Donnerstag, 16. Juni 2011

Skulski und Ben "Wettervogel": Das ZDF at its worst

Ach, Yve Fehring.

Wären doch im "Moma" nur alle so wie Du. Du liest die Nachrichten ohne Firlefanz vor und informierst mich darüber, was in der Welt vor sich geht.

Andererseits bin ich mir fast sicher, dass auch Yve Fehring früher oder später auf einem Moderationsstuhl oder gar auf der "Moma-Couch" platz nehmen wird, um dann auch mal einen Witz zu machen und sich mit ihren Gurken-Kollegen vom Morgenmagazin pseudo-locker über das Weltgeschehen zu unterhalten.

Es ist heute ja scheinbar sowieso unmöglich, nur Nachrichtensprecher zu sein. Mitri Sirin war ein guter Nachrichtensprecher, als Moderator ist er ein Reinfall. Judith Rakers hat jetzt sogar beim Eurovision Song Contest mitgewirkt, war überflüssig wie ein Kropf - doch die Geltungssucht scheint bei Fernsehschaffenden doch sehr ausgeprägt zu sein: man macht einfach was, auf Talent kommt's dabei schon lange nicht mehr an.

Warum aber Thomas Skulski im TV gelandet ist, ist ein noch größeres Rätsel. Er kann kaum sprechen, seine Anmoderation wirkt wie eine Mischung aus der ersten Stunde im Logopädieunterricht und dem verzweifelten Versuch eines Erstklässlers, mit einem lustigen Reim den Klassenlehrer zu beeindrucken.

Ben "Wettervogel", der eigentlich Benjamin Vogel heißt (wie weit sind wir gekommen, dass sich bereits Meteorologen Künstlernamen geben müssen) steht Skulski in nichts nach. Sobald er auf die Wetterkarte sieht, hat er garantiert auch schon seinen Text vergessen. Es ist jedes mal das gleiche Ritual. Er legt sich einen Text zurecht (man merkt, das er zurechtgelegt ist), redet ein paar Sätze, dreht sich dann zur Karte um und - schwupps! - weiß er nicht mehr, was er vor einer Sekunde gesagt hat, ist völlig verwirrt und der schön vorformulierte Text wird zu einer Stakkato-Improvisation letzter Güte.

Schön sind auch Wettervogels Redepausen. Sie sind die wohl längsten im deutschen Fernsehen. Wenn er nicht mehr weiter weiß, pausiert er auch gern mal für einige qualvolle Sekunden, steht indisponiert vor einem Hochdruckgebiet überm Atlantik oder der Schwäbischen Alb und sagt einfach gar nichts mehr. Das sind faszinierende TV-Momente, die es ausschließlich im ZDF gibt.

Toll auch, wenn Wettervogel als Außenreporter unterwegs ist und bei strömendem Regen auf deutschen Campingplätzen steht und irgendwelche Uschis aus der Mark Brandenburg fragt, warum sie gerade hier campen und nicht irgendwo anders. Ben Wettervogel hat das Talent, an jedem möglichen Ort deplaziert zu wirken, und er schöpft dieses Talent allmorgendlich voll aus.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Immer des Morgens, wenn der skulskische Wortwiederkäuer stotternd sprachbockte, legte sich Wen Brettervogel im Magazin auf die Lauer.
Er wusste genau, auf was er warten musste.
Manchmal hörte er nur ein dumpfhelles, kullerplatschiges Knetploppen und das Ganze war schon vorbei.
Wenn dann jedoch, der immer plötzlich auftretende priapistische Schüttelanfall für einen Nasenschluck zauberhafter intellektueller Grütze im Kommunikationsleerraum gesorgt hatte, begann die atemlose Treibjagd nach den passenden
Wortsternstunden der asphaltliterarischen Wettermoderation.
Das waren die historischen Momente auf die Brettervogel in seinem kleinen hirnhölzernen Textbausteinlupanar gewartet hatte.
Jetzt konnte er endlich, nach kurzen Denkpausen, seine prosaische Wettermißgeburt schlafmütztrottelig und stoßweise ins Publikum gurgeln.

Manchmal jedoch, an den besonderen und hohen Wochenfeiertagen, wie an Pfingsten, dem Feste der Heiligen Paranoia, oder Maria Pimmelhart, geht das Kullerplatschen jedoch plötzlich in ein sonores Knotterbraddeln über
und der spitze Zeiger des Hirnluftdruckmessers der kleinen ZDF-Wettervogelstation, schlägt dem pausbäckigen Brettervogel derart ins Angesicht, dass das Jenaer Deckgläslein ins Moralinhoch scheppert.
In diesen Momenten erscheinen feurige Zungen auf den Häuptern des Wortwiederkäuers und seines Wettergenossen und sie reden und knödeln stotternd in tumbtoten Sprachen.
Und keiner spricht:
"Guten Morgen, meine teuren Brüder, was tutet ihr da."

A.L.Dreyfus hat gesagt…

Ah, Sie wieder!
Absolut hinreißender Erguss!
Ab und zu auf der Schwelle zum Verbaldurchfall, aber durchauß noch genießbar!
Weiter so!

winfried hat gesagt…

das beste, das Ben Plappervogel je von sich gegeben hat hörte sich an wie: "und dann fällt Wasser so von oben runter"

weiter so

John Kragenbär hat gesagt…

"...hier wird wieder die 30-Mark Reise gegrenzt ..."
Ja: da wurde keine 30-Grad -Grenze gerissen, sondern - siehe oben.

Aber er scheint weg zu sein: der dritte ZDF-Block MoMa ohne Wettervogel - ich glaube, man hat ihn sang- und klanglos entsorgt. 9 Jahre zu spät.

Anonym hat gesagt…

Endlich, möchte man sagen, endlich! Und Skulski darf immer noch... das ZDF ist eine Moderatorenwüste und eine Versorgungsoase.

Anonym hat gesagt…

Und Pinar Tanrikolu als neue Nachrichtensprecherin übt auch jeden Morgen on air.... Furchtbar!

Anonym hat gesagt…

...jetzt dürfte sich für alle, die sich hier über Ben Wettervogel entwertend und unterhalb der Gürtellinie geäußert haben ein Problem in ihrer Welt erledigt haben.

Hoffentlich lernen Sie daraus.

T.Baur hat gesagt…

Lieber "Anonym",

Ben Wettervogel war ein Mann des öffentlichen Lebens und somit Spott und Satire ausgesetzt.

Ihre Andeutung, man habe ein Problem weniger, wenn ein Mensch stirbt, über den man vorher einen satirischen Artikel geschrieben hat, ist geschmacklos und sagt mehr über Sie aus als über seine Kritiker.