Montag, 9. Dezember 2013

Ein postmoderner Etikettenschwindel: Die Verstümmelung Schillers auf dem Altar des Zeitgeists

Da ich gestern Abend in den zweifelhaften Genuss kam, Antú Romero Nunes' (mehr als freie) Interpretation von Schillers "Räubern" am Schauspiel in Stuttgart mitzuerleben, will ich hier ganz knapp einige Gedanken dazu abfassen. Zunächst würde ich jedem, der Sprache und Literatur, und vor allem die Sprache Schillers, schätzt, vom Besuch des Stückes abraten. Was hier in Stuttgart geboten wird, ist eine klamaukige Verstümmelung des Werks, eine auf mehreren Meta-Ebenen sich abspielende Veräppelung jeder Ernsthaftigkeit.

Von Schillers Text selbst bleibt allenfalls ein Bodensatz, ein Rumpf übrig. Das ist mir zu wenig. Als konservativer Theaterbesucher habe ich nämlich eine seltsame Angewohnheit: Wenn ich 30 Euro für Schiller bezahle, würde ich gern - und ich weiß, wie schrecklich naiv das ist - auch Schiller sehen. Ich will kein Stück von Armin Petras und schon gar keines von Antú Romero Nunes sehen. Wenn ein modernes, mit allerlei Fäkalinjurien und sich dem Zeitgeist anbiedernden Worthülsen ("Der Esel fickt sie alle" ~ Karl Moor) aufgeführt wird, sollte dies meiner Meinung nach eben auch so deklariert werden. Wurde es aber nicht. Es sollte Schiller gespielt werden - was man zu sehen und hören bekam, war aber nicht Schiller, sondern ein pseudo-intellektuelles, pseudo-selbstreflektiertes, schrecklick larmoyantes und selbstverliebtes Monologisieren in drei traurigen Akten. 

Paul Schröder alias Franz Moor (die erste Stunde), Aenne Schwarz alias Amalia (die zweite Stunde, bzw. etwas kürzer) und Paul Klammer alias Räuberhäuptling Karl Moor spielen jeweils separat alle Rollen gleichzeitig. Diese drei sind zwar ohne jeden Zweifel erstklassige Schauspieler. Vor allem Schröder ist virtuos - in welcher Geschwindigkeit und Leichtigkeit er in makellosem Schweizer Akzent einen hysterischen Kameraden Moors spielt, ist beeindruckend, genau so wie Klammers Bühnenpräsenz nicht zu verleugnen ist. Aenne Schwarz fiel hier etwas zurück - was aber auch an den wirren, völlig sinnfreien Texten liegt, die man ihr zugeschanzt hat. Der mittlere Part der Vorstellung ist somit auch der schwächste. 

Fürchterlich am Stück ist vor allem, wie versucht wird, sich dem jüngeren Publikum und dem Zeitgeist anzubiedern, gleichzeitig aber doch eine altertümliche, schillereske Sprache bemüht wird. Da wird einmal ein türkischer Halbstarker parodiert, der sich in den Schritt fasst, auf den Boden spuckt und kaum verständlich vor sich her brabbelt - im nächsten Moment wird "Wozu das itzt?" gefragt und im größten Schiller-Pathos von Abenteuern in den böhmischen Wäldern geschwärmt. Das alles passt nicht zusammen, ist mehr Parodie und Klamauk als echtes Theater, und gefällt mir überhaupt nicht.

Auch Paul Schröder tappt in diese Falle. Wobei mich gerade bei seiner Rolle interessiert hätte, wie viel er selbst bestimmen durfte. Alle drei Schauspieler jedenfalls scheitern letztlich daran, verschiedene Rollen gleichzeitig zu spielen. Gerade der zweifellos begnadete Schröder hüpft zeitweise so wirr und hysterisch auf der Bühne herum (einmal fällt er sogar mitsamt Stuhl von der Bühne!), dass man als Zuschauer völlig überfordert kapituliert - diesem Wirrstück ist zeitweise einfach nicht mehr zu folgen. Hier wäre weniger mehr gewesen.

An anderen Stellen aber wäre mehr mehr gewesen. Die Kulisse, Hergott! Was soll das? Achtzehntes Jahrhundert. Böhmische Wälder. Der alte Moor. Kostüme! Was hätte man daraus nicht alles machen können? Wie schön hätte man ein ruppiges, deftiges Saufgelage der Räuberbande inszenieren können. Doch nichts. Alles minimal und schrecklich modern. Der Zeitgeist ist auch ins Szenenbild gekrochen. Fantasielos und armselig muss sich der Zuschauer immer wieder selbst daran erinnern, in welcher Zeit und vor welchem Hintergrund das Stück eigentlich spielt. Wozu eigentlich die teuren Eintrittspreise, wenn nicht einmal ein anständiges Bühnenbild geboten wird. Ist das Ihre Art der Ironie, Herr Nunes?

Ich habe ein riesiges Problem vor allem mit der Rolle Michael Klammers, der Karl Moor spielt. In einer völlig verqueren Meta-Ebene spricht er das Publikum direkt an, nennt es "Eddy" (sic!). Warum? Er monologisiert eine geschlagene halbe Stunde über den Sinn des Lebens, des Theaterspielens. Darüber, wie man den Karl Moor überhaupt noch spielen kann, denn es habe ja alles schon gegeben. Die besten Schauspieler hätten diese Rolle ja schon in allen Varianten gespielt. Außerdem, so Karl Moor (bzw. Michael Klammer), habe er gerade keine Lust. Was die Zuschauer sowieso hier machten? Warum sie auf die abwegige Idee kämen, Schiller sehen zu wollen, fragt der Schauspieler? 

Diese Art der Kommunikation mit den Zuschauern sollte besonders intelligent sein, besonders provokativ und originell. Sie kam wohl auch - wie das Stück an sich - bei einem Großteil des Publikums ganz gut an. Bei mir nicht. Es war grauenhaft. Ich fragte mich tatsächlich, warum ich überhaupt ins Schauspiel gehe um mir Schiller anzusehen, wenn ich stattdessen ein niveauarmes Potpourri aus Michael Klammer vs. Romeo Nunes zu sehen bekomme. Dafür aber hatte ich nicht gezahlt. So streift der selbstdeklarierte "Pfau" Karl Moor eine ganze Weile auf der Bühne umher und belästigt den Zuschauer mit Trivialitäten auf der Meta-Ebene, parliert über den Maya-Kalender, den Sinn des Lebens, sein Glied - sogar Baywatch und Pamela Anderson werden zitiert. Nichts ist in diesem Stück niveaulos und ordinär genug, alles ist erlaubt. Das Motto dieser Inszenierung war ganz offensichtlich, das Erbe Schillers so tief wie möglich durch den Dreck zu ziehen.

Einen kleinen Überraschungseffekt hält die Aufführung gegen Ende dann aber doch noch bereit. Nachdem Karl Moor aufwieglerisch seine Schwüre von der Bühne herab skandiert, antwortet ihm unverhofft das Publikum: in diesem nämlich sitzen seit Beginn der Aufführung versprenkelt Schauspieler des Ensembles, die sich bis dahin wie ganz normale Zuschauer verhalten hatten. Dieser Effekt ist wirklich beeindruckend. Schließlich stürmen sie auf die Bühne. Das Heer der schwarz vermummten Räuberbande, das, nun etwa 30-köpfig, Moors Parolen anstimmt, ist beklemmend und hat Züge eines Massenaufmarsches der NSDAP. 

Effekte sind aber leider das einzige, was diese Inszenierung halbwegs rettet. Der begeisterte Applaus aus dem Publikum (es befanden sich viele Schulklassen im Auditorium) ist vieldeutig. Die Schauspieler haben ihn verdient. Sie haben die Rollen nicht geschrieben. Regisseur und Intendanz verdienen ein Konzert der Buh-Rufe. Der Hanswurst neben mir, der sich, weil er so originell und authentisch ist, sich die Strümpfe über die Hose gezogen hat, bricht in Begeisterungsstürme aus und pfeift mit den Fingern. Wahrscheinlich ein ganz großer Kenner. Da geht mir ein Licht auf: Das Stück wurde für halbgebildete Affen wie ihn geschrieben.

Heute muss man wahrscheinlich schon froh sein, wenn im Theater nicht alle nackernd rumlaufen und Hakenkreuze auf dem Bauch herumtragen. Das Autorentheater ist nun mal ein Elend, mit dem man sich als Konservativer, der Sprache und Literatur in ihrer Reinform liebt, auseinandersetzen muss. Schade nur, dass der Etikettenschwindel so massiv um sich greift und man nicht vorher weiß, man bekommt. Jeder sollte jedenfalls zumindest für diese Saison wissen, dass man im Stuttgarter Schauspiel nicht "Die Räuber" von Schiller sehen kann, sondern ein postmodernes, namen- und konturloses Stück von Antú Romero Nunes. 

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Claudia Roth und die Toten Hosen...

Wie die "Stuttgarter Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe am Dienstag berichtete, sammelten die "Toten Hosen" auf ihrer Tour 30.000 Unterschriften "gegen die Asylpolitik der EU". Diese Unterschriften übergaben sie dann der Bundestagsvizepräsidentin, die ja seit kurzem, wie allen bekannt sein sollte, Claudia Roth heißt (neben, glaube ich, fünf anderen hoch alimentierten "Vizes").

"Zusammen mit Vertretern der Hilfsorganisation Pro Asyl übergab die Band die Unterschriften an Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). Bundestag und Bundesregierung sollten sich in Europa für eine humane Asylpolitik einsetzen, forderte Pro Asyl."

Zum kurzen Bericht bei "StZ Online" gehört eine Bildergalerie, auf der Claudia Roth ganz Claudia Roth ist. Die Kleider stammen direkt vom Bazar: Einen knallroten Rollkragenpullover (zu eng) kombiniert sie mit einem Mantel in Schachbrettmuster. Über dem Rolli trägt sie eine Perlenkette. Das Kopftuch hat sie diesmal zu Haus gelassen, aber es geht ja auch diesmal nicht um eine Brandrede für eine multikulturelle Mekka-Gesellschaft, sondern lediglich um das Ansinnen einer in die Jahre gekommenen Punk-Band, mehr Flüchtlinge nach Deutschland zu holen, in ein Land also, das ja, wie jeder weiß, nicht sowieso bereits schon genug Probleme mit der Massenzuwanderung aus Osteuropa hat. 

