Donnerstag, 16. Februar 2012

Thomas Helmer: Geschmack ist halt nicht käuflich

Heute will ich mich mit Thomas Helmer beschäftigen. Seine bandagierten Knie im EM-Finale '96 sind mir noch in leuchtender Erinnerung, und ich bin Helmer für seine Leistungen damals naturgemäß für immer und ewig dankbar. 

Doch auch Helmer hat nun mal ein Leben nach der Profikarriere, und das lebt er bedauerlicherweise in der Öffentlichkeit aus, zum Teil zumindest. Eine richtige Aufgabe scheint ihm zu fehlen; man sieht ihn daher ab und zu in Sport1, wo er die Spieltagsanalyse moderiert und ab und zu im Doppelpass den Stichwortgeber für Wonti mimt. Diese Rolle allerdings wird ihm meiner Meinung nach mittelfristig von Mario Basler abgenommen, da dieser einem Stammtischler im eigentlichen Sinn des Wortes natürlich näher kommt als der immer korrekte, beflissene Abiturient Helmer. Aber das nur am Rande.

Mein Hauptaugenmerkt lege ich auf Helmers Mode"geschmack", der mir übel aufstößt. Nicht erst seit Dieter Bohlen wissen wir ja, dass man sich keinen Geschmack kaufen kann, egal wie viel Geld man auf dem Konto hat: Bohlens bunte Camp David-Poloshirts sind das Markenzeichen geworden für stillose Prolls mit Geld, oder für solche die gern viel Geld hätten.

Läuft man z.B. durch die Herren-Abteilung von Peek&Cloppenburg, fallen einem unvermeidlich Polo-Shirts der Marken Polo Ralph Lauren, La Martina oder eben besagtem Camp David ins Auge. Es wimmelt geradezu davon. Es eint sie ein meist weißer Kragen, bunte Querstreifen (z.B. türkis und gelb) und ein unübersehbarer, riesiger Brustaufdruck, meist das Markenzeichen präsentierend. Oft kommen dann noch weitere aufgenähte Kleinigkeiten hinzu, etwa eine Zahl auf dem Ärmel, oder wenn's ganz wüst wird, eine große Zahl auf dem Rücken.

Man sollte eigentlich meinen, diese Shirts sind pubertären Mallorca-Touristen eigen, doch in der Herren-Abteilung treiben sich meist Männer zwischen 35 und 55 herum, die wohl ihr dröges Leben in der Midlife-Crisis mit nichts originellerem aufzuwerten wissen als mit eben besagten Polo-Shirts: Leute wie Dieter Bohlen eben, die mit ihrem Alter nicht klarkommen und einen auf jung machen. Leute wie Thomas Helmer.


Hier zum Beispiel trägt Helmer ein Hemd, das den Polo-Shirts eigentlich in allem gleicht, außer, dass es eben ein Hemd ist. Immerhin ist es wenigstens einfarbig.









Zum Thema Midlife-Crisis passt auch dieses Bild Helmers, das bei einem nicht weiter bekannten Event gemacht wurde (vermutlich ein D-Promi-Event der Münchner Schickeria). Zwar trägt Helmer hier ein schlichtes schwarzes Hemd - immerhin!

Aber, Jesus, die Hose!!! Wieder springt mich Dieter Bohlen aus dem Hinterkopf an und lacht sein lautes Mallorca-Lachen. Was hat er sich bei der Hose gedacht?


Erstens sind zerrissene Hosen - wenn überhaupt - nur etwas für Frauen, genau genommen nur etwas für Frauen wie die Katzenberger und Jessica Simpson. Nix für Männer, nein nein. Und wenn schon, dann für Männer U25. Nichts für Helmers über 35!







A propos junge Männer: die dürfen sich, meiner bescheidenen Meinung nach, auch gerne die Haare gelen, zumindest so. Machen 15-jährige ja öfter, sich die Haare vorne so zusammenzuschieben. Habe ich mit 15 auch gemacht. Auch noch, etwas verschämt, mit 24.
Ab 30 sollte man sich seine Haare aber nur noch dezent gelen, wenn überhaupt. Warum? Zum Beispiel, damit man nicht aussieht wie 15!





