Dienstag, 23. August 2011

KRETSCHMANN, LIBYEN, WOLFF-CHRISTOPH FUSS UND EIN NEGERKÖNIG

So beliebt Kretschmann als neuer Ministerpräsident Baden-Württembergs auch ist - die Entscheidung, sich morgen mit Moslems anlässlich des Beginns des Ramadan zu treffen, ist eine peinliche Entscheidung. Aus "Respekt vor den Mitbürgern mit muslimischem Hintergrund" tut er das. Gibt es nicht wichtigere Dinge zu tun im Land? Welches Signal sendet Kretschmann damit an all die, die berechtigte Zweifel am Zusammenleben von Deutschen und Moslems haben?
Nur wenige Tage, nachdem bei einer "kleinen Auseinandersetzung" zwischen Kurden und Türken in Stuttgart mehrere Polizisten verletzt wurden (wann setzt Kretschmann eigentlich ein Zeichen und solidarisiert sich trotz Stuttgart 21 demonstrativ mit der Polizei?) fragt man sich, ob der besonnene "Moses aus Sigmaringen" wirklich über das Maß an politischem Fingerspitzengefühl verfügt, das ihm euphorisierte Wechselwähler allerorten im Lande bereits jetzt attestieren. 
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Man muss sich schon wundern, wie in Deutschland die "Rebellen" in Libyen zu neuen Heilsbringern stilisiert werden. Kennt man auch nur einen dieser Aufständigen? Kennt man nur ansatzweise ihre Motive? Könnte es sein, dass die hehren Motive wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte, die man aus dem Westen auf sie hoffnungsvoll projeziert, lediglich unbegründete Schwärmereien sind?
Unter Gaddafi war Libyen wenigstens einigermaßen stabil - jahrzehntelang konnte man sich auf ihn verlassen. Die neue Regierung, sollte sie zu Stande kommen, ist eine große Unbekannte. Die Hoffnung, dass in einem dieser nordafrikanischen Staaten irgendwann eine Demokratie entsteht, die mit der in Westeuropa vergleichbar ist, kann man eigentlich nur als linksidealistische Träumerei bezeichnen.
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Wolff-Christoph Fuss gilt als guter Kommentator - leider kommentiert er die Champions League auf Sat1. Seine reißerischen Phrasen, die oft wenig mit dem Spielgeschehen zu tun haben, sondern einfach des Effekts wegen geäußert werden, erinnern mich mehr an "Bild"-Schlagzeilen als an fachlich kompetenten Fußballkommentar. Thomas Wark, warum kommst du nicht und ersetzt diesen buckligen Propaganda-Clown mit deiner ruhigen, sachlichen Art?
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Ein deutscher Linguist - Stefanowitsch sein Name - hätte gerne, dass man die Bezeichnung "Negerkönig" aus Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" mit "Südseekönig" übersetzt - schließlich sei "Negerkönig" rassistisch und "passt nicht mehr in unsere Zeit". Willkommen in der Welt der Gleichmacherei. Aber wenn schon gleichmachen: warum, Herr Stefanowitsch, ändern sie ihren Namen nicht zu "Stefansdorf". Ich empfinde ihren russisch klingenden Nachnamen als Deutscher als tiefe Beleidigung und klage beim Europäischen Gerichtshof, wenn sie es nicht tun.
 
 

 

