Freitag, 25. Januar 2013

Bill O'Reilly

Bill O'Reilly gehört zu den witzigsten Modertoren im amerikanischen Fernsehen. In seinem Fall jedoch vollends unfreiwillig. Der irischstämmige, fast 2 Meter hoch gewachsene Choleriker moderiert das tägliche "Nachrichtenmagazin" The O'Reilly Factor, die auf dem Fox News Channel läuft.

Darin vertritt O'Reilly rechtspopulistische Ansichten zum aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehen. Typisch für die Sendung ist das Verschwimmen von Fakten und Kommentaren. Vertreten zugeschaltete Gäste abweichende oder gar liberale Meinungen, werden sie zumeist Opfer von O'Reillys ungezügeltem Jähzorn und werden unterbrochen oder niedergeschrien. 


Kein Wunder also, dass O'Reilly seit Jahren im Quotenrennen mit konkurrierenden Sendungen die Nase vorn hat. Sein "Charme" ist einfach unwiderstehlich. Die Welt kann so einfach sein, wenn man nur im Besitz von "Bill O's" Gehirn wäre: da sind die "good Americans" auf der einen Seite, die Traditionalisten, die Republikaner wählen und für niedrige Steuersätze eintreten. Dann gibt es die "Pinheads", die Sozialisten, die für die gleichgeschlechtliche Ehe eintreten, gefährliche Kulturrevolutionäre sind und mit der "liberal Hollywood elite" rumhängen. O'Reillys Lieblingsfeind: Sean Penn. Dieser, so O'Reilly, "liebt Fidel Castro und Hugo Chavez" und würde die USA am liebsten über Nacht in eine westliche Sowjetunion verwandeln.

Irgendwie kann ich nicht verleugnen, eine gewisse Sympathie für den Chauvinisten O'Reilly zu empfinden. Er ist einfach gestrickt und hat eine klare Haltung. Seine Äußerungen sind oft brüllend komisch, sie sind Realsatire. Seine Show ist hervorragende Unterhaltung, wenn man sie nicht allzu ernst nimmt. Ähnliches gilt übrigens auch für den Mormonen und Ex-Alkoholiker Glenn Beck ("My only doctor for years was Dr.Jack Daniels"), der schon mal gern in Lederhosen auf dem Schreibtisch steht und vor der sozialistischen Apokalypse warnt, die, welch Überraschung, natürlich von den Linksliberalen Teufeln über Amerika gebracht wird.

Im Folgenden Interview, das schon relativ alt ist, unterhält sich O'Reilly mit Marilyn Manson, in dem er die Reinkarnation des Teufels erblickt, sich im Gespräch aber verhältnismäßig zivilisiert zeigt. Besonders amüsant: Die Rubrik innerhalb der Show trägt, siehe Anfang des Videos, den Titel: "Children At Risk Segment".

O'Reilly, der Bürgerpolizist der Nation, der sich um das Wohl der Kinder sorgt. 

     


  

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