Sonntag, 9. Juni 2013

Wie Robert Betz und Andrea Schirnack Flutopfer verhöhnen

Ich habe in diesem Blog ja bereits ausgeführt, warum ich den Esoteriker Robert Betz für einen gefährlichen Scharlatan halte und wie er sich darauf versteht, aus der bedrückten Seelenlage verzweifelter Menschen Geld zu machen. In kruden, unzusammenhängenden Sätzen, die jeder inneren Kohärenz und Logik entbehren, schustert Betz Machwerke wie "Wahre Liebe lässt frei" zusammen, ein groteskes Potpourri aus Religiosität, New Age, Motivation und Meditation, das so niveaulos und albern ist, dass konventionelle Motivationstrainer wie Anthony Robbins oder Brian Tracy neben Betz wie philosophische Schwergewichte von größter geistiger Tiefe wirken. Betz hält Vorträge und Seminare, publiziert Bücher und ist mittlerweile im "Mainstream" der Gesellschaft angekommen - mit dem Buch "Willst Du normal sein oder glücklich" steht der rheinische Geschäftsmann momentan auf Rang 2 der Spiegel-Bestsellerliste, Kategorie Sachbuch (Taschenbuch).

In seinem Facebook-Eintrag vom 4.Juni stößt Betz nun in neue, ganz und gar pathologische Dimensionen vor, indem er einer weiteren Esoterikerin namens Andrea Schirnack seine Plattform überlässt. Frau Schirnack lässt es sich hier nicht nehmen, die Opfer der Flutkatastrophe zu verhöhnen, die dieser Tage Deutschland in Atem hält. Tenor: Es ist gut und richtig, was passiert! 



"Wie der Mensch wohnt, das stellt ihn dar. Wenn Wasser in Häuser kommt, dann ist das im Kern „richtig“, es kommen Gefühle ins Haus. Der Mensch besteht aus Wasser [ca. 70 % des menschlichen Körpers], er geht in sein Heim. Diese vermehrten Sintfluten sind auch Teil der laufenden Transformationszeit. Eine solche Zeit stellt ein stark wirkendes Ordnungsprinzip dar. So ähnlich, als wenn ihr in die Küche kommt und seht, da muss der Tisch abgewischt werden und ihr tut das dann. Zeit in der Erde verwaltet Grundgesetze, Transformationszeit „rückt“ Grundgesetze an ihren Platz, in ihre Form „zurück“."

Wie wenn man in die Küche kommt und einen Tisch abwischt, so kommt also - Schirnack zufolge - das Wasser in die Häuser der Menschen. Das Wasser will einfach mal "richtig durchwischen", Ordnung machen, "säubern". Wenn man einer so verquasten Philosophie anhängt wie Betz und Schirnack dies offensichtlich tun, nach der alles "gut und richtig" ist, was passiert, dann muss man wohl auch konsequenterweise diesen ganz beträchtlichen Müll absondern. Denn wenn alles gut und richtig ist, was passiert, schließt das natürlich auch Naturkatastrophen ein, Überschwemmungen eben auch.

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie religiöse Apparatschiks oder Esoteriker derartige Katastrophen zum Anlass nehmen, um ihre spinnerten Theorien zu verbreiten. Jerry Falwell, ein US-amerikanischer Fernsehprediger, sagte nach dem 11.September, Schwule und Aktivisten von Bürgerrechtsbewegungen trügen eine Mitschuld an den Anschlägen, da sie durch ihren dekadenten Lebenswandel Gottes Zorn auf sich zögen. Außerdem sei der rosa Teletubby schwul, und auch hierfür habe der HERR kein Verständnis. Lustig? Ja, aber auch beängstigend.