Montag, 15. August 2011

HAJO SCHUMACHER HAT MAL WIEDER EINE MEINUNG

Heute morgen ist etwas Merkwürdiges passiert: bei einem Interview im "Morgenmagazin" war der Journalisten-Imitator und Sven-Lorig-Vertreter (wie bitter ist es, Sven Lorig vertreten zu müssen) Till Nassif einem Gesprächspartner intellektuell überlegen.
Ja, richtig, der Kasper Nassif war schlauer als sein Gegenüber. Das, so denkt der Leser, der Nassif und die Morgengähn-Crew kennt, kann doch nicht sein! Und wenn es sein kann, dann muss sein Gegenüber ja ein unvorstellbarer Trottel, ja fast gar ein Spastmatiker ganz erheblichen Ausmaßes gewesen sein.
Und der Leser hat natürlich recht!
Es war der Jahrhundert-Trottel Hajo Schumacher. Er hatte mal wieder eine Meinung. Ich will sie nicht rezitieren, sie war einfach zu belanglos und dumm. Nur ungefähr: er sprach Erwin Teufel die Kompetenz ab, heutige politische Zusammenhänge und Entwicklungen beurteilen zu können. Von wegen: Der alte Schwabe, der blickt's doch nicht mehr. Die moderne Politik ist ihm zu schnell. Sowas kann nur der Klassenclown Hajo Schumacher verstehen. Und da war dann auch mal wieder klar, warum Hajo Schumacher so ein unvorstellbarer Jammerlappen ist.
Und jetzt noch mal, weil's so absurd ist, zum Mitschreiben: Hajo Schumacher kritisiert Erwin Teufel im Gespräch mit Till Nassif im ARD-Morgenmagazin.
Ja richtig, der windige, schäbige Nichtskönner, der Plagiatorinnen-Verteidiger, der Klüngler, der Koch-Mehrin gegen die bösen Wissenschaftler den Rücken gestärkt hat, nur weil die ein bisserl viel abgeschrieben hat.
Der kritisiert Erwin Teufel, den altgedienten legendären Landesvater Baden-Württembergs aus Spaichingen.
Wenn's nicht so unbeschreiblich lächerlich wäre, müsste man direkt nachdenklich werden.
Wenn der charakterliche Größenunterschied zwischen der ehrlichen Haut Teufel und dem aufmerksamkeitssüchtigen Blondschopf nicht so frappierend wäre, müsste man fast mal innehalten.
Aber jeder kennt ja den Unterschied, jeder sieht ihn: Teufel steht. Teufel hat Werte. Schumacher hat einen blauen Anzug und lange Haare.
Teufel hat geführt, hat Kritik eingesteckt, hat die Richtung vorgegeben - 14 Jahre lang. Schumacher trinkt Latte Macchiato in Berlin und spielt mit seinem iphone.
Teufel hat Substanz; würde man Schumacher einen Einlauf verpassen, könnte man ihn in eine Streichholzschachtel stecken, so leer ist er.

"MORALITY IS WHAT PEOPLE DO WHEN THEY THINK NOBODY IS LOOKING"

