Dienstag, 8. Januar 2013

Fritz Kuhn: Ob Worten auch Taten folgen?

2,20€ für 4 Stationen.

Das ist die bittere (und teure) Wahrheit, wenn man sich in Stuttgart mit der U-Bahn im Stadtgebiet fortbewegen will. Für eine Kurzstrecke zahlt man 1,2o€. 1€ hat man früher mal, vor 6 Jahren, dafür bezahlt.

Was soll das? Eine F.A.Z. kostet 2,10€. Dort kann ich politische Kommentare lesen, Buchkritiken, den Börsenkurs, mich übers Wetter informieren. Und den besten Sportteil noch obendrauf. Und dafür zahle ich weniger als für eine popelige Fahrt von Stadtmitte zum Hauptbahnhof, ein Weg, den ich zu Fuß in weniger als 15 Minuten zurücklegen könnte (was ich im Winter aber wegen der Kälte natürlich nicht mache).

Was ist hier schiefgelaufen? Hat die Stadt zu teure Bahnen gekauft, und muss die Kosten jetzt auf den Preis umlegen? Oder kriegt da jemand mal wieder einfach den Rachen nicht voll, obwohl eigentlich genug Geld da wäre?

In besagter F.A.Z. steht heute folgender, bemerkenswerter Satz:
"Kuhn übernimmt von Schuster eine so gut wie schuldenfreie Großstadt - mit Verbindlichkeiten in Höhe von 30 Millionen Euro."
Ist das nicht toll?

Und wäre es nicht auch toll, wenn ein Normalbürger etwas von diesem Reichtum - und heutzutage ist Reichtum, wenn man nur wenige Schulden hat - abbekommen würden? 

Der gesunde Menschenverstand verbietet es, für eine dreiminütige (oder kürzere!) Fahrt 2,20€ zu entrichten. So etwas nennt sich Wucher. Auch betriebswirtschaftlich ist es nicht (Achtung, Modewort!) "darstellbar", das die gut besuchten Stuttgarter U-Bahnen hohe Preise nötig haben. Da wird schon über die Masse an Fahrgästen mit Sicherheit genug Geld reingeholt.

Na, Herr Kuhn: wie wär's? Gestern sind Sie angetreten. Ich warte auf hemdsärmelige Taten vom "Käpsele" aus dem Allgäu. Werden Sie welche folgen lassen? Ganz konkrete, wie eine Senkung der U-Bahnpreise? Oder werden Sie sich in typisch grüne Kopfgeburten versteigen, die ihrem Nachfolger einen hohen Schuldenberg überlassen, den dieser dann wiederum als Ausrede nutzt, wirklich wichtige und konkrete Vorhaben nicht durchführen zu können (wie zum Beispiel die Senkung der Fahrpreise).

Man darf gespannt sein, und nicht all zu viel hoffen.    









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