Betz, Schirnack und Falwell sind in ein und derselben Kategorie; lediglich die Ausprägungen ihres geistigen Durchfalls sind verschieden. Wenn aber alles gut ist, was passiert, ist konsequenterweise alles Böse gut, was passiert. Wenn in Fukushima ein Atomreaktor explodiert, Juden in Vernichtungslagern umkommen, Bosnier in Srebrenica oder Tutsi in Ruanda massakriert werden, wenn Josef Fritzl in Amstetten über Jahrzehnte seine Tochter und seine Enkel, die gleichzeitig seine Kinder sind, foltert, ist das alles Ausdruck einer Transformationszeit, all das ist der Logik Schirnacks (respektive: Betz') zufolge lediglich ein Reinigungsprozess, ein schmutziger Küchentisch, der geputzt werden muss.

Welche Ausmaße das mentale Limbo angenommen haben muss, in dem sich Andrea Schirnack befindet, zeigt der letzte Abschnitt ihres kruden Pamphlets, das Robert Betz goutiert haben muss, da es schließlich auf seiner Facebook-Seite gepostet wurde:

"Weshalb es diese Länder getroffen hat und nicht den Norden, die Küsten. Die Energielage oder die Menschen sind hier nicht besser oder schlechter. Was hier wirkt, ist der Korpus „Erde“ und der Korpus eines Landes, auch hier gibt es Struktur-Zusammenhänge. Ein bestimmtes (Bundes)-Land steht für einen Teil des „Körpers Deutschland“. Meer und Seen in ihrer Regel sind nicht in der Weise relevant für oben beschriebene Transformation, wie Flüsse. Meer und Seen sind Informationsträger, erhaltende Becken des Nehmens und des Gebens als Welle und Strand.
Flüsse und Grundwasser, so wie ihr es jetzt erlebt, spiegeln den Menschen und den Fluss seines Lebens, also die jetzt zu transformierende Gestalt.
Gott zum Gruße, aus dem Maria-Strahl.
Übermittelt durch Andrea Schirnack, Aschau"
Kann man so etwas ansatzweise verstehen? Der "Korpus Erde" wirkt? Es gibt "Strukturzusammenhänge"? Meere und Seen seien nicht relevant. Sie sind Informationsträger? Warum? Warum, Frau Schirnack, sind nicht Donau und Rhein "Informationsträger", aber Seen und Meere? Gibt es dafür eine logische Begründung, oder haben Sie diese Information gerade unter Ihrem Fingernagel gefunden? "Flüsse und Grundwasser, so wie ihr es jetzt erlebt, spiegeln den Menschen und den Fluss seines Lebens, also die jetzt zu transformierende Gestalt." Welche Seelenpein muss man aushalten, um solche Sätze in eine Tastatur einzugeben? Wie tief muss man gesunken sein, wie wenig Selbstwert muss man besitzen, um diesen ausgemachten Schwachsinn abzusondern? Und, im Falle von Robert Betz: Was muss ein Mensch durchlitten haben, der seinen Verstand so komplett den Hasen gegeben hat?

Eine spannende Frage bei tüchtigen Geschäftsmännern wie Betz ist für mich immer: Glauben sie wirklich dran, oder ist es der reine Zynismus? Oder ist es am Ende beides? Hat Betz nur eine Nische erkannt (er kommt aus der Wirtschaft) und diese kaltschnäuzig und zielstrebig ausgenutzt, indem er sich ein paar Karen-Armstrong-Bücher im Schnelldurchlauf angeeignet und seine eigenen Theorien ersponnen hat? Oder ist er ein Überzeugter, ein Konvertit, dessen Fanatismus sich den Anstrich seriöser Lebenshilfe gibt und sich in hellblau glänzende Kent-Hemden hüllt? Genau so schlecht aber wie Betz' schimmernde Hemden seinen Ranzen verdecken können, der Zeugnis von den sprudelnden Einnahmen aus dem halbseidenen Geschäft im Esoterik-Zirkus ablegt, kann sein im tiefen Tenor vorgetragener Murks über die Tatsache hinwegtäuschen, dass er ein niederträchtiges Geschäft mit Verzweifelten macht, dass seine Thesen von einer ungekannten Idiotie sind und dass er und Schirnack wohlwissend Opfer der Flutkatastrophe diffamieren, indem sie ihnen einreden, es wäre gut und sinnvoll, dass ihr Hab und Gut verloren, sie selbst hoch verschuldet, und ihre Existenz vernichtet ist. 


















