Dienstag, 15. Januar 2013

FC Bayern lernt mal wieder nichts aus der Vergangenheit - Guardiola kann nur scheitern

Oh je, FC Bayern: man will mal wieder den ganz großen Coup landen. Und hat Josep Guardiola verpflichtet. Das behauptet zumindest die Online-Ausgabe der SZ.

Nichts gegen Josep Guardiola. Es ist ja anzunehmen, dass er ein anständiger Trainer ist. Was soll man auch gegen einen sagen, der eine so beeindruckende Reihe an nationalen und internationalen Titeln in einer so relativ kurzen Ära errungen hat? 

Trotzdem sollte jedem Euphoriker gesagt sein, dass Guardiola ein Spielermaterial zur Verfügung hatte wie wohl noch kein anderer Vereinstrainer in der Geschichte vor ihm. Die individuelle Klasse der Katalanen von 2006, als noch Ronaldinho der tonangebende Mann im Mittelfeld war, bis heute, 2013, ist das Beste, was der internationale Vereinsfußball je zu bieten hatte. Das sieht man auch daran, dass sowohl Guardiolas Vorgänger Rijkaard die Champions League gewann (2006), als auch daran, dass sein Nachfolger nun mit der im Grunde gleichen Mannschaft die Primera Division nicht nur anführt, sondern gleich neue Punkterekorde aufstellt. Nicht mal die sogenannten "Galaktischen" um Zidane, Ronaldo und Figo oder die Barca-Elf der frühen Neunziger Jahre um Stoitschkow, Laudrup und Romario kommen an das Ensemble der späten Nullerjahre heran, dessen Rückgrat und nicht unwesentlicher Pluspunkt darin besteht, die Hauptakteure der spanischen Welt- und Europameistermannschaft ihr eigen nennen zu können.

Nicht ganz unerheblich ist auch die Tatsache, dass mit Lionel Messi, der vor einigen Tagen zum vierten Mal hintereinander völlig zurecht zum Weltfußballer gewählt wurde, Barcelona nicht nur den weltbesten Fußballer der Jahre 2009-2012 in seinen Reihen hat, sondern vermutlich den besten Fußballspieler, den es je gegeben hat.

All dies sollte man also in Betracht ziehen, oder besser gesagt: von Guardiolas Lorbeeren abziehen, will man zu einer fairen Beurteilung dieses Trainers gelangen. Was aber bleibt dann noch?

Was spricht überhaupt für ihn? Außer seinen - zugegebenermaßen - beeindruckenden Erfolgen, leider relativ wenig.

Denn erstens hat Guardiola wenig Erfahrung, geschweige denn internationale. Er kam als Trainerneuling zum besten Klub der Welt und hat sich bewährt. Viele mögen sagen, das reiche. Tut es aber nicht. Denn Rückschläge sind im Trainergeschäft fast genau so wichtig, womöglich sogar noch wichtiger als Erfolge, denn aus Rückschlägen muss und kann man lernen, aus Erfolgen nicht. Guardiola hatte bislang fast gar keine Rückschläge, konnte deshalb wenig lernen und verfügt über wenig Erfahrung.

Hinzu kommt der in meinen Augen wichtigste Grund, warum sein Engagement in München schon jetzt zum Scheitern verurteilt ist: die Sprache. Guardiola kann kein deutsch. Das wird sein Genickbruch sein.

Kann jemand einen Trainer nennen, der die Landessprache seines Klubs nicht beherrscht und Erfolg hatte? Ich kenne niemanden.

Es ist mir ein Rätsel, wie sowohl auf der Seite von Guardiola als auch auf der des FC Bayern wieder einmal eine so blauäugige Entscheidung gefällt werden konnte. Gerade beim FC Bayern! Was hat man doch für Probleme gehabt mit Giovanni Trapattoni! Und man hat ihn sogar zurückgeholt nach seiner verhunzten ersten Amtszeit 1994/95, nachdem auch Otto Rehhagel sich als Reinfall erwiesen hatte. Und wieder scheiterte "Trap" (1996-98). Und woran? An der Sprache! Sicher nicht an seinen ausgezeichneten Fähigkeiten als Fußballlehrer!

Dann kam ein Schweizer, der die Sprache beherrschte und prompt eine der erfolgreichsten Bayern-Äras aller Zeiten begründete: Ottmar Hitzfeld. 

Eines der größten Bayern-Desaster was Trainer angeht war der Deutsche Jürgen Klinsmann, das stimmt. Aber das hatte ganz andere Gründe. Sein Nachfolger, Louis van Gaal, sprach hervorragendes Deutsch. 

Warum der Vertrag mit Heynckes nicht verlängert wird, kann ich mir nicht erklären. Weder macht es den Eindruck, dass Heynckes keine Lust mehr hat (ganz im Gegenteil!), noch ist er zu alt, was man schon allein daran sieht, wie fidel Alex Ferguson in Manchester noch an der Seitenlinie herumtanzt, der ja jenseits der siebzig ist, ein Alter, dem sich "Don Jupp" ja nur zaghaft annähert.

Vermutlich sind Rummenigge, Sammer und Hoeneß wieder einem Anfall von Größenwahn erlegen. Wollten den ganz großen Coup, wie schon 2008 mit der hanebüchenen Verpflichtung von Klinsmann, der größten Blamage der letzten zwanzig Jahre.

Für Guardiola tut's mir jetzt schon ein bißchen leid. Auf großen Rückhalt kann auf der Münchner Trainerbank bekanntlich ja sowieso niemand hoffen. Gehen drei Spiele verloren, wird auch der junge Glatzkopf aus Katalonien seine schicken Koffer packen müssen.

Es ist doch alles so leicht vorauszusehen: er wird "dank" der Sprachprobleme (und auch der beste Privatlehrer kann diese nicht in der gebotenen Zeit kitten) nie den Draht zur Mannschaft finden. Grüppchenbildung, Mißstimmung und Hierarchieprobleme werden die Folge sein, der "Kaiser" bringt wie immer Unruhe von außen rein. Dann verlieren die Bayern im Spätherbst drei Spiele, stolpern im Pokal über einen Zweitligisten und - schwupps - steht wohl wieder "Don Jupp" auf der Matte, oder "Gottmar". Das könnte man aber alles verhindern, und sich die teure Abfindung sparen für Guardiola. Teuer wird dieser Trainertransfer nämlich ohnehin.

Meine Prognose: spätestens im Frühjahr 2014 ist Schluss für "Pep". Allerspätestens im Juli. Dann wird man sich einvernehmlich trennen und kein böses Wort übereinander verlieren. Und sich schwören, den selben Fehler nie mehr zu machen. Wie gehabt also.








Keine Kommentare: