Samstag, 5. Mai 2012

Der "Economist" pinkelt Hollande ans Bein - wie berechenbar!

Der ekelhafte Artikel, den man im Economist online lesen kann, bestätigt mich im Gefühl, dass Francois Hollande, sollte er morgen zum französischen Staatspräsidenten gewählt werden, der richtige Mann am richtigen Ort wäre.
Die völlig idiotische Sparpolitik Schäubles und Merkels in Deutschland, die den Griechen von der EUdSSR-Kommission auferlegten Spardiktate, die zur Verarmung weiter Teile der griechischen Bevölkerung führten, kurz: die in der Krise völlig verfehlte Sparpolitik, größtenteils aus Berlin diktiert, führten ja doch zur Verschlimmerung der Krise überhaupt.

Hollande dagegen setzt nicht auf diesen verfehlten Radikalsparkurs, sondern auf Wachstum. Da er sein ABC der Ökonomie gelernt hat, weiß er, das Wachstum durch Investitionen entsteht und in einer Rezession vom Staat stimuliert werden muss. Er scheint zudem zu wissen, dass man in Boomzeiten spart und Haushalte konsolidiert, während man in Krisenzeiten die öffentlichen Ausgaben erhöht oder zumindest deren Niveau beibehält. Und Hollande hat noch etwas verstanden: die Reichen bleiben auch in der Krise reich, der Mittelstand aber nicht. Deshalb will er den Spitzensteuersatz auf 75% anheben, ein Schritt, zu dem man ihm nur gratulieren kann. Umverteilung führt nämlich sehr wohl zu mehr Konsum und dadurch zur Stimulierung der Binnenwirtschaft, während die ungerechte Verteilung auf einige Wenige dazu führt, dass die Wohlhabenden auf ihrem Geld sitzen bleiben, es nicht investieren und so die Allgemeinheit nichts davon hat.

Hollandes Programm ist weitaus geeigneter, Frankreich und damit Europa aus der Krise zu führen als das Sarkozys. Dieser hatte ja dummerweise immer wieder das Deutschland des Hosenanzugs als Vorbild herbeizitiert, was zumindest in Wirtschaftsfragen ja nun wirklich daneben ist, zum Glück sehen die Franzosen dies scheinbar ähnlich. 

Dass die elitären Economist-Inzüchtler vom Magdalen-College alles und alle als dangerous und flawed abkanzeln, was nicht ihrem heiligen Tryptichon aus Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung entspricht, ist so vorhersehbar wie langweilig und, wie gesagt, eine Bestätigung der Bedeutung Hollandes im derzeitigen Wahlkampf. Denn das die politische Umsetzung dieser drei heiligen Werte die Weltwirtschaft in die Lage gebracht hat, in der sie sich heute befindet (Stichwort Housing Bubble 2007), bezweifelt schon lange niemand mehr.

Keine Kommentare: