Samstag, 3. März 2012

Lieber Rowohlt-Verlag,

dein "Hochkaräter"-Aufkleber, der seit geraumer Zeit penetrant auf einigen Deiner Taschenbücher prangt, ist so ein typischer hilfloser Versuch eines Verlags, seine Absatzzahlen durch ein "Gütesiegel" zu steigern. 

Aber denkst Du wirklich, dass sich Deine Kunden von einem auch optisch so plump gestalteten Aufkleber in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen lassen? Nach dem Motto: "Eigentlich finde ich das Cover häßlich, die Story laut Text auf dem Buchrücken dröge, aber hier steht ja 'Hochkaräter' drauf, deshalb leg' ich doch gleich mal €9,95 für diesen rororo-Schmöker auf die Ladentheke!"?

Das Wort ist außerdem Dämlich. Wir reden nicht von Diamanten, sondern von Büchern. 

Und noch was: angenommen, ein Autor, der bei Dir angestellt ist, lieber Rowohlt-Verlag, und dessen Bücher nicht mit den "Hochkaräter"-Aufklebern zugekleistert werden: soll der sich Deiner Meinung nach darüber freuen, dass seine Bücher davon verschont geblieben sind? Oder soll er sich eher fragen, was Du von seinen Büchern eigentlich so hältst, da sie ja keine Hochkaräter sind? 

Bitte, Rowohlt-Verlag, lass den Quatsch. Die Idee war mies, die Ausführung noch schlechter. Reiß die Kleber ab und bleib bei deinen Leisten (bzw. beim Lektorat).  

1 Kommentar:

Andrea Kamphuis hat gesagt…

Danke. Mir sprang gerade so eine entsetzliche Hochkarärer-Anzeige in der "Zeit" ins Auge. Nachdem ich gestern die Veranstalter eines Buchpreises dafür kritisiert habe, dass sie ihre Jury als "hochkarätig" bezeichnen, statt die Namen und Viten für sich sprechen zu lassen, habe ich jetzt das Gefühl, dass Bling-Bling einfach Trend ist. Hoffentlich geht das schnell vorbei. Rowohlt hat es wirklich nicht nötig, einen auf neureich und geltungssüchtig zu machen.