Montag, 4. Oktober 2010

2 Jahre und 3 Monate für 2 Leben

Seit 13 Uhr ist amtlich, was ich schon lange vermutet hatte: Das Schwerverbrecher vom deutschen Gesetz nicht als solche behandelt werden.
Kevin Russell hat 2 Jahre und 3 Monate Haft bekommen. Er hat 2 Menschenleben auf dem Gewissen. Die Höchststrafe hätte 5 Jahre betrage, obwohl er bereits zur Bewährung verurteilt war. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre und 4 Monate Haft gefordert. Hinter jede dieser Zahlen müsste man hundert Ausrufezeichen setzen. Es ist ein Irrsinn, was die Gesetzgebung den Opfern damit antut. 
Wie demütigend und verhöhnend muss es sein, knapp mit dem Leben davongekommen zu sein, ein Krüppel zu sein, nicht mehr tun zu können was alle anderen tun, und einem Richter zuzusehen, der den Täter zu einer solch lächerlichen "Strafe" verurteilt?
Ein zugedröhnter Junkie, der mit Formel-1-Tempo zwei Menschen unglücklich macht und sich von der Unfallstelle verpisst, ohne zu helfen. Man darf garnicht daran denken, dass die Tatsache, dass er unter Drogeneinfluss stand, womöglich noch als mildernder Umstand geltend gemacht wurde. Denn, auch das ist eine traurige Tatsache in der BRD, Drogensucht führt zu Opferstatus, nicht etwa zu Tadel und Sanktion.
Jede Zeile ist verschwendet für diesen Mann, und trotzdem kann man nur hoffen, dass in diesem Jahrhundert die Justiz noch lernt, dass "Signalwirkung" und "Resozialisierung" nette Euphemismen sind, die uns alle großes Unglück bringen, und dass in nicht allzu ferner Zukunft Straftäter auch Haftstrafen bekommen, die ihren Taten angemessen sind, die Ausdruck von Gerechtigkeit sind, nicht von Mitleid.

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