Der englische Premierminister Cameron will jetzt eine "Null-Toleranz-Politik" gegen die Randalierer in den englischen Großstädten fahren.
Man fragt sich, welche Politik Cameron denn vorher ausgegeben hatte. Eine Zehn-Prozent-Toleranz-Politik? Eine Fünfundzwanzig-Prozent-Toleranz-Politik? Und wäre es nicht generell ratsam, dass Polizisten gegen Randalierer jeglicher Couleur immer null Toleranz zeigen?
Man kann davon ausgehen, dass dieser Upper-Class-Elitist Cameron eben genau das sagt, wovon er denkt, es würde jetzt gut ankommen. Das Volk ist schockiert ob der Randale - da kündige ich ich doch glatt "null Toleranz" an. Wieviele Berater er wohl gebraucht hat, um zu dieser Marschroute zu kommen?
Als Armutszeugnis muss man auch seine Entscheidung bewerten, Bill Bratton, den amerikanischen "Supercop", mit der Aufgabe zu betrauen, die britischen Straßen wieder sicher zu machen. Wenn eine Staatsführung bei einer der elementarsten Aufgaben eines Staates - die Bewahrung der Sicherheit seiner Bevölkerung - auf ausländische Hilfe angewiesen ist und öffentlich eingesteht, dieser Aufgabe nicht mit eigenen Kräften gewachsen zu sein, muss es tatsächlich schlecht um eine Nation stehen.
Auch Boris Johnson, der "konservative" Bürgermeister Londons, ist ein Beispiel für die Hilflosigkeit der britischen Eliten. Gerade aus dem Sommerurlaub heimgekehrt (zu spät), versucht er hier, sich beim normalen Volk anzubiedern. Seine Versuche scheitern kläglich.
Der Londoner Polizeit ergeht es wohl wie der Stuttgarter Polizei rund um Stuttgart 21: man darf nicht durchgreifen, sonst wendet man sich ja gegen das "Volk" (das in Wahrheit aus Hooligans und Linksradikalen besteht); der Buhmann ist die Polizei aber trotzdem. Die Polizei in Stuttgart konnte einem nur leidtun. Permanent wurde sie vom Mob beschrien, beschimpft, beleidigt, und durchgreifen konnte sie nicht. Müssen sich Polizisten alles bieten lassen? Es sieht so aus. 
Zu groß ist die Gefahr, vor ein Gericht gezerrt zu werden, in dem man beschuldigt wird, man habe gegen die ominösen "Menschenrechte" verstoßen, weil man mal einem unverschämten Demonstranten eins übergebraten hat.
Es ist unglaublich, was sich die Stuttgarter "Demonstranten" rausnehmen in ihrem heiligen Krieg gegen einen modernen Bahnhof. 
In England, wo das linksliberale elitäre Establishment seit Anthony Blairs Machtantritt 1997 regiert (Cameron ist in keiner Weise konservativ, nur weil er Tory-Vorsitzender ist), ist man ebenso wie in Deutschland darauf bedacht, Kriminelle mit Samthandschuhen anzufassen. 
Kriminelle werden schnell auf freien Fuß gesetzt, lange Haftstrafen sind selten, Gefängnisse haben ihren Namen nicht verdient, vorm Gerichtssaal kann freimütig Crack geraucht werden (Peter Doherty), man kann im Knast munter Studienabschlüsse machen, Ausbildungen absolvieren oder Stiftungen gründen. Der Virus der "Resozialisierung" hat längst die britischen Inseln ergriffen und führt dazu dass, wie in Deutschland, Kriminelle keinerlei Angst mehr vor der Haft haben, nicht der Taschendieb und nicht der Vergewaltiger. 
Die Gründe für die "riots" liegen natürlich auch in der von Großbritannien forcierten Masseneinwanderung der letzten Jahrzehnte. Gegen die Unmenge von Menschen aller Herren Länder, die die Briten in jüngerer Vergangenheit ins Land gelassen haben wirkt unser deutsches Einwanderungsproblem beinahe nebensächlich. Einher mit der Masseneinwanderung ging der moralische Verfall, da die meisten Einwanderer wie hierzulande die englische Kultur und Tradition ablehnen oder ihr vollkommen ignorant gegenüberstehen, ihre Parallelkulturen ausleben und den Staat als Dienstleister begreifen, der ihren Lebensstandard aufrechterhalten, sie darüberhinaus jedoch bitte nicht weiter behelligen soll.
Die Apologeten sind jedoch auch auf der Insel nicht weit.
Was die Dame ab 1:38 min. ausführt, würde man, da bin ich mir sicher, auch in Deutschland von einem Großteil des politischen Establishments zu hören bekommen, wenn ähnliche Vorfälle hierzulande stattfänden.
Armut, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit als Ursache dafür anzuführen, dass Menschen stehlen, Häuser anzünden, andere Menschen ausrauben und darauf auch noch stolz sind: so weit sind wir in Europa gekommen. Diese Mentalität ist dieselbe, die in Deutschland zurecht angeprangert wird, wenn Tätern im Gericht (Gäfgen z.B.) größeres Mitleid geschenkt wird als den Opfern. Die wahre Ursache für dieses Verhalten kann man einzig in einer moralischen Verwahrlosung ausmachen, die stark mit Immigration und mit einer falschen Vorstellung von der Rolle des Staates zusammenhängt (nämlich, wie oben erwähnt, als Dienstleister). Auch die moderne "Familie" sollte bei einer ausführlichen Analyse unter die Lupe genommen werden.
Wie Peter Hitchens richtigerweise sagt:
The problem is plainly a moral one. We have over the past fifty years destroyed the moral foundation of society. We've destroyed the married family. We've destroyed particularly fatherhood [...]government has by making it easy to break up a marriage [...]. The point is that if as a country you specifically set out to subsidize a form of household where there is no father then do not be surprised if you have a large number of boys growing up who lack authority and direction and example in their lives and who go on the streets and kick in the windows of television shops in later life [...] if you simultaneously take away the authority of teachers in schools, if you simultaneously take away the rights of police-officers to act [...] against wrongdoing. If you take away in general the rights of adults to control children [...] you will get a serious moral deficit. Morality is what people do when nobody is looking [...].

