Donnerstag, 1. März 2012

Frau GeDECK und Herr PaPIER

Heute will ich mich mich Hans-Jürgen Papier, ehemaligem Präsidenten des BVG, und Martina Gedeck, Schauspielerin, beschäftigen.

Auf den ersten Blick haben die beiden ja nichts gemein, auf den ersten Ton aber schon. Wenn man nämlich in den Nachrichten (Papier) bzw. den Kultur- oder Boulevardnachrichten (Gedeck) deren Namen hört, stellt man fest, dass diese falsch ausgesprochen werden. Bei Papier betont man irrigerweise die erste Silbe: Papier. Ebenso bei Gedeck: Gedeck. Das hat mich schon immer genervt. Es war so offensichtlich, dass die beiden nicht zu ihren Namen stehen und daher kraft Betonung des Namens von seiner Bedeutung ablenken wollten.

Und, ok, wer will schon Papier oder Gedeck heißen? Aber andererseits gibt's ja auch weitaus schlimmere Namen. Z.B. Herr Sack, Herr Kotz oder Herr Pimmel. Wobei bei Pimmel ja wenigstens noch die Papier-Gedeck-Option bestünde, den Namen auf der falschen Silbe zu betonen: Herr Pimmel. Zugegeben, von einem Herrn Pimmel habe ich noch nie gehört. 

Die entscheidende Frage ist wohl eher: warum gibt man sich dann nicht gleich einen Künstlernamen? Wäre das nicht viel einfacher und komfortabler, als ein deutsches Wort umzubetonen? Und wie lange muss Frau Gedeck , wie sie richtig heißt, wohl Überzeugungsarbeit geleistet haben, um sämtliche Journalisten dazu zu bringen, ihren Namen in ihrem Sinne falsch auszusprechen? Und was sagt es über Journalisten aus, dass sie dies dann auch noch dackelhaft taten?

 

 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

da fällt mir ein herr "kartje" ein, der wollte mit dem französischen "cartier" angesprochen werden mit hugenottischen begründung. auch nicht schlecht.

A.L.Dreyfus hat gesagt…

Zu dumm für diese Leute, dass sie nicht in Frankreich leben.
Dort hätte Herr Papier sich einfach ein ´ auf den Namen schummeln und Papiér heißen können.

Und Frau Gedeck Gédeck. Oder Gêdeck.