Donnerstag, 14. Oktober 2010

Bahnpreise werden nicht erhöht - ein Grund zum Feiern?

Die Bahn hat zum ersten mal seit 8 Jahren die Fahrkartenpreise nicht erhöht. Das ist ein so gesehen eine gute Nachricht. Die Frage, warum die Bahn in den letzten 8 Jahren die sowieso verheerend hohen Preise jedes Jahr noch einmal erhöht hat, drängt sich trotzdem auf.

Einige Medien reagieren auf diese Meldung mit Lob. Ist das absurd oder absurd?

Die wirtschaftliche Lage erlaubt die scheinbare Großzügigkeit. Flankiert wird sie durch sinnvolle Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe, um das Produkt Bahn zu verbessern. Betriebswirtschaftlich ist es zweifellos anspruchsvoll, gleichzeitig zu investieren und auf Einnahmen zu verzichten.
Betriebswirtschaftlich "anspruchsvoll", so kann man das Manöver der Bahn natürlich auch nennen. Wenn die Kunden wegbleiben, Fernbuslinien und Billigflieger die Preise der Bahn konstant unterbieten scheint diese Entscheidung nicht auf hohen betriebswirtschaftlichen Ansprüchen zu fußen, sondern in der Angst zu gründen, sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr bald nicht mehr konkurrenzfähig zu sein.

Dachten Grube&Co. nämlich wirklich, dass sich die Kunden der Bahn auf lange Sicht immer höhere Preise bieten lassen? Scheinbar ja - und jetzt, da die Kunden gehen, wird die Reißleine gezogen.

Man muss mittlerweile schon sehr spät Flüge buchen, um teurer wegzukommen als mit der Bahn. 129€ für eine Fahrt von Stuttgart nach Berlin sind bei jedem nur denkbaren Maßstab eine absolute Unverschämtheit, eine Zumutung und nicht konkurrenzfähig. Oder, wie Herr Krohn von der FAZ resümieren würde, "betriebswirtschaftlich nicht anspruchsvoll".







 

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