Mittwoch, 6. Februar 2013

Martin Lohmann, willkommener Prügelknabe der Meinungspolizei

Martin Lohmann verliert seinen Lehrauftrag. Das berichtet "Bild Online."

Sein Auftritt hat Schlagzeilen gemacht. Ich will hier gar nicht darauf eingehen, was Lohmann inhaltlich zu den Themen Schwangerschaftsabbruch, Katholizismus, freie Entscheidungen von Frauen usw. gesagt hat. Vieles davon teile ich nicht, einiges fand ich persönlich widerwärtig.

Das ist aber nur meine Meinung. Was ich viel interessanter finde, ist, dass jemand entlassen wird, der eine Meinung vertritt, die nicht der herkömmlichen, der populären Auffassung über ein Thema entspricht. Die herkömmliche Meinung zum Thema Abtreibung ist nun mal, dass Frauen immer abtreiben können, wenn sie denn nur wollen.

Darf man eine andere Meinung vertreten? Offenkundig nicht unbedingt. Oder zumindest nicht, wenn man sich seines Berufes sicher sein will. 

In welcher Welt leben wir eigentlich? Quo vadis, Bundesrepublik? Wird hierzulande Meinungsfreiheit hochgehalten? Oder werden Meinungen nur toleriert, solange es die "richtigen" sind.

Die Hochschule, so gab sie in einem Statement bekannt, vertrete "ein Menschenbild, in dem verschiedene sexuelle Orientierungen toleriert werden." Das ist toll, vorbildlich, natürlich auch erwartbarer, vorhersehbarer PR-Rhabarber.  Doch scheinbar vertritt sie kein Menschenbild, in dem verschiedene Meinungen toleriert werden. Oh, the irony.

Lohmanns Äußerungen waren empörend, ja. Na und? Empörende Meinungen sind vielleicht wichtiger als stromlinienförmige. Wie unsouverän, jemanden zu entlassen, der sagt, was er denkt. Wie undemokratisch. Wie engstirnig. Wie deplaziert.

 

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