Dass Frau Roth dieses Ansinnen goutiert, betrachte ich als gegeben, obwohl kein Statement darauf hinweist. Ihr in der Bildergalerie dokumentierter Blick lässt aber darauf schließen. Entschlossen blickt sie drein, etwas Bestürzung ist auch beigemischt, Bestürzung vermutlich über die schreiende Ungerechtigkeit, die den armen Menschen aus der Dritten Welt widerfährt, weil alle ja so kaltherzig und unsozial sind, außer natürlich ihr, Claudia Roth. Wie lange sie diesen Blick, diese in Mimik gegossene Betroffenheitsethik wohl einstudiert hat? Jahrzehntelang hatte sie Zeit dafür. 

Und es hat sich gelohnt. Sie ist die Rächerin der Entrechteten, die Vorkämpferin für ein tolles, offenes, tolerantes, multikulturelles Deutschland. Dafür hat sie gekämpft, die Claudia Roth, jahrzehntelang. Klar, sicher, immer hat sie dabei vom Staat gelebt. Auch jetzt. 12.000 Euro netto, aus Steuergeldern. Dafür, dass sie mit 5 anderen das Glöckchen im Bundestag läuten und Unterschriften von Punkbands entgegennehmen darf. Und immer betroffen dreinschauen, und entschlossen, und bewegt ob der heillosen Ungerechtigkeit in der Welt.

Andreas Frege, der sich offenbar auch im Alter von nunmehr 51 Jahren noch immer "Campino" nennt, blickt auch ganz betroffen drein. Auch ein bißchen zornig. Und entschlossen, und auch einen Tick beschämt. Ob das an der Anwesenheit Claudia Roths liegt? Ein bißchen peinlich dürfte ihm das schon sein. So wie es eigentlich jedem ein wenig peinlich sein müsste, neben ihr zu stehen. Auch mit 51 zieht sich Campino an, als sei er 18. Jeans, T-Shirt, Bomberjacke. Warum auch den Institutionen der Bundesrepublik Respekt zollen und einmal einen Anzug tragen? Andererseits trägt Roth ja Sachen vom Basar, also würde auch ein Anzug von der Savile Row neben diesem optischen Fauxpax nicht wirklich zur Geltung kommen.

Wo wohnen Claudia Roth und Andreas Frege eigentlich? Da sie beide reich sind - die eine über Jahrzehnte aus Steuergeldern bezahlt, der andere Schallplattenmillionär - bestimmt in guten Gegenden. Sicher nicht in Duisburg oder im Stuttgarter Hallschlag. Sicher auch nicht in der Keupstraße in Köln. Sie wohnen weitab von der Problematik, die sie hier thematisieren. Aber so verhält es sich nunmal mit Ideologen: nicht die Ideologie wird den Verhältnissen angepasst, sondern die Verhältnisse der Ideologie. Multikulti ist gut, sagt Frau Roth, und deshalb gibt es kein Einwanderungsproblem in Deutschland. Deshalb müssen noch mehr Flüchtlinge kommen. 

Würde Andreas Frege Flüchtlinge bei sich wohnen lassen? Zu Hause? Oder wenigstens in seiner Nachbarschaft, ganz unmittelbar? Oder reicht sein Gutmenschentum nur so weit, ein paar Unterschriften zu sammeln und eine betroffene Miene im Bundestag aufzusetzen? Kennt Frege die Probleme, die Menschen im Ruhrgebiet mit einseitiger Einwanderung Tag für Tag erfahren? Ist Claudia Roth schon einmal als "deutsche Hure" beschimpft worden, wie es deutschen Frauen in Berlin-Kreuzberg Tag für Tag passiert? 




Mittwoch, 4. Dezember 2013

Liebe Bettina Erasmy,

anlässlich des 50.Geburtstags des Romans "Frost" von Thomas Bernhard im Jahr 1963 durften Sie in der F.A.Z. von gestern, dem 3.Dezember 2013, eine Art Hommage auf den in den späten Achtziger Jahren verstorbenen österreichischen Autor verfassen. Wer auch immer bei der Frankfurter Allgemeinen dies veranlasst hat, wird wohl selbst mittlerweile gemerkt haben, dass dies eine eher mittelmäßige, vielleicht sogar eine ganz und gar falsche Entscheidung gewesen ist. Denn ihr Text über Bernhard wirkt nicht nur überheblich und blasiert. Es scheint vor allem so zu sein, dass Bernhard Ihnen nur als Folie dient, um sich in nicht sonderlich subtiler Manier selbst als Autorin zu profilieren.

Ganz besonders anstrengend aber fand ich ihre ständige Verwendung von Bernhards Namen mit einem vorgestellten bestimmten Artikel: 
"...und wenn das so ist, dass der Thomas Bernhard auch durch das Ich spricht..."
 "Natürlich könnte so einen Satz auch der Thomas Bernhard selbst sagen...."
 "Überhaupt glaube ich, ist der Thomas Bernhard vor allem der Maler..."
"und man doch weiß, dass der Thomas Bernhard sich in Weng gut auskannte..."
"Natürlich weiß man, dass man die Dramen und die Prosa von dem Thomas Bernhard nicht allzu biografisch lesen soll..."
"Und weil der Thomas Bernhard ein eifriger Geher war..."

Dies sind nur ein paar Beispiele, und sie stammen alle aus den ersten zweieinhalb Absätzen des Artikels, der insgesamt 19 Absätze zählt. Man wird also permanent mit diesem seltsamen Stilmittel von Ihnen, Frau Erasmy, gequält. Wie Sie in ihrem ganzen Artikel nicht aufhören zu betonen, verstehen Sie Bernhard und seine Literatur ja ganz besonders gut. Das habe ich zur Kenntnis genommen. Das war Ihre Botschaft. Aber warum sprechen Sie andauernd von "dem Thomas Bernhard"?

Ist der Autor ein Kind? Sind Sie ein Kind? Finden Sie ihn lächerlich? Zum Lachen? Doof? Kauzig? Denn genau dies bewirkt dieses Stilmittel beim Leser. Fühlen Sie sich Bernhard überlegen? Denken Sie, in einem Anfall von größenwahnsinniger Selbstverkennung, Ihre Prosa könnte sich auch nur eine Zeile lang mit der Bernhards messen? Was genau berechtigt sie dazu, von "dem Thomas Bernhard" zu schreiben, und das nicht einmal, sondern, auf den ganzen Artikel bezogen, wohl mehr als fünfzig Mal? Finden Sie sich äußerst intelligent und witzig? Soll Ihr Artikel über einen der größten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts uns augenzwinkernd vermitteln, dass man ihn nicht ganz ernst nehmen darf? 

Ein Leser äußert sich zu Robert Betz...

...genauer gesagt zum Artikel "Vom Bebbe und den Herzerln", der im Juni in diesem Blog als anonymer Gastbeitrag erschienen war.


"Amen.

Oder anders gesagt: GENAU DAS zeichnet unsere politsche Beinfreiheit im Gegensatz zur DDR (denn auf die spielen Sie ja wohl an) aus, dass ich nicht jedem opferdiskriminierenden Glücks-Pathos anhängen muss, der noch dazu die Anlage zum neofaschistoiden Schwelstoff in sich trägt. Diese neue Art von zur Schau getragener, sektiererischer Gefolgsdemut widert mich an. Weil sie im Kern aus Gleichgültigkeit, Meinungslosigkeit, Desinteresse und Feigheit vor der eigenen Stimme besteht und glasklar nicht aus "Toleranz". Sie beobachten bei Betz Gruppendruck im ganz großen Stil um einen Kaiser, dessen neue Kleider noch niemand benannt hat.

Kurz und knapp: Das Einzige, was sich in diesem Massenphänomen spiegelt, ist, dass sich die Deutschen brav wieder so verhalten, wie sie es schon einmal bei einem Führer getan haben."

Donnerstag, 28. November 2013

Robert Betz: Fortsetzung des Dialogs mit einem kritischen Leser dieses Blogs

Hier setze ich das Streitgespräch mit einem anonymen Leser meines Blogs fort. Es freut mich, dass es - zumal unter den anonym kommentierenden - Lesern auch solche zu geben scheint, die zivilisierte Umgangsformen schätzen. Leider kann man dies von den meisten nicht behaupten. Seine Kommentare sind wieder kursiv geschrieben und mit einem Stern (*) versehen.

*Erstmal vielen Dank, für die nette Unterhaltung, sie bereichert seit zwei Tagen meinen morgendlichen Kaffee.
Sie haben recht, ich habe evtl. vergessen, dass es sich hier um einen privaten Blog handelt und keine Tagespresse und IHren Aussagen dementsprechend zuviel beigemessen.
Deswegen möchte ich auch nur auf einzelnes eingehen.
 

1. Mit meiner frage meinte ich eigentlich, ob derjenige, der IHnen das buch geschenkt hat, vielleicht der Meinung war, sie sollten sich in Ihren Beziehungen anders verhalten?

Ihre Suggestivfrage hatte ich durchaus verstanden, und habe sie absichtlich nicht so beantwortet, wie Sie es wollten. Da Sie netterweise jetzt aber explizit schreiben, worauf ihre Frage eigentlich abzielte, kann ich ihnen gerne sagen, dass ich nicht weiß, ob es eine versteckte Absicht gab, mir dieses Buch zu schenken. Es kann sein, es kann aber auch nicht sein.

*2. Robert Betz sagt nicht, dass man seine Krankheiten "verschuldet", sondern, dass unterdrückte negative Gefühle, die Ursache für die meisten Krankheiten sind, also kranke Psyche = kranker Körper! Das hat nichts mit Schuld zu tun, in dem Sinne, dass der Mensch das absichtlich verursacht hat.


Ich denke doch sehr wohl, dass es mit Schuld zu tun hat. Denn zur Krankheit haben ganz offensichtlich Gedanken geführt, die im Betz-Universum als "falsch" gelten, nämlich destruktive Gedanken oder solche der Trauer und Hoffnungslosigkeit. Hätte man, so Betzens irrsinnige Vorstellung, diese Gedanken vorher mit Gedanken der "Liebe" ersetzt, wäre die Krankheit nicht entstanden. Ergo wäre, beispielsweise, auch ein Tumor nicht entstanden. Dafür gibt es aber keine wissenschaftlichen Beweise, es ist eine reine Behauptung seitens Betz. Das halte ich für, gelinde gesagt, verantwortungslos.
Würde man ehrlich sein, müsste man sagen: Ein Tumor oder eine andere schwere Krankheit kann unabhängig von Ihrer Gedankenwelt entstehen. Man kann jahrzehntelang überwiegend depressive Gedanken und Gefühle hegen und körperlich völlig gesund sein. Ebenso kann Optimisten und psychisch kerngesunde Menschen der Schicksalsschlag einer schweren Krankheit ereilen. Wenn man so denkt, macht das die Krankheit zwar nicht besser. Es sorgt aber sicherlich dafür, dass man sich keine Schuldgefühle einredet, die besagen, hätte man anders gedacht, könnte man heute gesund sein. 

