Freitag, 29. Oktober 2010

Roland Koch - Rückblick auf ein großes Elend

"Hessen-Hitler" Koch wechselt jetzt also in den Vorstand von Bilfinger-Berger.

Sein salbungsvoller Rücktritt im Mai ist mir noch in bester Erinnerung. Dessen Essenz kann recht einfach zusammengefasst werden: Ich, ich, ich. 

Roland Koch ging es - zumindest seinem Abschieds-Statement zufolge - immer nur um sich. Er habe gemerkt, dass Politik nicht alles ist. Er habe tolle Erfahrungen gemacht. Welche? Das Treffen mit dem Dalai Lama sei ihm in Erinnerung geblieben.

Was mal wieder zwei Dinge beweist. Erstens: Nenne deinen Namen im selben Atemzug mit dem Papst oder dem Dalai Lama, und in den Augen vieler verwandelst Du dich vom Normalo zum "Gesegneten". Und zweitens: Der Dalai Lama war und ist sich für nichts zu schade. Nicht mal für das rosafarbene Schweinegesicht aus Wiesbaden.

Wirklich abstoßend war allerdings die scheinbar vollkommen selbstverständliche Ignoranz den Wählern gegenüber. Für Koch war die Entscheidung scheinbar eine rein persönliche Angelegenheit. Kein Wort der Entschuldigung an die Wähler, die eben nicht nur die CDU, sondern auch Koch persönlich ins Amt des Ministerpräsidenten gewählt hatten. Die Tatsache, dass der pockennarbige Katholik diese Tatsache mit keinem Wort der Entschuldigung oder wenigstens der Scham erwähnte, war der eigentliche Skandal seines Rücktritts. Es war das (nicht erwähnte) Eingeständnis, dass ihm die Meinung der Wähler, die Stimme(n) des Volkes nichts Wert sind.


Unerträglich natürlich auch die "Nachrufe", vor allem die in der FAZ, die Koch als unglaubliches Schwergewicht in der Politik einstufte. Und meine Überlegung war nur: Ist die FAZ wirklich so einfach gestrickt? Muss der Kandidat möglichst verbohrt, möglichst hässlich und möglichst katholisch sein, und schon kann er sein Zeugnis mit Bestnoten abholen? Und wie genau gewichten Nonnenmacher, Kohler und Co. eigentlich diese Kriterien?

Aus diesem Grund unter anderem werde ich immer nur rechts, nie aber konservativ sein. Diese alteingesessene katholische Suppe ist so miefig, so spröde und so unglaublich leicht zu durchschauen.

Im Prinzip bin ich froh, dass Koch jetzt endgültig von der politischen Landschaft verschwunden ist. Er war für mich immer das Paradebeispiel für einen Klüngelpolitiker, der ohne jedes persönliche Charisma, ohne Leidenschaft und ohne Ideen sich in einem Landesverband bis ganz nach oben arbeitet. Eigentlich war Koch ein bißchen wie Mappus, wobei ich letzterem nicht zu nahe treten will. 

Koch war so leer und gleichzeitig so voller Scheiße, dass ich am Ende zum dem Schluß komme, dass eine Begegnung mit dem Dalai Lama, mit dem Papst oder wenigstens mit einer rheinhessischen Kartenlegerin wohl tatsächlich das Einzige ist, was ihm noch helfen könnte.

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