Montag, 7. Januar 2013

Thierses Hetze gegen Minderheiten

Wolfgang Thierse hetzt gegen Minderheiten. Gegen die Schwaben, genauer gesagt. Es nerve ihn, dass man in Berlin nicht mehr Schrippe zu Brötchen sage, sondern immer öfter "Wecken", den schwäbischen Begriff, zu hören bekomme. In Berlin werde es, so der zottelbärtige Thüringer weiter, nie so "sauber und idyllisch" sein wie in Schwaben. Und das mit der Kehrwoche sei sowieso Blödsinn.

Thierse hat vielleicht noch nicht verstanden, dass Berlin die Hauptstadt aller Deutschen ist. Obwohl er sich 15 Jahre lang, seit 1997, daran hätte gewöhnen können. Die Schwaben stellten schon früh den Löwenanteil der Zuziehenden aus dem Bundesgebiet. Eigentlich könnte es ihn ja freuen, dass sie sich so auf den Prenzlauer Berg eingeschossen haben, so bleiben aus seiner Sicht doch wenigstens alle anderen Stadtteile unberührt von der süddeutschen Invasion.

Irgendwie kann ich Thierse auf einer tiefenpsychologischen Ebene verstehen: Vielleicht wollte er halt auch mal über Minderheiten herziehen. Immer nur mahnen, immer nur den Weisen mit dem Bart spielen, das ist langweilig. Immer der Moralapostel, immer der gute, der gerechte Thierse. Vermutlich ödete er sich selbst schon längst an. Dann immer der gleiche Gesichtsausdruck, die monotone Vortragsstimme, aus der 60 Jahre Langeweile herausnölten. Thierse wollte einfach Action!

Doch seine weiße Ethiker-vom-Dienst-Weste wollte er sich auch nicht dreckig machen. Deshalb mal lieber die Finger weggelassen von Israel, den Türken, den Arabern. Lieber die Schwaben angreifen, die sind ja sowieso zum Abschuss freigegeben in Berlin, der wohl intolerantesten Hauptstadt der Welt. 

Mal ehrlich: wie verkommen muss man sein, um selbst in diesen billigen Schwabenhass mit einzustimmen? Wie fahl und leer sind Thierses großspurige, salbungsvolle Mahnungen der letzten 20 Jahre vor Rechtsextremismus und Antisemitismus angesichts dieser Ausfälle, die man eigentlich nur linksautonomen Analphabeten zutraut?
Wie verbohrt muss einer sein, der Landsleute auf pauschalste Art und Weise diffamiert, obwohl diese in der Hauptstadt sowieso schon einen schweren Stand haben?

Thierse hat sich zum Auftakt des neuen Jahres als Heuchler entpuppt. Nicht, dass man das nicht schon vorher hätte ahnen können. Dass er seinen Kritikern und denen, die hauptberuflichen Moralaposteln schon immer mit einer gewissen Skepsis begegnet sind, nun aber eine solche Steilvorlage gibt, ist schon beachtlich. Es ist ein Armutszeugnis von solchen Dimensionen, dass man sich fragt, was wohl als nächstes kommt: der Übertritt zur NPD oder die Blutsbruderschaft mit Thilo Sarrazin und Günter Grass?


   
 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…


Wolf Zottelbär, Feind der Wecken,
blieb solcher im Halse stecken.
Er röchelt um Gnade,
schluckt Sarrazinade,
wollt nicht an `ner Schrippe verrecken.

PB