Sonntag, 27. Januar 2013

Autofahrer, die SMS schreiben

Wieder muss ich auf Peter Hitchens' Blog verweisen. In seiner unnachahmlichen Art philosophierte der Kolumnist der "Mail On Sunday" in dieser Woche über rücksichts- und verantwortungslose Autofahrer, die SMS schreiben und telefonieren, anstatt sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren.
"In my view, as well as about six weeks in a labour camp breaking rocks and eating gruel, any driver caught texting or phoning while driving should be compelled to watch this film, night and day,  till it gets into their dreams and they cannot forget it."
Der Film, von dem Hitchens redet, ist ein besonders grausamer Lehrfilm der walisischen Polizei, in dem ein Autounfall dargestellt wird, der durch SMS-Schreiben während der Fahrt verursacht wird. 
"It is particularly accurate about several things. These are, the appalling speed with which normal life turns into ghastly tragedy, the way in which road accidents appear to go on and on forever if you're in the middle of one, and then the terrible silence when the thing is over, the way in which mechanical things carry on happening even when the crashing has finished, and the way in which the person responsible is also a pitiable victim, simultaneously receiving help and sympathy yet the object of righteous wrath, and of his or her own everlasting remorse."

Seit ich vor 1,2 Jahren wieder selbst Fahrradfahrer geworden bin (zuerst Call-a-bike, dann ein eigenes, gebrauchtes Drei-Gang-Rad, das mittlerweile wieder geklaut wurde) und vor allem im Frühling und im Sommer nichts lieber mache als eine ziellose Runde Fahrrad durch die Stadt zu fahren, merke ich ebenfalls, wie rücksichtslos viele Autofahrer unterwegs sind.

Erstens rasen sie. In der Tübinger Straße in Stuttgart zum Beispiel. Eine enge, auf beiden Seiten beparkte Straße, wo man eigentlich höchstens 30 km/h fahren sollte, aber 50 km/h erlaubt sind. Hier brettert so mancher Idiot durchaus auch mal mit 60, 70 km/h vorbei. 10, 20 km/h, die auf einer so engen Straße einen riesigen Unterschied ausmachen. 

Doch nicht nur das. Vielen Autofahrern ist nicht klar, dass sie die Straße mit Fahrradfahrern teilen. Sie nehmen keine Rücksicht, halten keinen Abstand. Es ist teilweise lebensgefährlich mit dem Fahrrad. Das scheint in London nicht anders zu sein.

An den Verkehrsregeln liegt es nicht. Diese sind klar. Es liegt eher daran, dass viele Menschen sich anscheinend nicht darüber im klaren sind, dass sie in einer übermotorisierten Maschine sitzen, die eine ungeheure (destruktive)Macht entfalten kann. Doch benebelt von Musik und Smartphone brettern sie vor sich hin und nehmen ihre Umwelt nicht wahr. 

Wie so oft mangelt es auch am richtigen Strafmaß. So lange man bei geringen Geschwindigkeitsüberschreitungen maximal einen Punkt in Flensburg bekommt oder 30 Euro zahlt, wird sich am rücksichtslosen Fahrstil einiger Verkehrsteilnehmer wenig ändern. Da helfen auch noch so gut gemeinte Lehrfilme nicht, denn wegzappen kann man ja immer.

  
   






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