Samstag, 20. April 2013

Ulrich Hoeneß' ganz persönliche Bankrotterklärung: der "ehrliche", konservative Wurstfabrikant ist ein Steuerbetrüger

Ulrich Hoeneß war immer eine "Reizfigur", man könnte auch von "Hassfigur" reden. Außer bei Bayern-Fans erfreute sich der kniegeschädigte Ulmer Würstchenfabrikant eigentlich nirgends großer oder irgendeiner Beliebtheit. Vieles sprach gegen den notorisch rotgesichtigen, cholerischen Unsympathen: seine unnötig aggressiven Ausfälle gegen bereits am Boden liegende Gegner, seine offen zur Schau getragene Arroganz und Überheblichkeit und seine Unfähigkeit, Qualitäten von Gegnern auf Augenhöhe anzuerkennen (zuletzt: Borussia Dortmund). All das machte Hoeneß zum personifizierten Sinnbild eines erfolgsverwöhnten, protzigen Machtmenschen.

Allerdings etablierte Hoeneß im Laufe der Jahre relativ erfolgreich das Bild des sozial gewissenhaften, ehrlichen Geschäftsmannes aus einfachen Verhältnissen, konservativ, privat solide und gesund wirtschaftend beim FC Bayern. Wie oft musste man sich in den letzten Jahren anhören, wie großartig und vorbildlich doch das Modell des ökonomisch kerngesunden FC Bayern sei, der im Gegensatz zu anderen europäischen Spitzenklubs nicht auf Pump leben und außerdem über ein prall gefülltes Festgeldkonto verfügen würde? Nicht selten konnte sich der ranzige Schwabe dabei Seitenhiebe auf Klubs verkneifen, die seiner Auffassung eines guten Managements nicht entsprachen.

Mit dem nun eingestandenen Steuerbetrug aber ist auch die letzte bewundernswerte Seite an Hoeneß, die ihm auch Kritiker bescheinigen mussten, wie eine Seifenblase zerplatzt. Jetzt ist Ulrich Hoeneß ausgewiesenermaßen ein Betrüger, der dem deutschen Staat Geld vorenthält. Auch hier unterscheidet sich der pflaumige Bruttler nicht von den skrupellosen Finanzhaien oder Industriekapitänen ohne Gewissen. Es gilt auch bei ihm die Regel: wer viel hat, der will immer noch mehr. Der heutige Tag ist die erbärmlichste vorstellbare Peinlichkeit für den selbsternannten Ehrenmann. Wer die moralischen Standards nämlich an sich selbst und an andere so hoch hängt wie die Münchner Rothaut, der fällt natürlich noch weitaus tiefer, wenn sein schäbiger, kleinkarierter Betrug ans Tageslicht kommt.

Hut ab, Herr Hoeneß: Mit 61 haben Sie ihr öffentliches Image höchstselbst restlos ramponiert!  

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein Moralphilosoph, vorher Kicker
versteckt in der Schwyz seine Klicker.
Vor Steuern sie schonen
denn Leistung muss lohnen.
Sein Bild läuft grad übern Ticker

T.Baur hat gesagt…

Oh Jesus, ein Limerick!