Montag, 9. Januar 2012

Niggemeier, Hitchens, Sullivan & Cockburn

Vom Glück, "Bild" zu sein erzählt Stefan Niggemeier heute in seinem Blog. Der Eintrag konzentriert sich auf die Frage, welche Rolle die "Bild-Zeitung" in der Wulff-Affäre gespielt hat - und in welcher sie sich, vertreten vom Clown Nikolaus Blome, selbst gerne sieht.

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In Peter Hitchens' Blog geht es heute unter anderem um die Frage, warum Schottland Teil Großbritanniens bleiben sollte (seiner Meinung nach sollte es dies, wie nicht anders zu erwarten war). Die Schotten überlegen sich scheinbar tatsächlich, ob sie dem Euro beitreten sollten. Hitchens ist einer der bekanntesten britischen Euro-Skeptiker. Seine Argumentation ist oft polemisch, immer aber interessant, wohlüberlegt und klar formuliert. Seinen Argwohn gegenüber den grey bureaucrats in Brussels muss man als Deutscher unbedingt teilen, auch (oder vor allem) wenn man die EU als Ganzes eigentlich begrüßt. Hitchens ist unparteiisch (im Wortsinn), hasst David Cameron ("a cynical career-politician") und die Einführung des Meter-Maßes als Ersatz für Inches (er ist ein großartiger konservativer Patriot).

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In Andrew Sullivans "Dish" ging es heute unter anderem um republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und seine Vorliebe für Schwule, wenn's ihm gerade in den Kram passt. Romney wurde zum Thema gleichgeschlechtliche Beziehungen befragt. Angeblich hatte er 1994 einem Schwulenmagazin ein Interview gegeben, in dem er sich bereit erklärte, mehr für die Gleichstellung von Homosexuellen und gegen deren Diskriminierung tun zu wollen. In der Debatte letzte Woche wurde Romney darauf angesprochen und gefragt, wann er seitdem denn dieses Versprechen eingelöst und für Homosexuelle eingestanden sei: "Jetzt", entgegnete dann der mormonische Wendehals. Eins muss man ihm dabei lassen: das war wahrscheinlich sogar eine ehrliche Antwort.

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Alexander Cockburn ist einer der interessantesten amerikanischen Journalisten (eigentlich ist er Brite). Im Online-Archiv von CSPAN bin ich auf das Programm In Depth gestoßen. Volle drei Stunden ohne Werbeunterbrechung werden Autoren hier interviewt, zu allem was ihre Person und ihre Ansichten betrifft. Cockburn ist belesen, radikal, hat klare Meinungen und äußert diese eloquent und mit Nachdruck. Hier ist das erwähnte Interview.




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