Freitag, 2. März 2012

Andrew Breitbart, Chef-Demagoge der amerikanischen Rechten, ist tot

Andrew Breitbart ist tot. In der Nacht zum 1.März starb der 43-jährige Publizist völlig überraschend in der Nähe seines Hauses in Los Angeles.

Breitbart war einer der größten Demagogen der USA. Er führte Krieg gegen die Mainstream-Medien, die seiner Meinung nach die politische Kultur Amerikas dominieren. Breitbart war unverwechselbar. Er schien süchtig nach Konfrontation, Rufschädigung und üble Nachrede waren für ihn nicht die letzte Zuflucht, sondern meistgebrauchte Waffe in seinem Feldzug gegen die amerikanische Linke.

Breitbart führte also einen Medienkrieg. Dabei wurde er immer paranoider und besessener: allein auf YouTube finden sich mindesten 10 Videos, die mit Handykamera aufgenommen wurden und auf denen sich ein hocherregter Andrew Breitbart lautstark mit irgend jemandem auseinadersetzt - Medienleuten, Politikern oder einfach Passanten, die ihm eine Frage stellen.

Die Tatsache, dass die politische Kultur in den USA so enorm gespalten ist, kann man direkt auf Akteure wie Breitbart zurückführen, die, bar jeglichen politischen Inhalts, ihre Kräfte einzig und allein auf die Schädigung des politischen Gegners mit allen Mitteln richteten - so schäbig diese auch sein mochten.

Da ich der Meinung bin, dass ein Text viel weniger über den Mann aussagen kann als ein Auftritt seiner selbst, verweise ich auf folgenden berüchtigten Auftritt Breitbarts wenige Wochen vor seinem Tod. Vor dem Hotel, in dem die CPAC (Conservative Political Action Committee) stattfand, bei der auch Breitbart anwesend war, hatten sich Teilnehmer der Occupy-Bewegung eingefunden, eine von Breitbarts meistgehassten Gruppierungen, die er regelmäßig mit Anfeindungen überzog. Breitbarts furioser, paranoider Auftritt war ein instant classic im Internet und ist eine hervorragende, auf 1 1/2 Minuten komprimierte Charakterstudie eines Manns, der seinen Verstand verloren hatte.


Zum Thema:
  1. "Andrew Breitbart - Die Wutmaschine" - sueddeutsche.de 
  2. David Frum: "Andrew Breitbart: 1969-2012"






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