Kommentare:

Anonym hat gesagt…

tja - so mancher mutmaßt, dass robert betz verbindungen zu scientology pflege. da könnte der has' im pfeffer liegen. *mümmel*

T.Baur hat gesagt…

Scientology hin oder her: Betz ist gefährlich, vor allem für seelisch instabile Menschen. Der Gedanke, dass er sich auf so schäbige Art und Weise an Hilflosen bereichert, ist wirklich unerträglich.

Anonym hat gesagt…

Es wird immer wieder so "Gurus" geben, die suchende Menschen in den Bann ziehen. Ich sage auch: Finger weg vor den manipulativen Äusserungen des Herrn Betz.

Esoterik ist kein Kinderspielplatz - nein. Sie funktioniert! Und schnell ist man drin, ohne es zu merken. Die vielen Herzen die Umarmungen - alles tut einem ja sooo gut. Doch der Teufel kommt nie mit seinem wahren Gesicht. Er zeigt sich eher als ein Engel im Licht... (so stehts auch in der Bibel)

Ich selbst bin diesem Wahn auch schon mal verfallen - ich weiß also wovon ich spreche. Allerdings wurde ich wieder auf den richtigen Weg geführt. Mögen es viele auch...

Wer noch Informationen sucht, kann sich hier mal informieren:
http://www.achtung-lichtarbeit.de/

Anonym hat gesagt…

Auf der Facebook- Seite des Herrn Betz erfährt man ,das es sich bei dem Hochwasser um ein richtiges Ereignis handelt, weil er als das Bewusstsein des Menschen verändernder Vorgang in der Transformationszeit zu verstehen ist.
Man fragt sich was natürlich woher der Begriff „Transformationszeit“ kommt, wann sie begonnen hat und wann sie endet .Da als Beginn dieser Zeit der 21.12.2012 maßgebend ist, muss man den Beginn dem Maya –Kalender zuordnen, denn damit endete er .Dies war für viele Anlass zu Spekulationen bis hin zum Weltuntergang. Da es hiermit aber nicht so geklappt hat, kann man ja auch eine andere Deutung aus dem Nichts hervorzaubern um damit esoterische Erkenntnisse zu verkaufen. Die Tatsache, das sich das Datum inzwischen um mehr als 200 Jahre verschoben hat und wohl schon deswegen keiner die Chance hat den Beginn der „Tranformationszeit“ zu erleben und ihr Opfer zu werden, spielt offenbar keine Rolle.
Da der Maya-Kalender nun - wie gesagt - mit diesem Datum endete, kann er uns ja auch nicht sagen, wie lange die „Tranformationszeit“ dauert bzw. wann sie endet. Also muss man davon ausgehen, das sie erst endet, wenn mit ihr kein Geld mehr zu machen ist. Da kommen wir dann in die philosophische Betrachtung des Begriffes „Ewigkeit“.
Dem Universum ist es übrigens völlig egal, welche Zeitrechnungen der Mensch für sich findet. Es ist wohl nicht bereit, sein natürliches Ordnungssystem darauf einzurichten. Damit müssen wir leider rechnen.
Betrachtet man allerdings die derzeit massive Kritik an der Glaubwürdigkeit des Herrn Betz, fragt man sich doch, ob nicht etwas daran ist. Findet hier ein Reinigungsprozess statt unter dem Motto „Die Geister die ich rief ..“ ?Ein reinigendes Hochwasser in Form einer „Sinn – Flut“ die über das Bauchgefühl hinaus nun bis in die Köpfe gelangt ?
Ein guter Psychologe und Esoteriker (Passt allerdings nicht zusammen ) weiß jedoch wie er sich retten kann, wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht. In der Esoterikindustrie werden schließlich ständig neue Geister produziert und da ist immer eine passende Lichtgestalt dabei. Notfalls entsteht sie in Heimarbeit.
Sind wir mal gespannt, wenn es morgen auf der Betz - Seite heißt:

Mit deiner Verurteilung der ‚Mächtigen’ nährst du dein Gefühl der eigenen Ohnmacht…
Entscheide dich jetzt, dein verurteilendes ‚Opfer-Spiel’ zu beenden und zum immer bewussteren

hermann ziegler hat gesagt…

hahaha - ist ja geradezu grotesk, was das alles passiert. ich habe mal ein video von dem mann gesehen, mir hätte es vor kitsch und immanentem blödsinn beinahe die zehennägel aufgedreht. kann man den typen nicht einfach abschalten? ich will mit so einem niveaulosen blödsinn nicht malträtiert werden. danke für die intelligenten artikel zum ausgleich, aber ob man dem mann damit nicht sogar zu viel aufmerksamkeit zugute kommen lässt?

Michael hat gesagt…

Ich habe auch einige der etz-Aufnahmen gesehen und bin doch sehr skeptisch, was Herrn Betz angeht, zu sehr ist m.E. seine Vergangenheit präsent.
Andereseits sind dort viele sehr interessante Ansätze vorhanden, möglich jedoch auch, dass hier eine "dunkle Seite" Energie aufsammelt, Nun wollte ich einmal die Gegenseite zu Betz hören. Aber das hier vorgebrachte scheint mir von einem Fernsehpublikum hervorgewürgt zu sein, da ist kein Niveau feststellbar. Das hat was von dem kleinen Hund an der Leine, der bellt, weil er weiß: er hängt an der Leine, so wie der angepasste
Fernsehzuschauer. Ich konnte leider keine substantiellen Argumente finden, nichts, worüber sich lohnt, nachzudenken. Schade, dass Denken offenbar so viel schwerer fällt als nachplappern. Wie sagt Soeren Kierkegaard so schön:
--
Untereinander sind die Einzelnen der Mittelmäßigkeit gewiss nicht
unbescheiden, machen sich keiner Unverschämtheit schuldig, sie
respektieren ja gegenseitig des andern Mittelmäßigkeit.

Aber diese sämtlichen Mittelmäßigen, die ganze Masse der Mittelmäßigen oder die Mittelmäßigkeit en masse ist eine Unverschämtheit gegen Gott, denn diese will sich aufwerfen, das Höchste zu sein, will das Ideal
aufrichten. Wie man sich wechselseitig gegen Feuer versichert, so will die
Mittelmäßigkeit die Einzelnen total sichern in der Mittelmäßigkeit, dass die Mittelmäßigkeit das Wahre ist.
--
Ich habe zu R.Betz noch keine abschließende Meinung, aber dieser Blog hat mir nicht geholfen.

T.Baur hat gesagt…

Lieber Michael,

Betz ist meiner Meinung nach nur mit Polemik beizukommen. Substantielle Kritik fällt mir in seinem Fall besonders schwer, da er von vornherein keine substantielle Angriffsfläche bietet.

Nach Lektüre von "Wahre Liebe lässt frei" müsste Ihnen klar sein, was ich meine. Zusammenhangslosen Unfug substantiell zu kritisieren ist an sich bereits ein Ding der Unmöglichkeit.

Mich wundert, dass Sie Kierkegaard gelesen haben, es Ihnen aber andererseits so schwer fällt, Robert Betz als Idioten zu identifizieren. Das verstehe ich wiederum nicht.

Michael hat gesagt…

Hallo Herr Baur,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre Resonanz auf meinen Update. Ich hatte so einiges von R.Betz auf YouTube gehört und
fand die Themen interessant für meine Entwicklung. Ich war nun auf der Suche nach einem Gegenpol zu den YouTube Auftritten
von R.Betz und habe als erstes Ihren Blog gelesen und war enttäuscht. Mittlerweile habe ich meine Position zu R.Betz
geklärt, im Gast-Blog "Irgendwie trotzdem ..." vom Juni 2013 habe ich die gewünschte Substanz gefunden.