Die Problemanalyse kann man eins zu eins auf die Bundesrepublik übertragen: Lehrer dürfen nicht mehr durchgreifen, die Polizei muss sich ständig rechtfertigen. Die Hälfte der Ehen wird geschieden, weil sich Eltern nicht darüber im klaren sind, was "Bund fürs Leben" bedeutet oder weil sie schlicht zu selbstbezogen und egoistisch sind und falsche Prioritäten setzen. 
Ich glaube nicht, dass es noch lange dauert, bis wir hier in Deutschland ähnliche Verhältnisse haben wie in England. Das Potenzial an verwahrlosten Menschen ist da. Um sich davon zu überzeugen muss man lediglich, wie ich bereits im letzten Eintrag geschrieben habe, ans Kottbusser Tor nach Berlin gehen oder nach Stuttgart Bad Cannstatt.
 
 








Sonntag, 7. August 2011

THOMAS HELMER IM DOPPELPASS - JESUS, WARUM TUST DU MIR DAS AN?

Ach, Fußballer und was sie nach ihrer Profi-Laufbahn machen.

Thomas Helmer ist das beste Beispiel. Da sitzt er im "Doppelpass", sein Goatee fein zurecht getrimmt (warum sich manche Männer standhaft für diese furchtbare Art des Bartes entscheiden ist mir immer noch nicht klar), sein Anzug sitzt, er hat Gel im Haar (Tip für alle Männer über 25: macht kein Gel ins Haar, sieht scheiße aus!).
Helmer redet Nonsense, macht einen auf verschwitzte Männerfreundschaft mit Wontorra, vermutlich in Reminiszenz an Udo Lattek, dessen Platz linksaußen er nun eingenommen hat.
Das ständige Kokettieren mit seiner Vergangenheit ("den hätte ich früher abgegrätscht", "wir waren damals so blind, ne, Markus?" [Babbel, Anm.d.Autors]) tut sein Übriges. Helmer ist nicht nur gekünstelt und geleckt, er gibt einfach generell wenig her. 
Dann sitzt da noch der Milchbubi von der "Bild am Sonntag" - sein Name ist mir nicht bekannt und auch egal. Thomas Hermann muss man nicht kommentieren, er nervt schon seit den ersten Tagen von "ran" in den frühen Neunzigern.
Ist das alles, was der "Doppelpass" in dieser Saison zu bieten hat? Ich hoffe, es gibt eine starke Ersatzbank!
PS: Manch einer wird sich an die Fremdscham-Aktion erinnern, als Thomas Helmer - natürlich mit laufenden TV-Kameras - seiner hohlen Friseusenfrau einen öffentlichen Heiratsantrag machte. Schon damals war klar, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Aber er ist ja ein netter Schwiegersohn, von daher wird er von den Massen geliebt.
 