Andererseits: wenn DAS die Alternative zur Gelerei ist, dann doch bitte extra strong nachgelen und schön hochschieben - immer noch besser als diese Plattfrisur, für die sich Helmer wohl stundenlang und unter unvorstellbaren Schmerzen einen Kochtopf auf die Birne gepresst hat. Und wieder gegelt! Dazu noch dieser - na was eigentlich - Bart? Was auch immer sich da um seine schmalen Lippen legt: weg damit, oder richtig wachsen lassen. Die Trimmerei ist wie gesagt etwas für Özgur, Turgut und Kemal aus der Berufsschule. Nichts für gestandene Männer. Nur so als Tipp!







































Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich kann mich nicht gegen ein Grinsen wehren das sich auf mein Gesicht zaubert. Ich bin selbst im Textilbereich tätig (Jeans9 und muss mir jeden Tag Fragen von 40 järigen Maurern, Bauern, Elektrikern usw anhören nach "Jeans mit dicken Nähten" oder "Hemden mit so schönen Ptints" (womit auch nur fünf Typos übereinander gemeint sind)

Nichts gegen besagte Berufsgruppen, aber manchmal ist weniger eben doch mehr und Camp David ist nicht modern, sondern wie hier beschrieben, etwas für möchtegern Reiche und Menschen die sich ihr Alter nicht eingestehen wollen. Es macht auch vor Frauen nicht Halt. Ich leiste weiter aufklärungsarbeit am Menschen vor Ort.

Danke für den Artikel. Ich konnte schön lachen :D

Tilman hat gesagt…

Man muss ja nicht mal bestimmte Berufsgruppen nennen.
Man kann sich stattdessen einfach darauf einigen: Camp David o.ä. tragen Proleten, es ist Proleten-Mode geworden (genau so LaMartina, Polo Ralph Lauren usw.)

Die interessante Frage ist ja, warum gerade diese Marken die Prollo-Mode der späten Nuller- frühen Zehnerjahre geworden sind. Meine Theorie lautet, dass Dieter Bohlen damit bei "Deutschland such den Superstar" angefangen hat. Da Proleten naturgemäß auf Dieter Bohlen stehen und sein wollen wie er (man könnte auch sagen: Dieter Bohlen IST einer von ihnen, nur mit mehr Geld), wollen sie sich auch so anziehen wie ihr Held. Also wäre dieser Trend einzig aus Nachahmer-Gründen zu erklären.

Warum Bohlen sich damals für diese Art von Mode entschieden hat, liegt auf der Hand: er dachte, wie viele Proleten, dass "schön bunt und auffällig" einem guten Modegeschmack entspricht.

Bei Thomas Helmer, der ja angeblich ein Abitur mit 1,8 abgelegt haben soll, erkläre ich mir seinen Absturz ins modische Proletariat damit, dass er unter dem Einfluss seiner Frau steht, was vielleicht ein wenig sexistisch ist, da ja auch Helmer durchaus selbst für seinen schlechten Geschmack verantwortlich zeichnen könnte. Trotzdem haben vor allem Frauen von Promis oft das Bedürfnis, ihre Männer "umzukrempeln". Was dabei rauskommt, kann man beim mittlerweile bemitleidenswert aufgeschwemmten Boris Becker betrachten.

Anonym hat gesagt…

Einer der dümmsten Kommentare über Camp David die ich je gelesen habe. Ist ja völlig logisch dass Thomas Helmer die tausenden Euros gerne nimmt damit er die Marke präsentiert, was daran ist denn so schwer zu verstehen??? Und die marke steht einem Dieter Bohlen sehr gut, die modernste Marke und coolste seit Jahren. Es ist ja auch völlig normal dass die Marke nicht jedem gefallen kann, über den Geschmack lässt sich ja streiten, aber das sollte ja ein halbwegs intelligenter Mensch wissen. Aber das bist du anscheinend nicht, also lästere weiter in deinen 4 Wänden!

T.Baur hat gesagt…

Oh je.

Trägt Helmer die Proletenmode jetzt, weil sie ihm gefällt, oder weil er "tausende Euros" dafür bekommt? Es wäre sinnvoll, wenn Sie sich vor dem Kommentieren überlegen, was Sie eigentlich sagen wollen.

Wenn Helmer "Camp David" trägt, weil es ihm gefällt, zeigt dies nun mal seinen unterirdischen Modegeschmack, über den man manchmal - sorry - nicht streiten kann.

