Opferstatus, nicht etwa zu Tadel und Sanktion.
Jede Zeile ist verschwendet für diesen Mann, und trotzdem kann man nur hoffen, dass in diesem Jahrhundert die Justiz noch lernt, dass "Signalwirkung" und "Resozialisierung" nette Euphemismen sind, die uns alle großes Unglück bringen, und dass in nicht allzu ferner Zukunft Straftäter auch Haftstrafen bekommen, die ihren Taten angemessen sind, die Ausdruck von Gerechtigkeit sind, nicht von Mitleid.

Montag, 27. September 2010

Stuttgart21-Proteste: Wann hört ihr endlich auf zu nerven?

Ein hochmoderner Hauptbahnhof, ein neues Stadtviertel, ein größerer Park: Für einige Stuttgarter scheint dieser Gedanke unerträglich zu sein.

"Die Stuttgarter" wollen keinen hochmodernen Durchgangsbahnhof, tönen die linksmanipulierten Medien schon seit Monaten. Vor ein paar Tagen lief ein Beitrag auf meinem heißgeliebten Spartensender "Regio-TV", der mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Warum? Weil in ihm 2 Passanten zur Sprache kamen, die tatsächlich für Stuttgart 21 waren.
Nicht, dass ich nicht vorher schon gedacht hätte, dass es auch viele Menschen geben muss, die für das Projekt sind. In diesem Moment wurde mir aber klar, wie einseitig die Medien über Stuttgart 21 berichten und was für eine Macht sie dabei ausüben.

Denn das Problem ist Folgendes: man hat eine Meute von mehreren Zehntausend Menschen, die gegen ein Projekt protestieren ("Das Volk") - auf der anderen Seite die willkommensten Sündenböcke, die man sich nur ausdenken kann: Berufspolitiker, Bahn-Bosse, reiche Unternehmer. 

Die Medien haben bislang aber natürlich nur die lautstarken Gegner interviewt. Logisch, denn die Interviews finden ja am Ort der Demonstration statt. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Stuttgart21-Befürworter sich inmitten einer Demonstration zu ihrer Meinung bekennen. Was ihnen dann blüht, war neulich in einem Beitrag bei Anne Will zu sehen, in dem ein Befürworter postwendend angepöbelt und attackiert wurde. Leider sind solche Beiträge aber eher die Ausnahme. 


Zu Stuttgart21 gibt es aus meiner Sicht nur zu sagen: Es ist ein legitimiertes Projekt. Projekte sind teuer, manchmal ergeben sich Kosten aus dem Prozess. Stuttgart21 wird Arbeitsplätze schaffen, einen hochmodernen Bahnhof und einen neuen Stadtteil hervorbringen, die Stadt modernisieren. Wie kann man dagegen ernsthaft protestieren? Warum müssen legitime Entscheidungen noch einmal legitimiert werden, so wie jetzt die Befürworter eines Volksentscheids fordern?
 

Es ist schon erstaunlich, wie wenig Stuttgarter nach der Finanzkrise auf der Straße waren. Ging es damals nicht um viel mehr Geld, das verprasst wurde? Wo waren die Demonstranten, die gegen Raffgier und Bank-Bosse auf die Straße gingen? Wo waren die Stuttgarter, die im April gegen das Milliarden-Hilfspaket für eine bankrotte Bananenrepublik demonstrierten, deren Bürger zu 50% Staatsbeamte sind und maximal 20 Jahre arbeiten? Ich habe damals keine gesehen.


7 Milliarden für ein zukunftsweisendes Großprojekt: 50.000 Schwaben gehen dagegen auf die Straße. 500 Milliarden und mehr für Banker-und Pleite-Griechen: kein Schwabe in Sicht. Wer das nicht verrückt findet, dem ist nicht zu helfen.