Betz ist also mit anderen Worten eine krude Variante der Gedankenpolizei, die zwischen "richtigen" und "falschen" Gedanken unterscheidet - eine Philosophie, die ich persönlich ablehne.

*3.Robert Betz behauptet ja, dass Menschen nur tun sollten was sie lieben, also was sie wollen und fragt dann auch, wie man denkt, dass die Welt dann aussehen würde. Weiter behauptet er, die Gedanken eines Menschen über diesen Zustand der Welt wären ein guter Spiegel, für seinen unbewussten inneren Zustand. Ich finde das sehr interessant.


Was glauben Sie denn, wie die Welt aussehen würde, wenn alle das täten, was sie wollen, bzw. was sie lieben? Und ist das immer dasselbe? Wohl eher nicht. Manche würde gerne ihren Chef umbringen. Das wäre sicherlich kein Akt der Liebe, sondern einer des Hasses. Wollen tun sie es aber trotzdem. Also sind Dinge, die wir tun wollen und Dinge die wir lieben schon mal zwei Paar Stiefel. Es ist eine interessante Frage, wie die Welt aussehen würde, wenn alle das machen würden, was sie wollen. Ich persönlich denke, unsere Welt würde ins Chaos versinken, denn der Mensch braucht Rituale, Pflichten, ja, auch Vorschriften und Regeln. Aber das wäre ein eigenes Thema. Betz kommt mir vor wie ein Alt-Hippie: Liebe und Gefühle frei lassen um jeden Preis. Diese Philosophie ist auch eine Philosophie des Egozentrismus, die ich - als rehabilitierender Katholik - ablehne. 

Auch den zweiten Gedanken, den sie scheinbar interessant finden, halte ich für recht unschlüssig. Ich selbst versuche den Zustand der Welt von meiner eigenen Gefühlswelt abzukoppeln, und es bereitet mir offen gestanden eigentlich auch keine Mühe. Warum auch? Sollte man vergessen, dass im Kongo marodierende Kindersoldatenheere auf harten Drogen ganze Landstriche unsicher machen, nur weil es einem privat ganz hervorragend geht? Oder sollte man verkennen, dass es den meisten Menschen in Deutschland finanziell recht gut geht, weil man selbst gerade Ebbe auf dem Konto hat? Falls ich diesen Punkt falsch verstanden habe, korrigieren Sie mich. Es scheint mir fast zu banal, diese Punkte überhaupt aufzuführen. Ich kann mir allerdings schon vorstellen, dass man nach dem Besuch einiger Betz-Seminare verlernt hat, klar und rational zu denken und sein eigenes inneres Gefühls-Chaos mit dem Zustand der Welt vermengt.

 *Übrigens hat sich auch mir der Gedanke bald aufgedrängt, er wäre eine Art Sektenführer, da er schon einen Kult um seine Person zu betreiben scheint. Aber ich halte das nicht für gefährlich, er beschäftigt ja keine Gotteskrieger ooder so.

Das kann ich nicht beurteilen. Da Betz kein Charisma hat (meiner Meinung nach), taugt er für mich nicht zum Sektenführer. Aber meiner Meinung nach kann er auch nicht schreiben und verkauft dennoch Bücher in Millionenauflage. Also wäre ich mir nicht so sicher, ob er nicht doch das Zeug zum Guru hat.







Mittwoch, 27. November 2013

Liebe "Tagesthemen",

schafft euren Kommentar ab. Er ist kaum erträglich.

Heute war es Rainald Becker, der in gewohnt monotonem Duktus seine kritischen Anmerkungen zum kläglichen Gemurkse der großen Koalition absonderte. Dabei erreichte er einmal mehr mit spielerischer Mühelosigkeit sein offensichtliches Ziel, den TV-Zuseher maximal in Schlafatmung zu versetzen. Die dröge Mimik, der intonationslose Vortrag ohne jegliche Höhen und Tiefen sowie die Tatsache, dass Becker nicht einmal so tat, als würde er wirklich in die Kamera blicken, sondern fein säuberlich jeden einzelnen Satz vom Teleprompter ablas, versetzten mich in eine prämortale Leichenstarre, die immer noch anhält.

Genau so ist es bei allen anderen Kommentatoren, die regelmäßig verstockt und verloren ihren Weg vor die Kamera finden und mit depressiver, sauertöpfischer Mediokrität ihre zwangsfinanzierten, weichgewaschenen Allerweltsmeinungen in den Äther sabbern. Die Institution Tagesthemen-Kommentar ist auf merkwürdige Weise antiquiert und angestaubt. Es ist schon beinahe skurril, in welch steifer Isoliertheit die Damen und Herren des WDR, HR, SWR und wie sie alle heißen in die Linse starren. Ganz wohl scheint ihnen dabei nie zu sein. Sie wirken hölzern, blutleer und spröde. Ihre Aussagen sind so harmlos wie lahm - die Provokation, die einen Kommentar eigentlich ausmachen müsste, kennen die braven Aktenschieber der zwangsfinanzierten Anstalten nur aus dem Duden. Mit dicken Brillengläsern bestückt geistern sie wie Untote vor dem Blau der Tagesthemen-Unendlichkeit hin und her, blicken verstört in den Teleprompter und nuscheln ihre befremdenden Durchschnittsansichten gänzlich beklommen in ihren spärlich sprießenden Bart.

Liebe Tagesthemen: Schafft diesen Kommentar ab, und befreit die Erde von einem chronischen Leiden...


Antwort auf eine Kritik an meinen Ausführungen zu Robert Betz

Hier meine Replik auf den Kommentator "Anonym". Seine Punkte/Ausführungen markiere ich kursiv und mit einem Stern davor, um sie klar von meinen Antworten zu unterscheiden.

*Ich verstehe zumindest, dass sie aus irgend einem Grund ziemlich erbost sind und andere Meinungen ungern gelten lassen. Alle Bücher bestehen aus dem Gedankengut des Autors, nicht nur die Bücher, die Sie mögen oder die Sie interessieren. Stephen King können Sie gerne durch jeden anderen erfolgreichen Autor ersetzen, nehmen Sie halt einen, den Sie auch nicht mögen.

Ich gebe dem Kommentator hier nur theoretisch recht. Nicht jeder Buchautor, oder generell jeder Autor, verkauft sein eigenes Gedankengut. Wäre dem so, gäbe es keine Plagiate. Zu Guttenberg war Autor. Er hat aber das Gedankengut seiner Doktorarbeit zu weiten Teilen gestohlen, es war also nicht sein eigenes.
Betz' Buch "Wahre Liebe lässt frei" ist - und das ist nur ein Verdacht, denn ich kann nicht nachweisen, ob und wo er sich bei anderen bedient hat - nicht nur stilistisch ein Grauen (Achtung: das ist nur meine Meinung), sondern wirkt für mich ganz stark so, als hätte er sich aus einem Kranz an Self-Help-Strömungen und -büchern seine eigene krude Philosophie zusammengebastelt. Ob man das als "Gedankengut" bezeichnen kann, mag umstritten sein. Ich glaube es nicht. Es scheint für mich eher ein geschickt arrangierter Flickenteppich verschiedener esoterischer Schnipsel zu sein.

*Ich habe "wahre Liebe lässt frei" nicht gelesen, aber erkenne Ihre hervorgehobenen Passagen schon als Werk von Robert Betz, da ich ein paar andere seiner bücher gelesen habe.
Wie erwähnt finde auch ich nicht alles stimmig, aber Herr Betz regt mich an, über mein Leben und die Beziehungen zu anderen Menschen nachzudenken und zu überlegen, wo ich vielleicht zu sehr in alten eingefahrenen Mustern verstrickt und mir selber hinderlich bin.
Offenheit ist das Stichwort.

Nein, ich muss auch hier widersprechen. Ich nehme für mich ebenso in Anspruch, offen an Bücher heranzugehen. Ich habe die Lektüre von Betz' Buch nicht als anregend empfunden, sondern als zutiefst stumpfsinning und kindisch. Das ist - wie übrigens alles, was ich hier im Blog schreibe, meine Meinung. Ich nehme zur Kenntnis, dass andere das anders sehen. Aber später mehr dazu.

*Aus Ihrem Text zieht sich wie ein roter Faden nur genau das Gegenteil. Sie urteilen und kritisieren teilweise völlig aus dem Zusammenhang und so, als wäre Ihre Meinung auf jeden Fall die Wahrheit:
"DAS IST ein Buch, in dem Gedankengut steckt".
"...Autorengenie Stephen King...ist...ein Virtuose".
Sie geben keine Argumente sondern manifestieren Ihre Meinung als unverrückbare Tatsache und erstellen sich so ein Konstrukt, in dem Sie immer Recht behalten müssen.

Das sehe ich anders. Die von mir kritisierten Passagen sind, das stimmt, willkürlich gewählt. Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, ist es aber so, dass diese Passagen - meiner Meinung nach - in ihrer Inhaltsleere völlig austauschbar sind.
Jetzt komme ich zu einem Hauptpunkt, den ich schon einmal versucht habe zu erklären (allerdings im Dialog mit einem anderen Kommentator). Wesen und Zweck dieses Blogs ist es, dass ich hier meine Meinung zum Besten geben kann. In ihrer ganzen Unausgewogenheit und Subjektivität. Das ist kein wissenschaftliches Kolloquium, sondern ein Blog. Deshalb verzichte ich auch darauf, vor jedem Satz die Phrase "meiner Meinung nach" oder Variationen davon zu setzen. In diesem Blog geht es um meine Meinung - es ist mein Blog. Das können Sie gerne narzisstisch finden, oder unausgewogen. 

Übrigens: Es ist wohl möglich, aber auch nicht leicht, die literarische Qualität eines Autors "objektiv" und argumentativ zu begründen. Ein geschulter Literaturwissenschaftler mag dazu imstande sein. Es ist aber zu gewissen Teilen eben auch eine Geschmacksfrage.

