Mittwoch, 12. Juni 2013

Präsenile Betzflucht. Mehr bleibt einem nicht mehr nach dem Shitstorm bei Robert Betz

[Der folgende Artikel ist ein anonymer Gastbeitrag]

Zensur auf Communityseiten wie facebook ist ein Thema, das juristisch alsbald diskutiert werden muss. Ja, ich sage MUSS. Denn über das Instrumentarium, das solche Seiten ursprünglich für kommerzielle 'fanpages' bieten, tuen sich inzwischen völlig neue Möglichkeiten für Ideologen jeder Couleur auf, um spirituell-radikal indoktrinierte Meinungen an den Mann zu bringen, zu leiten, mit Kalkül zu filtern und nach Belieben neu zu positionieren.
So geschehen bei Robert Betz, einem in der Esoterikszene inzwischen bekannten Gesicht. Innerhalb einer Woche brauten sich die Wolken über dem Haupt des armen Mannes schnell zum bedrohlichen Shitstorm zusammen. Was war geschehen? In einem folgenreichen Posting des esoterischen Psychologen, in welchem er den Anschauungen seines „Mediums“ Andrea Schirnack Öffentlichkeit gibt, werden die Opfer der Flutkatastrophe 2013 in einer karmischen Kausalitätsfolge selber für die Geschehnisse verantwortlich macht. Dies, und die immer wiederkehrende Diskussion bei Betz, ob Vergewaltigungsopfer nicht etwa selber schuld an ihrem Unglück seien, löste einen ersten Sturm des Protestes auf der Betz-facebook-Fanseite aus. Ich selber wurde dort aufgrund eines kritischen Kommentars gesperrt. In wenigen Zeilen hatte ich angemahnt, dass es sich bei der Verbreitung von solcherlei Ideen um die Kolportation von unmoralischen und vor allem unsozialem Verhalten handle. Meine Anfrage per E-Mail an die Robet-Betz-Redaktion, warum man solch radikalem Gedankengut Schützenhilfe leiste, bleibt bis dato unbeantwortet.
Aufgrund dieser Tatsache wurde ich hellwach und begann, das Vorgehen genauer zu beobachten. Bis heute bin ich nicht sicher, was der Motor von Robert Betz ist. Dennoch stelle ich glasklar fest, dass der Mann mit Kalkül, mit der strategischen Hilfe eines ca. 30köpfigen Redaktionsteams und einer Menge (!) Geld stramme Zensur betreibt. Es ist aus dem Ruinenwerk der bestehen bleibenden Kommentare klar herauslesbar, dass anders denkenden Kommentatoren mittendrin schwuppdiwupp einfach der Hahn abgedreht wird.
In Folge der aufgestachelten Emotionslage rund um's Hochwasser bekamen auch mehrere meiner facebook-Freunde Notiz von den Äußerungen bei Betz und mischten sich ein. Sie begannen, ebenfalls bei Betz zu kommentieren. Das Ergebnis nach einer knappen Woche: Ich kenne inzwischen ca. 20 facebook-User, die gesperrt wurden. Allesamt helle Köpfe, die sich einer gediegenen Sprache und zusammenhängender Logik interdisziplinär zu bedienen wissen. Parallel wurde ich per persönlicher Nachricht von etlichen Leuten angeschrieben, die mich warnten und darauf hin wiesen, dass es merkwürdig um Betz' Therapeuteneigenschaften stünde und dass da etwa nicht ganz koscher sei.
Das Letzte bleibt dahin gestellt. Wir formierten uns jedenfalls zur Gruppe und erhöhten die Gangart: Dafür bekamen wir bei etlichen Bloggern (wie auch hier, danke!!), die die Tragweite des Geschehens zu ermessen imstande waren, die Möglichkeit, Artikel über die Geschehnisse bei Robert Betz zu verfassen. Die Verweislinks kopierten diejenigen von uns, die noch nicht in den Kommentarfunktionen gesperrt waren, auf der facebook-Seite direkt unter die Postings von Betz. Unser Erfolg zur Zeit: Robert Betz sah sich am 12. Juni mitten am Tag gezwungen, eine Stellungnahme zur Zensur auf seiner Seite abzugeben. Noch nie da gewesen! Das wahrlich Perfide an der Sache: Als Marketingprofi weiß Robert Betz, wie er seinen Aktionen ein hübsches Kleidchen anziehen und Fans auf seine Seite ziehen kann. Indem er also mit schmollender Tonart einen beleidigenden Kommentar als Beispiel für seine Zensurkritierien anführte, flogen ihm die Herzen in vorher ungekanntem Ausmaß zu.
Der Mann weiß, was er tut. Sein manipulatives Kalkül ist aufgegangen. Erst mal. Inzwischen schlüpfen aber schon Gesperrte durch die Zensur: Sie werden von anderen facebook-Nutzern huckepack genommen, die noch kommentieren können und die deren Stellungnahmen posten. Oder sie gebären sich selber mit einem frischen facebook-Account wieder. Lustig? Hm... Ich stelle mir nach wie vor die Frage, was die Intention von Robert Betz ist und bekomme spontan demokratische Blinddarmdurchbrüche, wenn jemand humanistisch motivierte Kritik systematisch löscht und im Gegenzug dafür Multiplikatoren von äußerst bedenklichem Format ein Forum bietet. Für heute werde ich jedoch erst mal die präsenile Betzflucht antreten und mir ein wenig Ruhe vor diesen geistig und menschlich verrohten Menschen verordnen. In der Hoffnung, dass das gestern Geschehene in manchen Köpfen nachreift.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, aber der Beamer...?

Anonym hat gesagt…

Schwachsinn.