 

Samstag, 25. September 2010

Strafmaße in der Bundesrepublik Deutschland

Diese Woche hat der Prozess gegen den ehemaligen Frontmann der "Böhsen Onkelz", Kevin Russell, wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht  begonnen.Folgendes wird ihm vorgeworfen: In der Sylvesternacht 2009 soll er mit einem geliehenen Audi A8 auf der A66 bei Frankfurt ein wesentlich langsamer fahrendes Auto gerammt haben; beide Autos sind daraufhin in die Leitplanken geprallt. Russell soll daraufhin den Unfallort verlassen haben und über ein naheliegendes Feld geflüchtet sein. Russell hatte mehrere (legale und illegale) Substanzen im Blut. Er war hemmungslos zugedröhnt.

Die 20- und 22-jährigen Opfer sind beide schwerverletzt und lebenslang auf Hilfe angewiesen:
«Der Fahrer trug Verbrennungen an mehreren Körperstellen, eine Leberblutung, eine Milzruptur sowie eine Verletzung der linken Niere davon», schreibt die Staatsanwaltschaft. Dem anderen Opfer musste eine Hand amputiert werden, zudem hat er schwerste Verbrennungen davongetragen. Kurz: beide führen seither ein erbarmungswürdiges Leben. 
Das "Beste" kommt aber noch: auf den meisten Webseiten wird richtigerweise darauf hingewiesen, dass Russell bereits vorbestraft ist und dass ihm deshalb eine "längere Haftstrafe" bis zu 5 (!) Jahren" blühe. 

Wenn das mal nicht eine knallharte Haftstrafe ist!              

Er kann sich auf ein mildes Urteil freuen

Nochmal im Kurzdurchlauf: ein vorbestrafter Mann (wegen Drogendelikten) fährt vollgedröhnt mit 230 km/h einen anderen Verkehrsteilnehmer über den Haufen. Die beiden Insassen verbrennen zum Teil, entrinnen knapp dem Tod, ihr Leben ist zerstört. Der Unfallverursacher hilft nicht, sondern verpisst sich (wegen unterlassener Hilfeleistung ist er allein deshalb nicht angeklagt, weil er vor seiner Flucht sicherstellte, dass Ersthelfer vor Ort waren!). 

Das höchstmögliche Strafmaß für dieses Vergehen beträgt fünf Jahre! Gab es in der deutschen Rechtsgeschichte jemals ein eklatanteres Beispiel für die Absurdität von Strafmaßen? Antwort: wahrscheinlich schon! Wahrscheinlich kommt das sogar sehr oft vor! 

Es gibt sicher vernünftige Argumente, die Gegner von hohen Haftstrafen und von Todesstrafen ins Feld führen. Ich kenne zwar keine, aber man sollte doch annehmen, dass die Menschen, die dieses Strafmaß festgelegt haben, ihre Gründe hatten. Fest steht aber auch, dass sie zu wohlwollend waren, und dass sie falsch lagen. Es kann nicht sein, dass man höchstens 5 Jahre einsitzt dafür, dass man 2 unschuldige Menschen fahrlässig zu Krüppeln, zu Pflegefällen gemacht hat. 

Eine härtere Strafe bringt den Opfern nichts, und vielleicht wirkt sie auch nicht "abschreckend" (Nominierung für das Unwort des Jahres 2010) auf andere potentielle zugedröhnte Verkehrsrowdies. Na und? Das ist ein anderes Kriterium. Schwere Vergehen müssen gesühnt, hart und gerecht bestraft werden. Darum geht es, und um nichts anderes.





Donnerstag, 23. September 2010

Europäische Union will Todesstrafe in den USA verhindern - quo vadis, Politik?