*Mein Vergleich zwischen Robert Betz und Stephen King sagt nichts aus, über die Art wie ich denke, es ist nur ein Vergleich. Ich will zeigen, dass beide im Grunde zwei Autoren sind, die Bücher verkaufen, natürlich ist mir klar, dass es sich um völlig unterschiedliche Literatur handelt.Aber auch Stephen Kings Bücher werden von manchen Leuten aufgrund der erheblichen Gewaltdarstellung und häufiger sexuell anstößiger Szenen für gefährlich gehalten. Trotzdem habe ich das Lesen seiner sämtlichen Werke während meiner Jugend gut überstanden.

Ich verstehe diese Ausführung nicht. Ja, richtig, jeder Autor ist auf dem Prüfstand und wird auch hin und wieder kritisiert. Auch Stephen King. Was mich dabei gerade vielmehr interessiert, ist, ob Stephen King die Kritik ernst genommen und mit seinen Kritikern in einen Dialog eingetreten ist, oder ob er, wie Robert Betz, seine Kritiker systematisch zensiert? Ich habe da nämlich die Vermutung, dass King hier anders verfuhr. 

*Ihr Text erweckt für mich dagegen den Anschein, dass Sie Ihre Meinung tendenziell wichtiger nehmen, als die der Anderen.

Wie kommen Sie darauf ? Dadurch, dass ich meine Meinung nicht immer auch explizit als solche kennzeichne? Oder dadurch, dass ich nicht am Ende meiner Einträge anfüge: "Man kann all das aber auch ganz anders sehen"? Wie bereits oben erwähnt: In diesem Blog vertrete ich nun mal meine Meinungen. Das heißt deshalb aber nicht, dass ich die - meistens - abweichenden Meinungen anderer nicht zur Kenntnis nehme oder sie grundlos ablehne.


*Was Sie sagen möchten verstehe ich gut, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben. Ich teile Ihre Meinung aber nicht und möchte darüber gerne sprechen.
Daher mal ein paar Fragen:
Warum ist Herrn Betz Gedankengut "gefährlich"?

Nur ein Beispiel: Betz erklärt, man sei selbst für Krankheiten wie Krebs verantwortlich. Ich bin zwar kein Diplom-Psychologe wie Betz. Gesunder Menschenverstand reicht aber aus um zu sehen, dass eine solche - wissenschaftlich bodenlose - Haltung Schuldgefühle bei den Seminarteilnehmern hervorrufen muss.

*Was befürchten Sie, könnte passieren, wenn zuviele Menschen danach handeln?

Wenn sehr viele Menschen Betzens "Philosophie" umsetzten und lebten, käme es innerhalb kürzester Zeit zu Massenpsychosen, Massensuiziden und zu einer Infantilisierung der Gesellschaft. Das hat auch damit zu tun, dass die Leser in seinen Büchern als Kinder angesprochen werden, und nicht als rationale, vernunftbegabte Menschen.

*Wie alt sind Sie?

Ich bin 31.

*Warum sind Sie so verärgert?

Ich bin nicht verärgert. Wie kommen Sie darauf?

*Warum glauben sie, hat Ihnen jemand ein Buch mit diesem Thema geschenkt?

Weil die Person dachte, sie tut mir damit einen Gefallen (diese Person liest selbst viele Esoterikbücher). Nachdem ich sie freundlich darauf hingewiesen hatte, dass dieses Buch nicht das optimale Geschenk war, bekomme ich Sachbücher geschenkt. Solche, die diesen Namen - meiner Meinung nach auch tatsächlich verdienen.

Robert Betz, continued: Ein Kommentator kritisiert meine Kritik an Betz

Unter meinem ersten Post, den ich Anfang des Jahres zum Thema "Robert Betz" geschrieben hatte, ist ein Dialog mit einem anonymen Kommentator entstanden, den ich gerne hier fortführen will. Der Kommentator kritisiert hierbei meine Art der Kritik an Betz. Darauf werde ich im nächsten Post eingehen. Wer den Vorlauf zu diesem Dialog nachlesen will, kann dies in den Kommentaren zu besagtem Artikel tun, der hier verlinkt ist. 

 http://dreyfusss.blogspot.de/2013/01/live-aus-dem-esoterik-ghetto-robert.html?showComment=1385544662031#c9099270396749398608

Hier nun der letzte Kommentar von "Anonym", auf den ich im nächsten Post etwas ausführlicher eingehen werde. Ich tue das vor allem, weil hier einige Punkte genannt werden, die mir bereits andere Kommentatoren zum Vorwurf machten.


"Ich verstehe zumindest, dass sie aus irgend einem Grund ziemlich erbost sind und andere Meinungen ungern gelten lassen. Alle Bücher bestehen aus dem Gedankengut des Autors, nicht nur die Bücher, die Sie mögen oder die Sie interessieren. Stephen King können Sie gerne durch jeden anderen erfolgreichen Autor ersetzen, nehmen Sie halt einen, den Sie auch nicht mögen.
Ich habe "wahre Liebe lässt frei" nicht gelesen, aber erkenne Ihre hervorgehobenen Passagen schon als Werk von Robert Betz, da ich ein paar andere seiner bücher gelesen habe.
Wie erwähnt finde auch ich nicht alles stimmig, aber Herr Betz regt mich an, über mein Leben und die Beziehungen zu anderen Menschen nachzudenken und zu überlegen, wo ich vielleicht zu sehr in alten eingefahrenen Mustern verstrickt und mir selber hinderlich bin.
Offenheit ist das Stichwort.
Aus Ihrem Text zieht sich wie ein roter Faden nur genau das Gegenteil. Sie urteilen und kritisieren teilweise völlig aus dem Zusammenhang und so, als wäre Ihre Meinung auf jeden Fall die Wahrheit:
"DAS IST ein Buch, in dem Gedankengut steckt".
"...Autorengenie Stephen King...ist...ein Virtuose".
Sie geben keine Argumente sondern manifestieren Ihre Meinung als unverrückbare Tatsache und erstellen sich so ein Konstrukt, in dem Sie immer Recht behalten müssen.
Mein Vergleich zwischen Robert Betz und Stephen King sagt nichts aus, über die Art wie ich denke, es ist nur ein Vergleich. Ich will zeigen, dass beide im Grunde zwei Autoren sind, die Bücher verkaufen, natürlich ist mir klar, dass es sich um völlig unterschiedliche Literatur handelt.Aber auch Stephen Kings Bücher werden von manchen Leuten aufgrund der erheblichen Gewaltdarstellung und häufiger sexuell anstößiger Szenen für gefährlich gehalten. Trotzdem habe ich das Lesen seiner sämtlichen Werke während meiner Jugend gut überstanden.
Ihr Text erweckt für mich dagegen den Anschein, dass Sie Ihre Meinung tendenziell wichtiger nehmen, als die der Anderen.
Was Sie sagen möchten verstehe ich gut, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben. Ich teile Ihre Meinung aber nicht und möchte darüber gerne sprechen.
Daher mal ein paar Fragen:
Warum ist Herrn Betz Gedankengut "gefährlich"?
Was befürchten Sie, könnte passieren, wenn zuviele Menschen danach handeln?
Wie alt sind Sie?
Warum sind Sie so verärgert?
Warum glauben sie, hat Ihnen jemand ein Buch mit diesem Thema geschenkt?"

Freitag, 22. November 2013

Eric Zemmour: Konservatismus à la francaise

"Konservative aller Länder, vereinigt euch!"

Es ist zwar eine unabänderliche und augenscheinliche Tatsache, dass Euopa und die Diskurse, die in den meisten europäischen Staaten geführt werden, von einer politisch korrekten, im Grunde genommen totalitären Elite geführt werden. Doch es gibt Lichtblicke. Des öfteren habe ich in diesem Blog bereits auf Peter Hitchens hingewiesen, den unermüdlichen selbsternannten "Paläo-Konservativen" und jüngeren Bruder des legendären Sozialisten Christopher Hitchens. Hitchens schreibt eine wöchentliche Kolumne für die Mail on Sunday, die Schwester der Daily Mail, und ist oft in Radio- und Fernsehsendungen zu Gast, wo er sich gegen Feministinnen, austauschbare Parteisoldaten, prinzipienlose Aufmerksamkeitsjunkies (wie etwa der Comedien Russel Brand) und dergleichen behauptet. Hitchens ist meist polemisch, immer geistreich und sehr oft witzig (manchmal unfreiwillig). Seine Prinzipientreue, sein moderner Puritanismus und sein felsenfester Glaube an den anglikanischen Gott sind bewundernswert - in England hat er viele Fans, die ihm für seine Auflehnung gegen den Zeitgeist dankbar sind.

Auch auf der anderen Seite des Rheins, im Land unseres europäischen Bruders Frankreich, gibt es einen Peter Hitchens. Ein wenig jünger, ein wenig schmaler und ein bißchen agiler kommt er daher. Sein Name ist Eric Zemmour. Zemmour ist allgegenwärtig: Früher war er beim Figaro, mittlerweile hat er einen Radiokommentar bei RTL Radio, tritt im Fernsehen bei Ca se dispute gegen seinen linksliberalen Gegner Nicholas Domenach an und lieferte sich über Jahre in der äußerst populären Samstagabend-Sendung On n'est pas couché heftige Schlagabtausche mit Schauspielern, Buchautoren und Spitzenpolitikern. Antirassismus, artifiziell aufrecht erhaltene Schuldkomplexe, Feminismus und die Zerstörung der traditionellen Familie sind dem hyperaktiven Zemmour ebenso ein Dorn im Auge wie der Mangel an Führungsstärke, den der Chef d'Etat Francois Hollande im Augenblick an den Tag legt. Laut Zemmour befindet sich die französische Politik in den Fängen einer "Bobocratie", einer realitätsfremden und den drängenden Problemen des Landes indifferent gegenüberstehenden linksliberalen Elite, die aus ELLE-Feministinnen, masochistischen Franzosenhassern und eurokratischen Totalitaristen besteht, die die République francaise im zentralistischen Brüsseler Superstaat auflösen wollen.

