Sonntag, 24. Februar 2013

Kuhn und Massenmörder Mao - hat der kleine Allgäuer gar nichts gelernt?

Spätestens seit letzter Woche bereue ich meine Entscheidung zutiefst, Fritz Kuhn meine Stimme bei der Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister gegeben zu haben. Letzte Woche nämlich zitierte Kuhn aus der "Mao-Bibel", als er SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück bei dessen Besuch im Stuttgarter Rathaus ein paar "Ratschläge" für den Wahlkampf mit auf den Weg geben wollte.
  
„Fest entschlossen sein, keine Opfer scheuen und alle Schwierigkeiten überwinden, um den Sieg zu erringen“, zitierte der Allgäuer da lustig vor sich hin und fand sich dabei sichtbar amüsant. Es ist eigentlich unfassbar, dass der kleine Kuhn, ein Mann, der eine so lange (bundes-)politische Erfahrung vorzuweisen hat, in ein solches Fettnäpfchen tritt und es nicht einmal zu merken scheint. Noch schlimmer: die Öffentlichkeit scheint es nicht zu stören.

So weit ist es gekommen in Stuttgart: ein Grüner Politiker zitiert unter anhaltendem Gelächter der opportunistischen Schleimer im Publikum aus der Kampfschrift eines der grausamsten Massenmörder des 20.Jahrhunderts, Mao Tsetung, und keiner findet es nur im Geringsten Anstößig. 

Hätte Kuhn dagegen aus einer anderen Streitschrift zitiert, zum Beispiel der eines schnauzbärtigen Oberösterreichers, wie wären die Reaktionen wohl ausgefallen? Sein Amt hätte er vermutlich nicht lange behalten.

Bei der Wahl im letzten Jahr habe ich Kuhn gewählt, um den vollkommen drögen Werbefachmann zu verhindern, dessen Name mir bereits wieder entfallen ist. Das war keine Alternative. Er war kein Politiker, langweilig, technokratisch. Hätte ich ihn lieber mal gewählt. Einen so erbärmlichen Auftritt wie den von Kuhn, bar jeden Fingerspitzengefühls, krawallig, verschwitzt, wie zu schlimmsten 68er Zeiten, das hätte man bei Sebastian Turner nicht erlebt. 

Hier wird auch der Unterschied deutlich zwischen dem konservativen Grünen Kretschmann, der seine linksradikale Zeit in den 70er Jahren als "Verirrungen" verurteilt und dem immer noch linken Kuhn, der im Jahr 2013 im Stuttgarter Rathaus freimütig aus dem Pamphlet eines Massenmörders zitiert, in Anwesenheit und bei offenkundiger Goutierung durch den Kanzlerkandidaten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Der "Filz" der CDU in Stuttgart ist dabei, sich aufzulösen. Die Alternative, die Landtag und Rathaus jetzt beansprucht, ist mehr als beunruhigend.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Aber Herr Baur haben Sie noch nicht gemerkt, dass die linken Politiker Narrenfreiheit besitzen? Anders ist es auch nicht zu erklären, dass Gregor Gysi nach Belieben falsche eidesstattliche Versicherungen abgeben kann, ohne in der Presse dafür angeprangert zu werden. Viel schlimmer als solche Straftaten sind natürlich über 30 Jahre alte Doktorarbeiten, die strafrechtlich überhaupt keine Relevanz haben...

T.Baur hat gesagt…

Ich finde nicht, dass man Gysi und Kuhn vergleichen kann.
Die Linkspartei wird von weiten Teilen der (west-)deutschen Bevölkerung mit ständigem Hinweis auf ihren SED-Ursprung weiterhin nicht ernst genommen.

Die Grünen sind da ganz anders. Sie geben sich mittlerweile bürgerlich, wie im Falle Kretschmanns sogar glaubhaft konservativ, und werden von großen Teilen des Bürgertums, v.a. der Beamtenschaft, wohlwollend akzeptiert.

Dass dies nur eine Fassade ist, konnte man ja bei Fritz Kuhn diese Woche beobachten.