Dienstag, 10. Januar 2012

Klatsch&Tratsch, Werbefilme und YouTube-Clips: Das "MoMa"-Niveau im freien Fall

Heute morgen stelle ich mir eine einfache Frage:

Warum fliegt ein Journalist des "MoMa" (Jochen Breyer) samt Kameramann mit dem FC Bayern München ins Trainingslager nach Katar (und später noch weiter nach Indien)?
Wo, genau, liegt hier der Informationswert für den Zuschauer?
Und wie rechtfertigt man die paar Tausend Euro, die hierbei versenkt werden? 

Das hauseigene FC Bayern-TV hätte den Film nicht besser drehen können: Schöne, sonnige Bilder aus dem fernen Indien, gut gelaunte Bayern-Stars, die sich freundlich-witzelnd mit den einheimischen Journalisten unterhalten. Ein Werbefilm, nicht mehr und nicht weniger. Bezahlt vom Steuerzahler.


Was folgte, war ein weiterer Werbefilm über die härteste Rallye der Welt (Dakar). Schnelle, actionreiche Hochglanzbilder, einzig gestört von der in schwarzweiß getauchten Meldung, ein argentinischer Motorradfahrer habe dabei bereits an Tag 1 mit seinem Leben bezahlt. Ein weiterer polierter Werbefilm à la "MoMa", wo man doch eigentlich nur solide Sportinformationen erwartet hatte.


Eine halbe Stunde später geht es dann weiter: unsere Außendienstlerin der Firma "HEAD", Maria Höfl-Riesch, stapft durch den Schnee und führt wieder ihre weiß-schwarzen Skier mit dem fetten Schriftzug vor (siehe Blogeintrag gestern). Was als Tipps für Skifahrer vom Profi getarnt daherkommt, ist in Wirklichkeit eine plumpe, einseitige Werbeveranstaltung für einen niederländischen Sportartikelhersteller.


Während in Syrien vermutlich wieder Menschen erschossen werden, sich die politische Lage dort dramatisch zuspitzt, Europa am Rande eines Finanzkollaps steht und Christian Wulff ums Überleben kämpft, plaudert Journalist Jobatey im Anschluss mit der Online-Reporterin des ZDF. Ihr Job besteht daraus, im Internet zu surfen, willkürlich irgendwelche YouTube-Clips aufzuspüren (z.B. einen achthändig auf der Gitarre eingespielten Charthit) und diese dann den Moderatoren zu präsentieren - damit man was zu lachen hat.

Ach so: danach natürlich ein Bericht über die eineiigen Vierlinge aus Leipzig - das war natürlich zwingend.


Herzlich willkommen im "Morgenmagazin" 2012: einer niveaulosen Mischung aus Klatsch&Tratsch, als Reportagen getarnten Werbefilmchen und Journalisten, die vor YouTube-Clicks kichern. Wer das von einer Informationssendung erwartet, der kommt hier voll auf seine Kosten. 

Lesen Sie bitte hier, wie das "Morgenmagazin" schamlos Schleichwerbung betreibt!









1 Kommentar:

Dreyfus hat gesagt…

Nachtrag:
In der "Szene"(sic!) wurde gerade der neue, von allen seriösen Medien total verrissene neue Film von Nora Tschirner ("Offroad") beworben. Ja, beworben!
Einleitend meinte Jobatey, Nora Tschirner, die "Berlinerin", sprich der Stadtmensch, verkörpere das Landei "gigantisch" (seine Wortwahl). Dazu kein weiterer Kommentar.