Freitag, 13. Januar 2012




Laut Spiegel Online gab es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut Proteste vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Grund: Der Südflügel soll bald abgerissen werden.

Angeblich fanden sich rund 600 Demonstranten gegen 1.00 Uhr nachts ein. Was sagt man dazu?

Zwei Dinge. Erstens: Respekt für die Ausdauer. Und das meine ich nur halbironisch. Respekt auch dafür, sich im Januar (einem milden zwar, aber trotzdem) tief in der Nacht für einen Bahnhof einzusetzen, dessen Stillegung letztlich eben demokratisch legitimiert ist und von dem man mittlerweile weiß, dass er sicher teilweise abgerissen wird.


Zweitens: Mitleid mit einem grotesken Maß an Verbohrtheit. Mal ehrlich: war die Volksabstimmung nicht ausreichend, um auch die letzten Besserwisser davon zu überzeugen? Leider scheint die Antwort darauf "nein" zu sein. Zwar sind die Demonstranten auf einen traurigen Rest von 600 Leuten dezimiert worden. Aber 600 Menschen haben tatsächlich nicht verstanden, was ein demokratischer Beschluss ist.


Die 40€-Wegtragegebühr scheint aber ihren Effekt nicht verfehlt zu haben: die Proteste sind offensichtlich friedlich verlaufen. Immerhin. Für diese Entscheidung muss man Winnie Kretschmann loben. Sie war klug und zutiefst schwäbisch. Das Wegtragegeld nämlich war den meisten Protestlern dann wohl doch zu teuer. Da sind sie lieber vorher aufgestanden und weggegangen.


War dies das letzte Kapitel im "Kontra-Stuttgart 21"-Roman? Ich wage es zu bezweifeln. Dieses Buch ist noch ein work in progress, und sein Nachwort wird lang werden.

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