Oh je, EU, was ist denn da passiert?
Folgendes war heute auf der Webseite der "Zeit" zu lesen (und auf einigen anderen Seiten):
"Sie gilt als geistig minderbemittelt und auch über die Bewertung ihrer Tat wird heftig gestritten: Teresa Lewis soll im US-Staat Virginia hingerichtet werden."
Die EU versucht jetzt scheinbar, auf den Gouverneur von Virginia einzuwirken, damit dieser es sich nochmal anders überlegt, und die Todes- in eine Haftstrafe umwandelt. Die EU tritt hier also als "Hüter der Menschenrechte" auf und einige Beamte bilden sich wohl tatsächlich ein, man könne sich hier in die amerikanische Innenpolitik einmischen.
Diese Meldung wirft tausend Fragen auf. Die Wichtigste ist meiner Meinung nach: Hat die EU nichts besseres zu tun?   

Virginia, das neueste Mitglied der Europäischen Union
Man sollte die Kommission, das Parlament, den Rat oder welches der vielen intransparenten Organe da mal wieder am Werk war, daran erinnern das ihr politisches Feld sich zwischen iberischer Halbinsel und Ostpreußen befindet, und nicht in den Vereinigten Staaten.
Welcher linke Abgeordnete hat es denn bitte diesmal für nötig befunden (und sich für so wichtig gehalten), die große Moralkeule auszupacken? Wenn er EU-Politiker wäre, dann würde ich eigentlich auf Volker Beck tippen. Genau dieser Art von pseudo-progessivem Linksausleger wäre eine derartige Gebärde zuzutrauen: "Schaut her, wir sind die Wertegemeinschaft EU, wir stehen für Menschenrechte. Ach so, und was war das noch gleich, Menschenrechte? Sind Menschenrechte nicht auch ein recht      willkürlich zusammengeschusterter Flickenteppich von Ideen und Vorstellungen?
Die von der linken ziemlich eindeutig dominierte deutsche Medienlandschaft springt natürlich auf den Zug mit auf: schließlich kann es ja nie schlecht sein, für Menschenrechte einzustehen. Und Todesstrafe ist ja sowieso doof, oder?
Was mich zur zweiten Frage führt: warum ist Todesstrafe eigentlich so doof, wie scheinbar 90% meiner europäischen Mitbürger denken? Versucht man sich etwas ins Thema zu vertiefen und ernsthaft mit der Frage auseinanderzusetzen, warum so viele Menschen so energisch gegen die Todesstrafe sind, fällt einem schnell auf, dass die Argumente dagegen doch recht dünn sind. Meistens laufen sie auf folgende Platitüde hinaus, die ich auch heute im Zusammenhang mit dem Virginia-Fall des öfteren gelesen habe: Die Todesstrafe passt einfach nicht in unsere Zeit. Dies ist wirklich das einzige "Argument", das gegen die Todesstrafe spricht. Und es ist kein Argument. Denn was hat eine Strafe mit der Zeit zu tun, in der wir leben? Wenn die Steinigung von Menschen nicht in unsere Zeit passt, dann hat sie auch nicht in die Bronzezeit gepasst. Entweder eine Strafe ist gerecht, dann ist sie zu jeder Zeit gerecht, oder sie ist barbarisch, dann ist sie zu jeder Zeit barbarisch.
Für die Todesstrafe jedoch sprechen eine ganze Reihe von Argumenten. Erstens ist es nicht fair, dass ein Straftäter mit dem Leben davonkommt, dem kostbarsten Gut, nachdem er es anderen Menschen geraubt hat. Welcher Moralapostel kann es verantworten, dass ein Mörder leben darf, der anderen Menschen das Leben genommen hat? Inwiefern kann ein Mord gesühnt werden durch das Absitzen von Zeit?
Viele Verbrechen sind so barbarisch, dass es eine Gesellschaft nicht verantworten kann, dass Täter weiterleben dürfen. 
Also, was hat die EU mit der amerikanischen Innenpolitik zu tun? Und warum müssen wir für eine Delegation von überbezahlten EU-Beamten zahlen, damit diese im Namen der Menschenrechte in die USA fliegen, um nichts zu bewirken. Denn ganz ehrlich: es ist doch klar, dass "Druck" aus Europa genau das Gegenteil von seiner Absicht bewirkt. Es scheint doch etwas unwahrscheinlich, dass der Gouverneur von Virginia einlenkt und sagt: Ja, stimmt, ihr Europäer habt mich überzeugt, eigentlich ist die Todesstrafe doch ziemlich blöd.
In den USA kumulieren sich die Haftstrafen auf teilweise mehrere hundert Jahre. Da schreckt der Europäer auf und findet das "unglaublich", oder man lacht die Amerikaner aus wegen dieser "überzogenen" oder "archaischen" Strafen, man findet sich hier ganz fortschrittlich und progressiv. 
Ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Progressiv wäre es, schwere Vergehen hart zu bestrafen, mit hohen Haftstrafen und zur Not mit der Giftspritze. Im Namen von Menschenrechten andere Staaten dazu aufzurufen, die selbe lasche Rechtssprechung anzunehmen, an der europäische Länder wie die BRD seit langem kranken, ist nicht nur Gelderverschwendung, es ist heuchlerisch.











Montag, 20. September 2010

Dringender Aufruf an Anja Heyde, ZDF

Anja Heyde ist eigentlich Moderatorin des ZDF-Morgenmagazins. Das heißt, ihre Aufgabe ist es, Nachrichten aufzubereiten, Themen mit Gästen zu diskutieren, Beiträge anzumoderieren. 

Das tut sie auch.

Aber Anja Heyde kann noch viel mehr: oft erzählt sie einfach mal von sich: dass sie zum Beispiel um zehn vor sieben Feierabend macht, das erzählt sie so ziemlich jeden Morgen. Und sie scheint auch ganz stolz drauf zu sein. Kleiner Tipp, Frau Heyde: die meisten Morgenmagazin-Zuseher haben da den ganzen Tag noch vor sich, kann also sein, dass Du dich mit dieser ständigen Ankündigung, angereichert mit einem wahnsinnig dämlichen Grinsen, nicht unbedingt beliebt machst!

Zweitens: Anja Heyde ist ohne Kaffee unerträglich. Das hat sie gesagt. Soll wohl sympathisch und menschlich rüberkommen, geht aber dann nach hinten los, wenn man, wie Heyde, offensichtlich auch mit Kaffee unerträglich ist. Ich will lieber nicht wissen, wie sie sich ohne Kaffee benimmt.

Andererseits: vielleicht wäre sie dann weniger aufgedreht. Bei Millionen von Kindern und Teenagern wird doch seit Jahren landauf, landab ADHS festegesellt und medikamentös behandelt. Bisland war ich ein Gegner dieser Diagnose - seit einiger Zeit scheint es mir jedoch, als sei einer der wenigen Patienten, der diese Diagnose verdient hätte - Anja Heyde - leider nie behandelt worden.

Heyde, falls du das hier liest, bitte nimm's Dir zu Herzen: du bist nicht witzig. Du versuchst es jeden Morgen krampfhaft, doch es soll einfach nicht sein. Deine fremdbeschämenden Smalltalks mit Ben Wettervogel oder wahlweise Donald Bäcker sind einfach nur sehr unangenehm, ganz ehrlich. Und wenn man in die Gesichter dieser beiden armen Wetterheinis schaut, dann denken die ziemlich genau so. 

Anja Heyde - nur Gesthuysen ist noch schlimmer, aber die wirft ja wenigstens bald und muss in Schwangerschaftsurlaub. Du jedoch - oh Gott, warum verschiebt das ZDF Dich nicht irgendwie ins Nachtprogramm, oder warum wirst du nicht einfach Redakteurin oder Mutter, dann kannst du deinem Balg auf den Nerv fallen. Egal was Du machst - bitte verschwinde von der Bildfläche! Vielen Dank!  

Bitte genießen Sie auch Anja Heydes Impressionen!