Dienstag, 22. Mai 2012

Felicitas Hoppes fiktive Autobiografie - geht's noch ein bißchen weniger kokett?

"Die Hoppe". Wenn ich das schon höre. Klingt wie "der Loddar".

Mit der Büchner-Preisträgerin (!) Felicitas Hoppe musste ich mich letzte Woche aus praktischen Gründen beschäftigen, da ich ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter brauchte. Da die Hoppe gerade als frisch gebackene Büchner-Preisträgerin in aller Munde war, stöberte ich also ein bißchen nach ihren (offenbar kaum gelesenen) Büchern, die mich thematisch aber mal so was von überhaupt nicht ansprachen.

Vielleicht ist ja aber die Autorin sympathisch, dachte ich, und suchte nach Interviews, aus denen man ja vielleicht auch Rückschlüsse auf ihre Art zu schreiben ziehen könnte. Ich wurde fündig. Mit Denis Scheck unterhielt sich die Frau aus der Rattenfängerstadt Hameln unlängst. Die ungekürzte DLF-Version ist genauso im Internet abrufbar wie die kurze für die Sendung Druckfrisch.

Mein Eindruck: Hoppe ist eingebildet. Mal ehrlich: eine Autobiografie mit 51? Von einer Autorin, die, als sie das Buch schrieb, noch nicht einmal wusste, dass sie den Büchnerpreis erhält? 

Ja, ja, ich weiß: es ist keine wirkliche Autobiografie. Das macht die Sache ja sogar noch schlimmer: Hoppe erzählt in dem ganz bescheiden betitelten Buch Hoppe davon, wie ihr Leben hätte verlaufen können, wenn...Das kann man originell finden. Oder, wie in meinem Fall, eitel und kokett. Und etwas langweilig. Da gibt es im Interview mit Denis Scheck diese eine Stelle, die Frau Hoppe mir leider so unsympathisch gemacht hat wie nichts anderes. Hoppe spielt nämlich im Buch mit der Vorstellung, eine bekannte Musikerin zu sein. Und schiebt dann nach, dass sie sich das übrigens tatsächlich hätte vorstellen können.

Ach ja, Frau Hoppe? Sie sind also musikalisch hochbegabt? Oder doch nicht? Die nachgeschobene Relativierung, sie hätte nicht genug Talent gehabt, 99% Transpiration reichten nicht, wenn das 1% Inspiration fehlte, wirkt nach der ersten Bekräftigung auch nicht mehr ganz glaubhaft. Frau Hoppe denkt wohl buchstäblich in den höchsten Tönen von sich.

Vielleicht wäre sie als Musikerin tatsächlich besser gewesen als als Schriftstellerin, das kann ich nicht beurteilen. Ihr Gespräch mit Scheck und die thematische Auswahl ihrer Schriften, allen voran ihr Werk über sich selbst, Hoppe, jedoch versprühen eine etwas unangenehme Mischung aus selbstverliebter, blutleerer Verspieltheit.

Deshalb entschied ich mich beim Geschenkkauf doch lieber für Mörike. Von dem gibt's zum Glück keine Interviews mehr; sonst hätte ich mir das auch nochmal überlegen müssen. 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Anja Heyde, dass fleisch gewordene Grauen...wenn ich morgens sehe, wie die sich auf dem Moma Sofa im Rock räkelt wird mir speiübel.
Wer so dicke Sauerkrautstampfer hat, sollte grundsätzlich Rockverbot bekommen...zumindest im Tv.