Zemmour und Hitchens sind Kassandren der Neuzeit, und gleichzeitig auf so verlorenem Posten wie Don Quixote im Kampf gegen seine Windmühlen. Wer ist aber die deutsche Kassandra? Ist es Bernd Lucke? In wirtschaftspolitischer Hinsicht sehr wohl. In Deutschland ist der politische Diskurs jedoch aufgrund unserer Geschichte in vielerlei Hinsicht von vornherein beschädigt. Denn während Hitchens und Zemmour sich frank und frei als "rechts" bezeichnen können und dabei wenig Anstoß erregen, würde dies in Deutschland einem Tabubruch gleichen - die Nazi-Ecke kann für unseren Wohlfühljournalismus nie voll genug sein. Ein Mensch, der sich öffentlich als rechtskonservativ outet, darf sich hierzulande sicher sein, binnen weniger Wochen mundtot und politisch unmöglich gemacht zu werden. Ob sich an diesen Zuständen in mittlerer Zukunft etwas ändert, darf bezweifelt werden. Umso erfrischender ist es da, einen Blick nach Westen bzw. Nordwesten zu werfen, wo Meinungsfreiheit zwar auf dem Papier dieselbe ist wie in Deutschland; die Bedeutung, die ihr in England und Frankreich aber zukommt (und zugestanden wird), ist eine gänzlich andere als die in unserem harmonischen, grünlinken Biotop namens "Bundesrepublik Deutschland".

































 

Der NDR widmet sich dem Phänomen "Robert Betz"

Erfreulicherweise scheinen sich nun auch die Mainstream-Medien mit dem Phänomen Robert Betz zu beschäftigen. Bei einem - laut NDR-Bericht - Jahresumsatz von 10 Mio. Euro fragen sich langsam wohl auch öffentlich-rechtliche Journalisten, was eigentlich inhaltlich und philosophisch hinter dieser menschlichen Gelddruckmaschine steht.

"Robert Betz: 'Glücks-Coach' oder Scharlatan" nennt der NDR seinen Bericht, der Einblick in die Szenerie rund um ein (natürlich restlos) ausverkauftes Seminar des Troisdorfers mit der modischen Mönchsfrisur gibt. Skurrile Szenen sind zu beobachten. Da ist zum einen Betz selbst, mal wieder in einem viel zu engen, schimmernden roten Hemd, wie er in gespielt pastoral-empathischen Ton und geschlossenen Augen ein paar Banalitäten säuselt. Da ist eine Frau mittleren Alters, die sagt, sie habe gerade über 100 Euro für Robert-Betz-Produkte ausgegeben und sofort nachschiebt, dass es sich aber lohne. Da ist die verzerrte Fratze Betzens, der nach einer weiteren Ansprache, gespickt mit fast schon idiotisch trivialen Allgemeinplätzen, dem Auditorium verkündet, man wolle nun noch ein Lied zusammen singen. Im nächsten Moment sieht man Betz, wie er vergnügt und infantil auf der Bühne hin und her schwankt und zusammen mit der scheinbar völlig begeisterten Masse ein Kinderlied schmettert. 

"Ich sage euch, es gibt keine Toten. Was da auf dem Friedhof liegt ist organisches Material, aber keine Seelen. Wenn du tot bist wirst du sagen: 'Scheiße, ich dachte ich wäre tot, aber ich lebe immer noch'[...]"

Das ist das Niveau, auf das man sich bei Betz-Seminaren einlässt. Nicht, dass es überraschen würde. Wenn man es aber sieht, ist man doch verblüfft, wie scheinbar normale Menschen nicht nur Geld für diese offenkundige Abzocke zahlen, sondern der geistigen Diarrhö auch noch Positives abgewinnen können. Doch die Verzweiflung scheint bei einigen immens zu sein. Es ist wahr, was im NDR gesagt wird. Ob Depressionen, Übergewicht oder Ebbe auf dem Konto: Betz bietet für alles eine Lösung. Dass diese einer auch nur oberflächlich kritischen Betrachtung nicht standhält, sondern sich als banal, idiotisch und verantwortungslos herausstellt, scheint den meisten Betz-Jüngern dabei völlig egal zu sein.

Donnerstag, 14. November 2013

Nadja Al-Chalabi, zwangsfinanzierte Gesellschaftsreporterin

Nadja Al-Chalabi saß gerade beim "Morgenmagazin" auf der Couch. Neben Mitri Sirin, dem Moderator. Worüber sie sprachen? Über Robbie Williams, seine Ehe, seine anstehende Tour und darüber, dass er dick geworden sei und ob das nicht bei der Bühnenperformance ein Problem für seine Gelenke darstelle. 

Nadja Al-Chalabi nennt sich "Gesellschaftsreporterin" und wird von Zwangsgebühren finanziert. Ob fest angestellt oder auf Honorarbasis ist mir nicht bekannt.

Freitag, 25. Oktober 2013

Neues aus Absurdistan: Die EUdSSR verbietet energiehungrige Staubsauger

Mit resigniertem Kopfschütteln und einem gewissen inneren Lächeln - aus Verzweiflung - habe ich folgenden Artikel bei FAZ Online zur Kenntnis genommen, der den planwirtschaftlichen Charakter der Europäischen Union beispielhaft verdeutlicht.

Den Höhepunkt will ich hier zitieren, jeder weitere Kommentar allerdings erübrigt sich an dieser Stelle:

 
"Nein, gibt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) Entwarnung. Die  Formel „Je mehr Watt, desto besser“ gelte schon lange nicht mehr. Ebenso entscheidend seien andere Parameter wie Staubaufnahme und Staubemission. Der Kunde müsse eben umerzogen werden und künftig mehr auf das Kleingedruckte auf dem Energiekennzeichen achten, wo auch die Saugleistung vermerkt sein muss -  sowie die Teppichreinigungsklasse oder der Schallleistungspegel." 

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Zwangsfinanzierte Meinungsmache gegen AfD bei "Monitor"

"Wieder in Görlitz. Die Mitglieder hier haben heute Abend viel über Kommunales gesprochen. Rechtsextreme Positionen haben wir nicht gehört. Und doch müssen sie sich fragen: Was ist das eigentlich für eine Partei, in der wir da sind?"

So endete letzte Woche ein Beitrag über die AfD bei "Monitor", einem zwangsfinanzierten Magazin der ARD, das seit Klaus Bednarz' Tagen mehr oder weniger offen linke Positionen vertritt, wie die meisten politischen Sendungen von ARD/ZDF. Diesen Schlusssatz stelle ich hier voran, weil er sowohl diesen Beitrag als auch die meisten anderen Beiträge in den Mainstream-Medien über die Alternative schön auf den Punkt bringt: Man kann zwar nichts vorweisen, irgendwie "rechts" muss diese Partei aber schon sein. Warum? Man hat es irgendwo gehört.

Wenn man eine Lüge nur oft genug wiederholt, wird sie irgendwann geglaubt. Das wissen natürlich auch linksgrüne Demagogen in den Rundfunkräten nur allzu genau. Irgend etwas bleibt ja immer hängen. So geht die Schmierenkampagne gegen Prof.Bernd Lucke und seine Partei schamlos weiter. Ob sie fruchten wird, vermag ich nicht zu sagen; es steht zu befürchten. Fakt ist, dass auch die Redaktion von "Monitor" eifrig bemüht war, inhaltliche Positionen der AfD tunlichst nicht zu behandeln. In die Verlegenheit, in makroökonomischen Debatten gegen Lucke & Co. den Kürzeren zu ziehen, will man verständlicherweise nicht kommen. Statt dessen übt man sich im Volkssport der Diffamierung. Guilt by association nennt man das in den USA. Dreck schleudern, bis irgend etwas hängen bleibt. Mitglieder der AfD waren früher bei der Partei "Die Freiheit"? Aha! Die ganze Partei ist also rechts. Beatrix von Storch ist gegen Abtreibung und vertritt rechtskonservative Positionen? Wie kann sie nur! Bestimmt ist sie auch rechtsradikal! 

Die Moralpolizei ist immer hellhörig. Denn in unserer schönen Demokratie ist man tolerant, offen und freundlich denen gegenüber, die die richtigen Meinungen vertreten, also alle, die sich links von der Mitte befinden. Falsche Meinungen dagegen sind nicht willkommen. Sie werden verfälscht, die Personen, die sie äußern, werden diskreditiert und so lange als "rechts" angeschwärzt, bis sie politisch nicht mehr tragbar sind. Dieses Theater hat man schon oft beobachten können, das Schicksal der AfD ist nur ein weiteres Kapitel in diesem epischen Werk politischer Propaganda.

Aber ich erwarte wohl zu viel. Der Bundestag besteht seit dem 22.September aus 3 sozialdemokratischen und einer kommunistischen Partei. Dort weiß man schon aus Tradition, dass es mühselig, fruchtlos und schlicht ineffizient ist, politische Gegner mit inhaltlichen Argumenten zu bekämpfen. Die Dreckschleuder macht da schon bessere Arbeit.



Dienstag, 22. Oktober 2013

Sozialdemokratischer Einheitsbrei: Der neue Bundestag

Der neue Bundestag ist heute zusammengekommen. Außer der Tatsache, dass sich die in fast jeder inhaltlichen Frage identischen Blockparteien einige Bundestagsvizepräsidenten mehr zusammengeklüngelt haben, wird sich auch in der neuen Legislaturperiode nichts verändern. Ganz im Gegenteil: Es wird eine Verhärtung, eine Versteifung der Grundübel geben, die bereits jetzt wie ein eitriges Geschwür im Reichstagsgebäude grassieren. Die graue Konformität, der Mangel an Widersprüchen (die ja Politik eigentlich ausmachen), der Mangel an klar profilierten Parteien, Meinungen, das Weitertreiben der Rechtsbrüche und die die Marktwirtschaft von innen aushöhlende Einwilligung in die Transferunion - kurz: in die Selbstaufgabe Deutschlands, all das wird in einer Großen Koalition perfektioniert werden.

In wichtigen Fragen waren sich SPD und CDU ja ohnehin schon immer eins. Die SPD stimmte allen Hilfspaketen zu und half dabei, Banken, in irrsinniger Verkennung marktwirtschaftlicher Grundprinzipien, zu retten, unter dem schäbigen Vorwand, man wolle dem griechischen Volk helfen. Auch die über Nacht herbeigeführte Energiewende wurde von den "Genossen" selbstredend mitgetragen. 

In einer gemeinsamen Regierung wird der Einheitsbrei nun richtig zum Kochen gebracht. Ist es nicht schön für unsere harmoniebedürftigen Berufspolitiker? Die achttausend Euro Nettolohn können sie jetzt vier Jahre lang auf reichstagsblauen Sesseln breitsitzen. Zwei sozialdemokratische Parteien mit einer satten Mehrheit im Parlament: Ein Fest für mediokre Hansel wie Gröhe, Kauder, Oppermann und Nahles. Diese Parteisoldaten werden Deutschland weiterhin mit ihrer tiefen Mittelmäßigkeit belästigen, sich im Glanz der brummenden Wirtschaft sonnen und deren Erfolge als ihre eigenen ausgeben. Oh ja, das wird wieder ein Trauerspiel!

Die Opposition ist natürlich auch nicht besser. Öko-Stalinist Trittin, Kindergärtner Özdemir und Betroffenheitsexpertin Göring-Eckhart bieten ein Bild des Jammers. Auch Anton Hofreiter scheint ein in der Wolle gefärbter Ideologe zu sein. Dass Claudia Roth Bundestagsvizepräsidentin wird, ist für die Bundesrepublik beschämend - aber was ist das eigentlich nicht mehr in dieser Ansammlung von ahnungslosen Pöstchenverteilern? 

Da AfD (4,7%) und FDP (4,9%) den Einzug ins Parlament verpassten, wird jeder zehnte deutsche Wähler im neuen Bundestag nicht repräsentiert. Das gesamte rechtskonservativ-wirtschaftsliberale Lager ist im Plenarsaal nicht existent. Das ist das eigentlich alarmierende an diesem sich anbahnenden sozialdemokratischen Kuschelkabinett. Ich hoffe inständig, dass der Tag kommt, an dem die CDU ihren opportunistischen, anbiedernden Linkskurs bitter bereuen wird. Die Wahl macht mir dabei natürlich wenig Hoffnung. Um das überstrapazierte Apercu aber, nachdem jedes Land die Regierung bekommt, die es verdient, komme ich an dieser Stelle nicht herum.   




 


 





 

Montag, 21. Oktober 2013

Tebartz-van Elst: Was kann ein Mensch aushalten?

Als ich mich heute mittag über einen ziemlich saftigen BigMac mit Pommes und Cola her machte, spielte sich in mittlerer Entfernung auf den über einer Bar angebrachten Flatscreens folgendes ab: N24 berichtete im Minutentakt von Bischof Tebartz-van Elsts Reise nach Rom. Da saßen sie. Zwei Moderatoren, einer männlich, eine weiblich, seriös gekleidet. Mit staatstragender Miene, vielleicht ab und an dann doch ein etwas schelmisches Lächeln sich im Mundwinkel andeutend, berichteten sie über die Causa, die so bedeutungslos wie aufgeblasen ist und die die bundesrepublikanische Medienlandschaft fest im Griff hat.

Da hilft es dann natürlich auch herzlich wenig, wenn vereinzelte Stimmen sich erheben und gegen den reflexhaften, anti-klerikalen bzw. anti-katholischen Mob rationale Argumente anführen. Weiß man genaues über die Ursachen der hohen Kosten? wäre eine solche Frage. Oder: Warum ist die Empörung hier so groß, wo doch für ein fast identisches Projekt der Diözese Stuttgart-Rottenburg 40 Millionen Euro ausgegeben wurden und niemand eine Stimme erhob? Oder aber: Warum diese hemmungslose, unmenschliche Treibjagd auf einen gottesfürchtigen Bischof, wenn doch die Verantwortlichen anderer, gänzlich aus Steuergeldern finanzierten Großprojekte (etwa Klaus Wowereit) ihre Hintern schamlos in diversen Aufsichtsräten und Vorständen breitsitzen? Wowereit verschleudert Milliarden und flatulenzt sich in seinem Sozialistensessel bunt und scheckig - Bischof Franz-Peter wird durchs mediale Dorf getrieben wie einst der arme Inder im ostdeutschen Mügeln.

Aber so ist es nun einmal in Deutschland: Wer auf der Kirche herumtreten will, bekommt nicht nur einen Freifahrtschein. Er wird dabei noch subventioniert. Während Christen in Ägypten kaltblütig ermordert werden, verstummen die Medien kollektiv. Auch Heribert Prantl, der moralinsaure, immer sich im Recht wähnende Oberphilister der mittlerweile ja völlig verkommenen Süddeutschen Zeitung beteiligte sich gestern vorhersehbar bei Schlafkappe Jauch an der widerwärtigen Hatz auf den Limburger Bischof.

Mir tut Bischof Tebartz leid. Sein Dienstsitz zeugt von fabelhaftem Geschmack. Er ist von einer geradezu demütigen Schlichtheit, eine filigrane Brücke zwischen Alt und Neu, ein nachhaltiger, andachtsvoller Bau. Auch Dieter Bartetzko, F.A.Z.-Architekturkritiker, bescheinigte dem Gebäude diese Woche ganz herausragende Qualitäten. Natürlich wird auch immer vergessen, dass dieser Bau lange stehen wird und Bischof Tebartz lange überleben wird. Das Stichwort lautet ja demnach auch nachhaltig. Er ließ den Sitz für das Bistum bauen, nicht primär für sich. 

Muss die Kirche arm sein? Ich wüsste nicht, warum. Ich weiß nur eines: Vor Jahrhunderten, als der Kölner Dom, das Ulmer und das Straßburger Münster gebaut wurden, hätten Pharisäer wie Heribert Prantl am Lautesten geschrien. Verschwendung! Größenwahn! Dekadenz! Heute stehen sie still und demütig vor diesen Weltkulturerben von unschätzbarem Wert. Prantl sollte konvertieren und Protestant werden. Dann kann er sich an evangelischen Kirchen erfreuen, die sich von Lagerräumen und Fabrikhallen nur dadurch unterscheiden, dass in ihnen nichts produziert wird.

 

Robert Betz - wissenschaftlich analysiert

Vor einigen Tagen wurde ich auf einen Artikel über Robert Betz aufmerksam gemacht, der auf der Website der Erzdiözese München und Freising im Bereich "Sekten- und Weltanschauungsfragen" veröffentlicht wurde. 
Der Artikel von Christina Hanauer geht bewunderswert sachlich mit dem Troisdorfer Esoterik-Absahner um. 

Der Bitte um Verlinkung komme ich hiermit gerne nach:

https://www.weltanschauungsfragen.de/informationen/informationen-a-z/informationen-b/betz/

Ich erlaube mir, ihr Fazit hier wiederzugeben:

"Fazit: Robert Betz vermittelt in seiner Transformationstherapie und weiteren Aktivitäten ein esoterisches Menschen- und Weltbild, das entgegen seiner Bezeichnung eher sozialdarwinistisch denn christlich geprägt ist. Deutlich tritt eine spiritistische Grundhaltung zutage. Die Prämisse der unbedingten Machbarkeit mag für manche anziehend klingen, mit wissenschaftlicher Psychologie bzw. Psychotherapie hat all dies jedoch nichts zu tun."

Montag, 14. Oktober 2013

Gedanken zu Tebartz-van Elst :: Die mediale Empörungskultur

Was für ein leichtes Opfer der Limburger Bischof Tebartz-van Elst doch ist. Wie handgefertigt für die Hyänen der medialen Empörungsindustrie: Etwas weltfremd, verkopft, katholisch, und dann auch noch ungeschickt, was das Haushalten angeht. Eine größere Zielscheibe konnte man wahrlich schwer finden. So kann jeder sein über die Jahre (oder Jahrzehnte) akkumuliertes Ungerechtigkeitsempfinden an Bischof Franz-Peter abarbeiten. Wir hier unten schuften und beten bescheiden und demütig vor uns hin, die da oben geben das Geld mit vollen Händen aus!

Selbst seriöse Medien beteiligen sich an der Hatz auf den "Prass-Prediger" ("Bild"). In SWR2 lief heute stündlich in den Nachrichten eine Meldung, die diesen Namen eigentlich nicht verdient hatte: Im "Skandal" um Bischof TvE deute sich wahrscheinlich eine Entscheidung an, hieß es da. Auch Erzbischof Zollitsch sei nach Rom gereist. Man erwarte womöglich eine Entscheidung des Papstes in dieser Woche. Zollitsch und van Elst in Rom. Welch Showdown. Naiverweise dachte ich bislang immer, eine Nachricht ist eine Nachricht, wenn etwas passiert ist, oder wenn ein Ereignis in der Zukunft bereits feststeht, wie etwa eine Pressekonferenz um 15 Uhr. Heute wurde ich eines besseren belehrt. Womöglich eine Entscheidung, wahrscheinlich der Papst. Das ist keine Meldung. Der Druck aber, sich an der hyperaktiven Empörungsmaschinerie zu beteiligen, war scheinbar selbst bei SWR2 zu groß, um auf eine Meldung in dieser maßlos aufgeblähten Causa zu verzichten.

Man kann sich natürlich über diesen Bischof aufregen. 340.000 Euro für eine Tür ist ganz bestimmt ein bißchen viel. Vielleicht auch ein bißchen sehr viel. Doch es gilt zwei Dinge zu bedenken: Nur ein Bruchteil der Summe wird aus Steuergeldern finanziert. Der Löwenanteil stammt aus Kirchenvermögen. Die Kirche als Unternehmen kann mit ihrem Geld machen, was sie will.

Zuletzt: Wieviel Prozent der Empörten haben wohl im letzten Monat einer Partei ihre Stimme gegeben, die mit einer verheerenden, fehlgeleiteten Politik die Zukunft der Bundesrepublik aufs Spiel setzt und Milliarden an Steuergeldern illegal Richtung Südosten überweist? Die Rechnung ist einfach: Fast alle. Denn fast alle Wähler haben eine Blockpartei gewählt, die den Ausverkauf an Grundwerten und fiskalpolitischen Prinzpien im Eiltempo vorantreibt und Deutschland auf mittlere Frist in den Abgrund treibt. Dagegen sind 31 Millionen - nicht einmal zwangsfinanzierte - Euro für einen hübschen Bischofssitz nun wirklich Peanuts. 