Montag, 1. August 2011

OBAMAS NIEDERLAGE

Obama ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Im November 2008, vor bald drei Jahren, hatte er seinen Zenit erreicht, das wird jeden Tag klarer. Von da an begann seine Strahlkraft monatlich, dann wöchentlich, mittlerweile beinahe täglich stark zu schwinden.
Wenn aber ein amerikanischer Präsident seinen Zenit erreicht, bevor er überhaupt das Amt angetreten hat, stimmt etwas nicht, und all diejenigen, die ihn von Anfang an für einen schwachen Präsidenten gehalten haben, dürfen sich jetzt bestätigt sehen.
Das Ende des Schuldenstreits ist eine bittere Niederlage für den Mann aus Hawaii. Er hat sich von der fanatischen Rechten einmal mehr erpressen lassen. Die moderaten Republikaner, die schon längst vor der Tea-Party-Bewegung eingeknickt sind, konnten sowieso nichts ausrichten. Und die Demokraten hatten von Anfang an verpasst, ein klares Angebot auf den Tisch zu legen. Hätte Obama schon früh gefordert, den Spitzensteuersatz zu erhöhen, Steuerschlupflöcher zu stopfen, Ausgaben fürs Militär zu streichen, wäre der "Kompromiss" sicher anders ausgefallen. Dieser "Kompromiss" jedoch ist keiner. Er ist ein Triumph für das rechte, idiotische Spektrum der Republikaner, der Tea-Baggers, die sich aus religiösen Spinnern, dogmatischen Nichtswissern und ungebildeten Rassisten rekrutieren und deren politisches Wissen sich darin erschöpft, niedrige Steuern und geringe Staatsausgaben zu fordern.
Erpresst wird die Rechte Amerikas seit mindestens einem Jahrzehnt von einem Mann namens Grover Norquist und dessen Organisation "Americans for Tax Reform", einer ungemein einflussreichen Lobbyorganisation, die republikanische Kongressabgeordnete seit Mitte der Neunzigerjahre dazu überredet, eine Petition zu unterzeichnen, die eine Erhöhung der Steuern kategorisch ausschließt. Dieser Mann ist neben der Tea Party die entscheidende Größe, der die Marionetten im Kongress tanzen lässt. Sein Einfluss kann nicht groß genug eingeschätzt werden. Mögen rationale Argumente auch noch so dringend für den Anschub der Konjunktur durch öffentliche Ausgaben sprechen, wie auch Paul Krugman immer wieder betont: Die reagenesken Dogmen der niedrigen Steuern, der Deregulierung und der Kürzung der öffentlichen Ausgaben hält die Republikaner gefangen und verbietet jede vernünftige Auseinandersetzung mit der aktuellen ökonomischen Situation.
Obama jedenfalls hat sich einmal mehr nicht durchgesetzt. Zweieinhalb Jahre ist er nun im Amt, und auch gemäßigte Demokraten wenden sich langsam von ihm ab, von progressiven und Linken ganz zu schweigen. Steuern werden nun nicht erhöht. Die absolute Mindestforderung, wenigstens Steuerschlupflöcher für Superreiche zu stopfen: nicht erfüllt. Obama ist bereits jetzt, ein gutes Jahr vor der Wahl, eine "lame duck". Er wird nichts mehr durchsetzen. Er kann nur hoffen, dass die Wirtschaft wieder von allein anspringt. Dazu wird es aber vermutlich nicht kommen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,2%, Tendenz steigend. Das Wachstum ist verheerend, die Konjunktur bräuchte, wie gesagt, dringend Anschub von der Regierung. Dies ist aber mit dem Kongress nicht zu machen, der öffentliche Ausgaben lieber weiter gesenkt sehen will.
Die Unfähigkeit der amerikanischen "Spitzenpolitiker" ist meiner Meinung nach ähnlichen Ursachen geschuldet wie die allgemeine Verblödung des amerikanischen Durchschnittsbürgers: Lehrer und Politiker sind erbärmlich bezahlt. Für College-Abgänger ist es reizvoll, in die Finanzindustrie zu wechseln, an die Wall Street, oder aber ins Management eines Konzerns. Niemand will in die Politik, niemand ins Bildungswesen: Als Lehrer braucht man oft einen Zweitjob, um über die Runden zu kommen.
Daran leidet die politische Kultur: wenn Frauen wie Michele Bachmann und Sarah Palin zu Spitzenpolitikern werden können, reflektiert das einerseits die Gesellschaft allgemein mit ihrer religiösen Verblödung, andererseits auch ganz entschieden das Bildungssystem, dem es an qualitativ hochwertigem Personal genauso mangelt wie an Geld.
Obama hat seine erste Amtsperiode jetzt schon vertan. Wenn er Glück hat und aus dem republikanischen Lager nicht noch ein Messias emporsteigt, wird er 2012 noch einmal gewählt werden. Allerdings sollte er sein Verhalten ändern und zumindest in Sachen Entscheidungsfindung seinen Vorgänger Bush nachahmen: der kümmerte sich nicht darum, Demokraten mit ins Boot zu holen und spielte nicht den großen, versöhnenden Moderator. Er traf Entscheidungen, die vielen nicht passten, doch er setzte sie gegen Widerstände durch und stand dazu. Das machte ihn zu einem gehassten Mann bei den einen, doch er wollte nicht geliebt werden. Genau das ist Obamas Problem: er will um sein Leben keine unpopulären Entscheidungen treffen und will von jedem geliebt werden, auch von seinen Gegnern. Das wird aber nie klappen. Wenn er das irgendwann versteht, besteht Hoffnung auf Besserung.