Donnerstag, 3. Februar 2011

Til Schweiger "beachtet" sich als Intellektuellen

Eigentlich schade, dass sich Til Schweiger das wieder verbaut hat. Zum ersten Mal seit langem war ich nämlich mit ihm einer Meinung, als er gestern bei Markus Lanz eine Meldepflicht für Sexualstraftäter forderte, wie sie in den USA üblich ist.

Es schien ihm sogar ganz wichtig zu sein, er redete sich richtig in Wallung. Ganz im Gegensatz zu seinen emotionslosen und berechenbaren Kinofilmen, deren Trailer kaum von der letzten Danone-Werbung zu unterscheiden sind, so aalglatt und werbeagenturmäßig sie gestaltet sind. 

 
Doch hier sprach er einen Punkt an, der vielen auf dem Herzen liegt: die Tatsache (ich halte es für eine Tatsache), dass der Täterschutz in Deutschland in keinem Verhältnis zum Opferschutz steht. Dass, wenn von Menschenwürde in diesem Zusammenhang die Rede ist, meist nicht von der Menschenwürde des Opfers gesprochen wird, sondern von der Würde des Täters und seinem Anspruch, nicht an den Pranger gestellt zu werden.

Später dann ließ sich Schweiger noch über sogenannte „Gutmenschen aus“, und hier wurde es dann wieder mal dämlich:
Diese Leute, die sind dumm und naiv und haben keine Fantasie. Das sind intellektuelle Menschen – und ich verurteile jetzt nicht alle Intellektuelle (sic!), ich beachte (sic!) mich selber als intellektuell...“.

Dabei hatte es doch vielversprechend angefangen! Aber, nein, Til Schweiger ist sicher kein Intellektueller. Da liegt er nun mal gründlich falsch. Zwar wäre es anmaßend, allein seine Filme als Maßstab der Bewertung heranzuziehen. Vielleicht denkt er auch viel nach und liest Bücher. Trotzdem: Ein Intellektueller ist in der Lage, deutsche Sätze grammatikalisch korrekt zu bilden. Schweiger ist dazu nicht in der Lage, das hat er oft genug unter Beweis gestellt. Aber Irren ist menschlich.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Genau so sehe ich das auch!
Ganz bestimmt ist er kein Intellektueller.
Das verrät nicht nur sein Erscheinungsbild.
Frauenheld oder Charmeur wäre zutreffender.