Freitag, 7. Juni 2013

Gleichgeschlechtliche Partnerschaft / Der überaus mediokre Volker Kauder

Das Bundesverfassungsgericht hat eine gute Entscheidung getroffen, und gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe steuerrechtlich gleichgestellt. Das ist konsequent, logisch und ganz und gar zu begrüßen. Der geistig unbewegliche Einfaltspinsel Volker Kauder, der in seinem leeren Parteisoldatendasein ein schlagender Beweis für die völlige Überholtheit der parlamentarischen Demokratie und ihrer kurzsichtigen Beschränktheit ist, findet das - natürlich - nicht gut und warnt vor einer "Politisierung" des Bundesverfassungsgerichts. Ach Jesus, Kauder. Nur in dieser vollkommen funktionsunfähigen Parteiendemokratie ist es möglich, dass sich eine fleischgewordene Mediokrität, wie sie Kauder darstellt, einen nicht unwesentlichen Posten innerhalb der bedeutendsten deutschen Volkspartei erklüngeln konnte. Die Person Volker Kauder ist schon deswegen ein ganz und gar untypisches Konondrum, weil sie ihre offenkundige charakterschwache Inhaltsleere nicht durch rhetorisches Geschick und phrasenschwangere Worthülsendrescherei zu verbergen versteht, sondern ein Gestammel an den Tag legt, das erstaunlich ist und mich panisch nach einer wohlerzogenen kulturellen Elite nach britischem Vorbild schreien lässt.

Die Gleichstellung jedenfalls ist gut. Die Argumente dagegen, die alle den "Schutz der Familie" als schäbiges Alibi zum Fundament hatten, habe ich schon immer als lächerlich und überholt angesehen. Keiner Familie schadet es, wenn nebenan ein lesbisches oder schwules Pärchen wohnt, oder dieses ebenso steuerlich begünstigt wird. Schwule und Lesben hat es immer gegeben; sie sollten natürlich die gleichen Rechte besitzen wie alle anderen. Außerdem lässt sich die Güte einer Gesellschaft immer noch am aussagekräftigsten daran messen, wie sie Minderheiten behandelt, mit ihnen umgeht und über sie denkt. In Deutschland sind wir in dieser Hinsicht relativ weit, aber sicherlich nicht weit genug. Das zeigt sich zum Beispiel in den Kommentarspalten bei faz.net, wo völlig reaktionäre Homophobiker ihr Unwesen treiben und sich als Anwälte einer antiquierten, angestaubten und muffigen Sozialordnung aufspielen.

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Kommentare:

Michael hat gesagt…

Meine Güte, da muss ich jetzt doch mal mein Fremwörtelexikon hervorkramen ;-)
Mediokrität, Konondrum, Homophobiker ... nie gehört. Ansonsten, also inhaltlich OK, leider.

T.Baur hat gesagt…

Mediokrität = Mittelmäßigkeit
Konondrum = Rätsel
Homophobiker = jemand, der Homosexuelle hasst und Homosexualität ablehnt.

Ich weiß, dass es in Deutschland einen Trend gibt, alles möglichst bürgernah, technokratisch und einfach zu schreiben, wie Gebrauchsanweisungen für Staubsauger oder Moderationen von Markus Lanz.

Gott sei Dank darf ich in meinem Blog so viele Fremdwörter verwenden, wie mir beliebt!