Trägt er die Sachen nur aus monetären Beweggründen, obwohl sie ihm nicht gefallen, muss man sich schon fragen, ob man als Multimillionär wirklich auf jeden noch so kleinen Sponsor angewiesen ist. Im Falle Helmers sollte man meinen, er habe genug Geld.

Zum Thema "Camp David" sei die "coolste Marke seit Jahren": Sie scheinen dieses baumwollbasierte Abfallprodukt wohl selbst zu tragen, was auch Ihren wutentbrannten, chaotischen Kommentar erklärt.

Aber seien Sie beruhigt: wenn das Sprichwort stimmt, dass guter Geschmack einsam macht, dürfen Sie sich mit "Camp David" und Konsorten immer größter Gesellschaft erfreuen.

Anonym hat gesagt…

ich arbeite für clinton was Sie bestimmt weissen die modemarke camp david und soccx entwerfen und herrschellen. ich selbst bin noch ziemlich jung und bin der meinung das man nicht dieter bohlen als PR heatte nehmen dürfen. jüngere und bekanntere promis heatten bestimmt bei vielen nicht den alte meanner mode eindruck hinterlassen. diese marke ist sehr leassig und auch sehr modisch. momentan wird camp david noch von vielen kritisiert also eher gesagt von leuten wie ihnen, aber sie ist auch heiss begehrt bei JUNGEN leuten. in ein zwei jahren wird das jeder tragen und selbst Sie, da bin ich mir ziemlich sicher. über mode kann man nicht streiten denn das was der eine für mode healt, healt der andere für müll und das auch anders rum. alles was jetzt "mode" ist bzw. "voll im trend" war es vorher nicht und wurde auch kritisiert. mein ziel ist es nicht das was Sie sagen schlecht zu machen. ich möchte nur klarstellen das man das auch aus einer anderen sicht sehen sollte. ich fand es sehr interessant ihre sicht der dinge mal zu lesen.

schönen tag noch

T.Baur hat gesagt…

Danke für Ihre Meinung. Mir ist klar, dass die "Camp David"-Epidemie auch auf junge Generationen übergegriffen hat. Und wie Sie richtig sagen, ist Mode Geschmackssache - streiten kann man aber sehr wohl darüber.

Ich werde sicher NIE Mode von Camp David oder Polo Ralph Lauren kaufen, denn sie trifft nun mal nicht meinen Geschmack: Sie ist bunt, grell und proletenhaft. Es gibt klassische Kleidungsstücke, die erstens schöner sind und zweitens schnellebige Trends überdauern.

Ein dunkelblauer Cardigan oder ein graues T-Shirt mit V-Ausschnitt sind zeitlose Klassiker. Ein giftgrün-gelb-gestreifter Pullover mit weißem Kragen und einem Polospieler darauf ist weder zeitlos noch schön. Deshalb wird er nach spätestens einem Jahr stillschweigend in der Mottenkiste verschwinden und genau das Schicksal erleiden, das tausenden von Ed-Hardy-Shirts schon ereilt hat!

Anonym hat gesagt…

anscheinend kennen sie camp david wohl nicht. wenn sie sich die neue collection hamptons ansehen würden, wüden sie sehen das nicht alles grell und farbig ist. es gibt auch durchaus klassische modele. ed hardy war auch nur eine collection und mittlerweile gibt es auch andere collectionen die eben nicht mehr ed hardy heissen. wie gesagt ich möchte niemanden kritisieren aber wenn man keine ahnung von mode hat und was da so abgeht sollte man nicht über andere menschen oder deren geschmack urteilen. jedes jahr kommt eine andere collection raus und die menschen passen sich an.

T.Baur hat gesagt…

An diesem Punkt macht die Diskussion keinen Sinn mehr, da mein Standpunkt klar ist: "Camp David" halte ich für prollige, geschmacklose Mode für Herdentiere, Mitläufer und Konsumenten von Privatfernsehen. Sie denken darüber anders.

Zukünftig werde ich außerdem aus zeitlichen und nervlichen Gründen nur noch auf Kommentare eingehen, die einem Mindestmaß an orthografischen Standards gerecht werden.

Anonym hat gesagt…

camp david ist die beste mode und dieter bohle ist der beste sänger und musicker von deutschland

Adam hat gesagt…

So, "ein zwei Jahre" sind vorbei. Sieht immer noch beschissen aus.

Dass zerrissene Hosen nur was für Leute u25 sind tut mir aber weh. Dann muss ich dieses Jahr wohl meine Jeans aussortieren :'(