Ihre Aussage "Zusammenhangslosen Unfug substantiell zu kritisieren ist an sich bereits ein Ding der Unmöglichkeit" reizt
mich wieder ;-) und so will ich mal meine neue Position ein wenig breittreten. Auch nach Kierkegaard braucht man(n) eine
Weile, um eine Position zu klären, das braucht einen Moment und in dieser Phase hatte ich gebloggt ;-)
zu R.Betz:
Da sind erstmal die Aussagen bei R.Betz, die durchaus anregen und faszinieren, sie verursachen erstmal ein Gefühl das
Verstandenseins (Sie haben ein Problem und wir reden drüber). Seine Themen sind ja an sich nicht schlecht, nur sind sie
zu beleuchten und da fällt auf (wie auch im o.g. Gastbeitrag notiert), dass bei allem "Licht" irgendwelche Schatten, ein
Unwohlsein mitschwingt, was man erst gar nicht benennen kann. Für mich war das die harte Stimme und das schwarze Shirt,
was mich irritiert hat und die Art, wie er immer wieder Sexualität anspricht, z.B.: Ihr Mann geht fremd ... interessant.
Ein Dipl-Psychologe hat wohl ein solides Handwerkzeug, und das, so unterstelle ich, nutzt er gezielt. Damit setzt er
die in der Sozialisation erarbeitete Hemmschwelle massiv herab, begleitet mit ständigen Formulierungen zu Mann+Frau und
Frau+Mann, beständig wiederholt, um es zu vertiefen, siehe Handwerkzeug. Promiskuität auszusprechen wäre hier ein Fehler,
kontraproduktiv, das weiß er. Ihr Mann geht fremd ... interessant: welche Frau kann noch Hemmungen aufrecht erhalten, wenn
der Meister so spricht? Schauen Sie sich die erstellten Videos an, die der Herr von Seminaren ins Netz stellt, da sind sie zu sehen. Herzchen und Likes... es funktioniert, wenn auch mit einem Riesenstab an Helfern.
Andererseits verhilft er einer ganzen Reihe von Menschen zu Lohn, Brot und ?Liebe? - ist auch nicht von der Hand zu weisen.
Zurück zu den Inhalten: Die Zeit ist offenbar für die Inhalte an sich reif, in reiner Form haben sie den Weg zu den Menschen
nur spärlich gefunden. Wie also könnte man die Verbreitung verbessern? Der Transport der Themen, mit denen wir uns jetzt
beschäftigen sollen (das hat sogar die katholische Kirche begriffen) funktioniert, nur fehlt es am richtigen Marketing.
Wie im "richtigen Leben" gilt hier "Sex sells" und so wird dann auch schonmal verbreitet "Sie glauben gar nicht, was beim
"Alten" sexuell noch möglich ist. Adresse eindeutig die weiblichen Seminarteilnehmerinnen. Da isses wieder. Es ist eine
Marketingstrategie, die sich lediglich eines Herrn Betz bedient, um die Verbreitung zu steigern (Herzchen und Like ;-).
Platz 2 in der Bestsellerliste sind in diesem Sinne ein sehr gutes Feedback für die Kampagne. Also kein Neid, Betz ist
hier lediglich der Büttel für die Wesen, die uns mit den neuen Inhalten bekanntmachen wollen. Aber wie bei der Zeitung sind mir die Inhalte wichtig, es ist irrelevant, ob es auf fünfzig Jahre altem Papier verbreitet wird.
Der "zusammenhangslose Unfug" hat also meines Erachtens durchaus Substanz, der sich natürlich nach dem Resonanzprinzip nicht jedem sofort erschließt. Es ist wie eine Ausstellung: Alle Objekte sind gleichzeitig da, nur die Resonanz jedes Betrachters ist unterschiedlich. So zu sehen ist auch das Beiwerk wie Engelsinformationen wie Horoskope: Wenn es gefällt, genießen, wenn nicht, sofort vergessen.