Sonntag, 13. Oktober 2013

Bernd Lucke wird bei PHOENIX denunziert - zwangsfinanziertes Staatsfernsehen tut vorbildlich Dienst für die etablierten Parteien

Die Medienkampagne des zwangsfinanzierten Staatsfernsehens gegen Prof. Bernd Lucke von der AfD setzt sich fort. In dieser Woche beim Sender PHOENIX, wo sich der Sprecher der "Alternative" abermals gegen substanzlose Anschuldigungen verteidigen musste, seine Partei "fische am rechten Rand" oder sei im "rechten Milieu verortet".
Einmal mehr schaffte es Lucke, ruhig und bestimmt zu bleiben und die Moderatorin der Sendung auf diese Unart hinzuweisen und zu betonen, dass er auf diesen unbegründeten Vorwurf bereits mehrere hundert Male geantwortet hat.
Es ist schon erstaunlich, wie die tendenziösen Staatsmedien immer wieder eine schäbige Taktik der Denunziation wählen, um der AfD Wind aus den Segeln zu nehmen. Leider muss man annehmen, dass diese Taktik bei vielen Zuschauern verfängt. Denn die von links unterwanderte öffentlich-rechtliche Berichterstattung hat sich über Jahre erfolgreich als angeblich neutrale Stimme verkauft. 
Trotzdem könnte es sein, dass sich bei vielen Zuschauern und Beobachtern der politischen Landschaft zunehmend Unmut einstellt über die verblüffende Einseitigkeit, mit der über die Alternative nun seit Monaten berichtet wird. Dabei geht das Staatsfernsehen regelmäßig mit der selben Strategie vor: Zunächst wird der AfD eine Plattform gegeben, gar eine ganze Sendung gewidmet, ganz nach dem Motto: Sind wir nicht wunderbar offen und tolerant und geben dieser Partei die "Chance", sich zu präsentieren?
Dann werden verschiedene Sozial- oder Geisteswissenschaftler eingeladen sowie 1, 2 Parteisoldaten der Blockparteien, etwa Norbert Röttgen oder Manuela Schwesig, oder wie diese austauschbaren Marionetten alle heißen. Schnell ist man sich dann darüber einig und versichert sich in seltener Harmonie, dass die AfD ja gegen Europa, rechts und populistisch sei. Denn ist es nicht viel bequemer, auf einer Klaviatur der Vorurteile zu spielen und einen politischen Gegner auf diese Art und Weise anzuschwärzen, als sich mit unangenehmen politischen Inhalten auseinanderzusetzen?

Link zur Sendung "Phoenix Thema" vom 9.10.2013


 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Bernd Lucke wird weiter denunziert - Blockparteien und Einheitsmedien gehen Hand in Hand

Links:

* Hans-Werner Sinn zur andauernden Eurokrise und zur permanenten Verschleierung dieser durch die Politik: http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/753606

* Die Schmutzkampagne gegen die AfD setzt sich, wie erwartbar war, fort. Hauptdenunzianten gestern waren der unsägliche Frank Plasberg, der SPD-Apparatschik Stegner in Verbund mit seinem Pendant Röttgen, sowie der Polter-Prolet vom Börsenfernsehen, Frank Lehmann: http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/

* Auch die Medien lassen sich nichts Neues einfallen. In einer sagenhaft pomadigen Art repetieren sie unermüdlich ihre Vorurteile, die AfD sei "rechtspopulistisch" (was ist das überhaupt für ein seltsamer Vorwurf?), versuchen Lucke zu diskreditieren oder hängen sich am Wort der "Entartung" auf. Neben einem eher unterkomplexen und undifferenzierten Artikel von Tillmann Neuscheler bei faz.net führt der Journalist (ist er das?) Thore Barfuss das größte Schmierenstück bei welt.de auf und denunziert den renommierten Hamburger Ökonomen in einer perfiden Manier, die dem Ruf der Springer-Presse in aller Form gerecht wird. Anspielungen, Vorurteile und Fehlschlüsse vereinigen sich hier zu einer bedrückend tendenziösen Polemik, die mehr einer Pressemitteilung des Propagandaministeriums der Blockparteien gleicht denn einem Zeitungsartikel.

Freitag, 27. September 2013

Bernd Lucke mit bravourösem Parforceritt im politisch korrekten Minenfeld von "Anne Will"

Bernd Lucke hat es wieder einmal gewagt, sich in eine TV-Show zu setzen. Wieder einmal wurde er von kaum erträglichen Mitdiskutanten mit eimerweise Un- oder Halbwahrheiten, Anspielungen, Vorurteilen, Falschaussagen oder ganz unverhohlenen Feindseligkeiten überschüttet, und wieder einmal parierte Lucke fast jeden Angriff gefasst, souverän und eloquent. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass der Prügelknabe des TV- und Polit-Establishments langsam an seine Grenzen kommt, so allein steht er auf weiter Flur gegen eine Armada an politisch korrekten Hanswürsten, die sich ihre weichgewaschenen, linksgrün stromlinienförmigen Einheitsmeinungen gegenseitig bestätigen und den "Bösen" von der AfD wie einen Aussätzigen behandeln. 

Ich mache mir hier nicht die Mühe, das Gesehene chronologisch abzuerzählen. Für eine inhaltliche Revision der Sendung "Anne Will" vom Mittwoch empfehle ich Martin Brosys Zusammenfassung bei boersenpoint.de. Ich will hier nur ein paar Punkte erwähnen, die ich besonders unerträglich fand, und die eine Erwähnung verdienen.

  1. Bernd Lucke saß für 40 Minuten an einem separaten Tisch, außerhalb der Runde. Warum? Nachdem die vier "Premiumdiskutanten", wie ich sie nennen will, also eine beträchtliche Weile ihre sehr gleichförmigen Meinungen ausgetauscht hatten (namentlich: Comedien Serdar Somuncu, Boulevardjournalist Poschardt, Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan sowie Ex-Ministerpräsident von Bayern, Edmund Stoiber), erbarmte sich Anne Will an die separate Bestuhlung, die sich einige Meter von der eigentlichen Runde befand, und befragte Lucke im Eins-zu-eins. Somuncus Frage: "Darf ich wissen, warum Herr Lucke nicht mit uns in der Runde sitzt?" ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Was auch immer Anne Wills Redaktion sich dabei dachte: Es ist ein ausgemachter Quatsch. So verstärkt man die sowieso schon medial verbreitete Meinung, die AfD sei eine sektiererische Randpartei, die man mit der Pinzette anfassen muss, und die nicht salon- bzw. talkshowfähig ist. Ein unmögliches Verhalten.
  2. Ein minutenlanger Streit entfachte sich rund um das Wort "entartet", das Lucke, zugegebenermaßen etwas unglücklich gewählt, in einer Rede direkt am Wahlabend verwendete, als er von einer "Entartung der Demokratie" im deutschen Bundestag sprach. Freilich hat er damit Recht. Dass die politisch korrekte Gesine Schwan sich wie eine Hyäne auf solche Vorlagen stürzt, ist genauso vorhersehbar wie armselig. In philisterhafter Manier und oberlehrerhaftem Dünkel wies sie auf die Geschichte und den Missbrauch des Wortes durch die Nazis hin und Somuncu ergänzte, "Entartung" sei ein von Joseph Goebbels geprägtes Wort. Eine solche Vorlage sollte Lucke zu denken geben. Natürlich hat er mit rechtsradikalem Gedankengut nicht im Entferntesten zu tun. Er wird aber seine Lehren ziehen: Benutzt man in der Öffentlichkeit ein Vokabular, das nicht ausdrücklich zum Kanon linksgrüner, politisch korrekter Sprache gehört, wird man von einer Meute ideologisch in der Wolle gefärbter Nichtswisser gnadenlos verprügelt. An eine inhaltliche Diskussion ist hernach nicht mehr zu denken. 
  3. "Einwanderung ja. Aber nicht in unsere Sozialsysteme" ist ein eigentlich recht harmloser Satz, eine Selbstverständlichkeit für jeden deutschen Bürger, der deutsche Interessen vertritt. Nicht so in unserer Gesellschaft, wo "deutsche Interessen vertreten" ein grundlegendes Übel darstellt und wo ein ganz natürliches Verlangen nach nationaler Souveränität mit einem nationalsozialistischen Glaubensbekenntnis gleichgesetzt wird. Mit oben genanntem Satz jedenfalls warb die AfD im Wahlkampf um Stimmen. Die Reaktion der Diskutanten kann sich der Leser an diesem Punkt selbst ausmalen. Da half es auch nicht, dass Lucke, einmal mehr gut vorbereitet, aus dem Wahlprogramm von CDU/CSU zitierte, wo ein fast identischer Satz zu finden war. "Rechtspopulistisch" ist hierzulande, anders etwa als "linkspopulistisch", immer noch ein Todesurteil. Warum eigentlich?  
Die Talkshow war ein Trauerspiel. Sie bewies, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk, diesmal in Form von Anne Will, kein Interesse an inhaltlichen Auseinandersetzungen jenseits der herkömmlichen Meinungen hat. Die ARD ist, wie das ZDF, von einer linken Ideologie unterwandert. Abweichende Meinungen wie die von Lucke werden alibimäßig gehört, um sie dann als "rechts", "rechtspopulistisch" oder "polemisch" abzukanzeln oder die Vertreter dieser Meinungen dünkelhaft über die deutsche Geschichte aufzuklären und ihnen im Ton des Pädagogen zu erläutern, warum ihre schreckliche Meinung nicht gesellschaftsfähig sei. Auch Anne Will kam, wie alle Journalisten vor ihr nicht umhin, Bernd Lucke nach den angeblichen "rechten Tendenzen" in der AfD zu befragen, eine Frage, die er bereits hundert mal beantwortet hat. Aber eine vorbildliche Journalistin wie Will sieht es vermutlich als ihre heilige Pflicht an, solche Fragen zu stellen. Dabei vergisst sie, was wirklich ihre Pflicht wäre: Eine inhaltliche Debatte zu ermöglichen, die Meinungen anhört, statt sie von vornherein moralisierend im Keim zu ersticken. Das hat Anne Will am Mittwoch nicht geschafft.




Donnerstag, 19. September 2013

AfD erstmals bei 5 Prozent - der Bundestag ruft!

Laut INSA-Sonntagsfrage erzielt die AfD erstmals 5% und würde somit in den deutschen Bundestag einziehen...
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Dr.Gunter Frank - allein im Kampf gegen menschliche Windmühlen

An dieser Stelle will ich auf einen TV-Auftritt meines Lieblingmediziners hinweisen, Dr.Gunter Frank aus Heidelberg. Warum ist er mein Lieblingsmediziner? Ganz einfach: Weil er unbequeme Wahrheiten öffentlich vertritt und sich gegen die grassierenden Zeitgeist-Religionen und deren Dogmen ausspricht, die da wären:

* Massentierhaltung ist per se schlecht
* vegane Ernährung ist gesund bzw. moralisch überlegen bzw. sowohl das eine wie auch das andere
* man kann abnehmen und sein Gewicht halten, solange man sich nur "richtig" ernährt
* Kohlenhydrate sind per se schlecht, Fett ist per se schlecht
* Schlanke Menschen sind automatisch gesünder als mollige bzw. fettleibige Menschen usw.