Michael hat gesagt…

... Fortsetzung...
Noch eine Perspektive zu den Flutopfern:
Die Welle der Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und tatsächlich vor Ort erbrachten Hilfsleistungen usw. sind ein sehr hoher ethischer Wert, der nicht vergeht, er hat Bestand und ist belastbar. Es gibt jetzt ein WIR! Davon träumt die Politik nur, mit ihren lächerlichen Milliönchen. Wir brauchen keine Merkel, WIR sind EIN VOLK! Nimmt man den Märtyrergedanken, verbindet diesen mit dem Wissen um die beständige Wiedergeburt, ist dann nicht ein Opfer für den genannten Wert WIR möglich?
Die Energie, die in diesem Gedanken besteht, ist m.E gewaltig.
Die Art, wie R.Betz mit den Flutopfern umgeht, zeigt, dass er nicht begriffen hat und nur plappert. Das macht aber nichts, ein Autoverkäufer muss auch nicht wissen, wie eine Kennfeldzündung arbeitet. Das ist nicht gefährlich.
Die Werte, die Betz nach vorne bringt, sind nicht seine Werte. Seine Werte liegen auf der Bank und gelegentlich im Bett.
Mit etwas Abstand besehen, ist R.Betz nicht gefährlich, eher belustigend mit seinem Bäuchlein.
R.Betz ist kein Idiot, er hat nur eine andere Rolle in dieser Welt und, mal ehrlich, er macht mehr Menschen glücklich als Sie und ich und, bei manchen wird er nie begreifen, wie das gelungen ist, siehe Gastbeitrag.
Also lehnen wir uns belustigt zurück und denken so für uns:
Ein guter Hahn wird niemals fett.

Danke für Ihren Auftritt/Blog, ich werde ihn nicht aus den Augen verlieren und gelegentlich kommentieren.

Anonym hat gesagt…

Auch Robert Betz ist es gelungen, dass für die allgemeine Wahrnehmung Betrug immer weiter bagatellisiert wird. Er suggeriert den Menschen, dass sie völlig auf dem Holzweg sind und unbedingt ihn brauchen, um da wieder heraus zu kommen. Hilfe = teuer.

Anonym hat gesagt…

Vor kurzem habe ich das Buch von Roberte Betz "..glücklich oder normal" nur ausgeliehen, weil Spiegel Bestseller darauf stand. Ich wusste bisher nichts von Robert Betz. Entsetzt war ich über seine Thesen zu Krankheiten und Unfällen. Fragte meinen Mann wie es möglich sei, dass in unserer gebildeten Gesellschaft solch ein Buch auf die Bestsellerliste käme. Auch testete ich seine Handlungsempfehlungen zum Glücklichsein. Seine Empfehlungen funktionieren genau dann, wenn man alleine auf der Welt ist. Nur dann kann man tun was man will ohne die Wünsche, Bedürfnisse und Emotionen anderer Menschen ignorieren und seinen ganz eigenen Weg als Egoist gehen. Dieser Weg ist einsam, gemein und unmenschlich. Die Kindheit als Phase der Unfreiheit darzustellen, die durch die Eltern geprägt ist - ist schlicht Verhöhnung. Eltern haben die Aufgabe Kindern auf ein selbstständiges Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten - in allen Bereichen, die uns das Leben bietet. Sollen wir das nicht mehr tun? Arme Menschheit.
Meiner Ansicht nach macht Herr Betz in Hamburg und Frankfurt einen Job als Marketing Manager hervorragend beherrscht - was seine berufliche Laufbahn zeigt. Marketing für die eigene Sache - Geld scheffeln und das auf Kosten psychisch labiler Menschen - ein gefährliches Unterfangen. Der Mann ist mit allen Wassern gewaschen, kennt alle Trick die man in Marketing für die Beeinflussung von Kaufentscheidungen anwendet und setzt diese hemmungslos zum lukrativen Verkauf seiner Thesen ein. Bedauernswert sind hier die leidtragenden Familien seiner Anhängerschaft.