Es gäbe hier noch diverse andere Dinge, die man aufführen könnte. Frank spricht Klartext. Seine Hauptthese lautet: Es gibt keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Gewichtsabnahmen langfristig funktionieren. Damit sorgt er natürlich für größte Empörung bei den Vertretern einer Abnehmindustrie, deren Branche so boomt wie selten zuvor. Selbsternannten "Ernährungsexperten" schießen heute ins Kraut wie nie zuvor und reiten auf der totalitären Propagandawelle, nach der alle Menschen fit, muskulös, schlank und immer leistungsfähig sein müssen. Das ist nämlich die Religion unserer Zeit, die faschistoide Ausmaße annimmt: Immer erreichbar, immer leistungsfähig, immer fit. 

Gut, dass es Leute wie Dr.Gunter Frank gibt, die unpopuläre Meinungen vertreten, auch auf die Gefahr hin, von der Meute der selbsternannten Experten verlacht zu werden. Ob Detlef D Soost,  Dr. Karl Lauterbach oder Christian Frädrich: Frank knöpft sie sich alle vor. Im WDR saß er vor kurzem in einer von Bettina Boettinger moderierten Talkrunde, in der er wieder einmal wie Don Quixotte gegen Windmühlen in Form von inkompetenten und/oder indoktrinierten Gesundheitsfanatikern und Öko-Stalinisten kämpfte. Viel Spaß beim Genuss von kristallklarer, vernunftbegabter Analyse à la Frank:

(Teile 3-6 bei YouTube)

Die Wahl am Sonntag: Eine Frage des Gewissens / Abriss über das Elend der Blockparteien

Im Folgenden gebe ich meine Wahlempfehlung ab, indem ich das Für und Wider aller Parteien darstelle, die derzeit im Bundestag vertreten sind bzw. relevante Parteien, die eventuell einziehen werden.

CDU/CSU
Mutti Merkel ist unwählbar, weil sie permanent deutsche Interessen missachtet und Deutschland auf den Weg in die Schuldenunion gebracht hat. Sie hat fatalerweise vollkommen überstürzt die Energiewende herbeigeführt, die Strom für Normalverdiener auf absehbare Zeit unbezahlbar machen wird. Sie vertritt keine konservativen Werte und hat die Christdemokraten zu Sozialdemokraten mit hausbackenem Anstrich gemacht. Sie ist kompasslos (siehe Erwin Teufels Kritik an ihr), mutlos und alles in allem der linksgrünen Fraktion nur deshalb vorzuziehen, weil sie das kleinere Übel von allen ist. Sie denkt grundsätzlich totalitär (will, genau wie Schäuble, mehr politische Integration in Europa), ist staatsgläubig (DDR-Vergangenheit?) und denkt nicht freiheitlich.

Zwar gibt es in der CDU Freidenker wie Wolfgang Bosbach, die öffentlich mit der AfD sympathisieren und den Rettungskurs der Kanzlerin kritisieren. Diese sind jedoch die Ausnahme. Insgesamt ist diese Partei eine der Apparatschiks und Parteisoldaten à la Kauder, Gröhe oder Pofalla. Kein Wunder, dass Bernd Lucke diesem Verein den Rücken zugekehrt hat. Die CDU ist ein sozialdemokratisches Monstrum, das seine freiheitlich-liberalen Überzeugungen aus der Kohl-Ära längst über Bord geworfen hat. Mit dem semi-senilen Beifahrer aus Bayern, Seehofer, der eigentlich nichts anderes als ein Sozialist im christlichen Gewande ist, macht sich die CDU ja ohnehin nur lächerlich. Fazit: Eine unwählbare Partei - ideologisch vergiftet, korrumpiert, prinzipienlos.

FDP:
Zur FDP gibt es nichts mehr zu sagen. Eine erbärmlichere Regierungspartei hat es wohl in der Nachkriegsgeschichte nie gegeben. Mit einem Vertrauensvorschuss von fast 16% 2009 belohnt, machten die "liberalen" Versager nichts aus ihren Versprechungen. Schlimmer noch: Sie trugen die verrückte Euro-Politik des Hosenanzugs widerspruchslos mit und verwirkten somit jede Glaubwürdigkeit, die eine liberale Partei im Kern ausmachen müsste. Die FDP ist eine Ansammlung von egomanischen Karrieristen, proletenhaften Camp-David-Trägern und dumpfbackigen, weinseligen Nuschlern, die dann auch noch Spitzenkandidat werden. Westerwelles Vorstellung als Außenminister ist eigentlich nicht der Rede wert: Er spielt international sowieso keine Rolle. Da kann er noch so oft äußern, er sei "in Sorge" um irgendein arabisches Land, in dem es mal wieder brennt.
Fazit: Eine Partei, für die sich der gesamte Bundestag mittlerweile schämen muss. Es ist zu hoffen, dass sie nicht mehr vertreten sein werden.

SPD:
Ein peinlicher Kandidat, ein cholerischer Vorsitzender sowie eine Führungsfrau, die im Bundestag Lieder singt: Die SPD ist eine Partei, die im Begriff ist, sich selbst aufzulösen. In der Opposition versagte sie vollständig. Klare Themen setzt sie nicht mehr und wenn, werden diese opportun von Merkel abgegraben. Es besteht keine Hoffnung mehr für die Genossen. Sie sollten sich zurückziehen und richtige Jobs annehmen, anstatt sich vom Steuerzahler für ihr unwürdiges Nichtstun im Bundestag alimentieren zu lassen. Fazit: Eine Partei der Vergangenheit. Hoffnungslos links, ideenlos, nicht zukunftsfähig. Unwählbar.

Die Grünen:
Die ehemalige Pädophilenpartei verbietet alles, was nicht in ihr dogmatisches Weltbild passt. Sie schwärzt die Massentierhaltung an, will Fleisch verbieten (warum eigentlich? Fleisch ist gesund!), will unsinnige Steuern einführen (als gäbe es nicht genug!), den Mittelstand schröpfen, kurzum: Sie ist eine wirtschaftsfeindliche Partei, der Ideologie über das private Glück der Bürger geht. Der angebliche Klimawandel, für den es weiterhin keine substanziellen Beweise gibt, dient den Grünen als Begründung für alles, etwa vergleichbar mit den USA, die die Terrorbekämpfung als Begründung für die Komplettüberwachung der gesamten globalen Bevölkerung vorschützt. Die grünen sind eine gefährliche Partei, denn sie betreiben Politik nicht mit nüchternem Kalkül und Augenmaß, sondern mit der bulldozerhaften Verblendung, die sich aus einem subjektiven Gefühl der moralischen Überlegenheit speist. Und Moral hat in der Politik nichts verloren: Ein Prinzip, das heutzutage leider nicht verstanden wird. Fazit: Ideologisch, totalitär, moralinsauer: Unwählbar.

Die Linke:
Die Linke ist gegen Auslandseinsätze und versteht sich, so zumindest meine Interpretation, in der Außenpolitik als Partei des  Isolationismus. Diesen Ansatz finde ich hervorragend. Somit setzt sich die Linke von den Blockparteien ab, die widerstandslos den Pudel der Amerikaner spielen oder sich feige enthalten, wenn Entscheidungen in der Außenpolitik anstehen. Sahra Wagenknechts Kritik an der Schuldenunion bzw. an der "Hilfe" für Griechenland ist richtig und präzise. Die Linke hat die verrückten Rettungspakete nicht mitgetragen und verdient dafür Anerkennung. Davon abgesehen, ist die Linke eine wirtschaftsfeindliche Partei mit hanebüchenen Vorstellungen von Mindestlohn und Rente und daher unwählbar. Sie ist qua natura eine totalitäre Partei, die für einen Nanny-Staat eintritt und die Bürger für Kinder hält, die permanent bemuttert, umsorgt und korrigiert werden müssen.
Fazit: Eine Partei mit Charakter und klaren Positionen, die aber insgesamt indiskutabel und unwählbar ist, vor allem aufgrund ihrer wirtschaftsfeindlichen Ausrichtung.

Die Piratenpartei:
Schön, dass die Piraten das Thema Überwachung und NSA auf ihre Agenda setzen und dieser Problematik etwas Aufmerksamkeit verleihen wollen. Ansonsten sehe ich sie als nicht ernstzunehmende Spaßpartei, die leider die idiotische Idee eines Grundeinkommens befürwortet und deshalb vollkommen indiskutabel ist. Außerdem ist Christopher Lauer ein unerträglicher Schnösel, der das Image der Partei leider auf Jahre hin geprägt und beschädigt hat. Fazit: Unwählbar, da links.

AfD:
Die AfD ist schließlich die einzige Partei, die ich mit gutem Gewissen wählen kann. Sie ist die einzige Partei, die sowohl solidarisch mit den restlichen Ländern Europas verfahren will und diesen einen Austritt aus der Euro-Zone ermöglichen will, während die Blockparteien diese unter dem Vorwand der "Hilfe" und "Sanierung" eigentlich nur kaputtsparen. Zudem hat sie deutsche Interessen im Auge, indem sie die Gefahr erkannt hat, die von einer permanenten Schuldenunion ausgeht. Die AfD will ein Europa der souveränen Nationalstaaten mit gemeinsamer Wirtschaftszone und eigenen Währungen - eine vernünftige Idee. Die AfD will ein starkes Bündnis mit Russland à la Bismarck und sich aus den Fängen der amerikanischen Krake befreien - auch dies ein überfälliges Unterfangen, das endlich einmal von einer Partei formuliert wird. Die AfD legt den Finger in die Wunde und bringt Bewegung in das pomadige, anämische Einerlei der Blockparteien, die von der KP in Peking mit ihrem stiernackigen Gehorsam nun wirklich nicht mehr zu unterscheiden sind. Fazit: Die AfD ist die einzig wählbare Partei. Sie ist voll gepackt mit Wirtschaftskompetenz, auf deutsche Interessen bedacht und wendet sich gegen die eurokratische Ideologie.