Montag, 28. Januar 2013

Sexismus-Debatte: Das Wiebke-Bruhns-Fiasko bei Schnarchnase Jauch/Die mutige Anne Wizorek

Wiebke Bruns ist 1938 geboren, vielleicht ist das ja eine Entschuldigung für ihren Auftritt bei "Günter Jauch".

Denn die ehemalige Nachrichtensprecherin (angeblich die erste Frau im deutschen Fernsehen, der diese Ehre zuteil wurde) gerierte sich gestern abend in der ARD wie ein alter Macho, nicht aber wie eine aufgeklärte, emanzipierte Frau.

Ihre seltsam feindselige Haltung dem gesamten Thema "Sexismus" gegenüber, der sich vor allem in einer ablehnend-aggressiven Haltung gegenüber der Initiatorin der Twitter-Aktion "Aufschrei", der mutigen Anne Wizorek, äußerte, ließ mich verwundert zurück. War die Redaktion der Sendung so verzweifelt auf der Suche nach Gästen zum Thema? Hatte Bruns einfach keine Lust und kein Interesse an der Sendung?

Es schien nämlich, als kenne sie die Argumente ihrer Gegenüber (Alice Schwarzer, Silvana Koch-Mehrin, Anne Wizorek) nicht einmal. Doch anstatt diese wenigstens während der Sendung kennenlernen zu wollen, tat sie diese mit abwertenden Handbewegungen ab. "Männer bleiben Männer", lautete ihr resignatives Credo, mit dem sie tatsächlich die gesamte Stunde bestritt (leichte Variationen dieses Hauptmotivs inbegriffen). Es war traurig und deprimierend, einer ehemals erfolgreichen Frau dabei zuzusehen, wie sie das ehrliche und wichtige Anliegen ihrer Geschlechtsgenossinnen nicht nur kleinredete und verleugnete, sondern sich offenkundig nicht einmal ansatzweise damit auseinandergesetzt hatte. 

Selbstgerecht und anmaßend saß Bruns auf ihrem Stuhl. Sie habe lange Jahre im Nahen Osten gearbeitet, erklärte die in die Jahre gekommene Nachrichtenfrau, und viele Menschen hätten ihr nicht einmal die Hand gegeben, sondern im Gegenteil ihre Hände in ihrem "Ding da" versteckt. Damit meinte Bruhns wohl einen Tschador. Ob sie wohl für den Nahen Osten damals so viel Interesse aufbrachte wie für das Thema "Sexismus"? Dafür spräche, das sie nach angeblich langen Jahren in der Region nicht einmal alltägliche Gegenstände fachgerecht benennen kann.

Oder aber ihre Übernahme der sexistischen Denkweise rührt daher, dass sie sich im rauhen Politzirkus der 70er Jahre jahrelang in einer testosterongetränkten Männerdomäne aufhielt und irgendwann deren Attitüden übernahm, in einer seltsamen Variation des "Stockholm-Syndroms". Vielleicht aber liegt ihre verquere Haltung auch schlicht und ergreifend daran, dass die Beziehung zu Schwerenöter Willy Brandt sie derart nachhaltig geprägt hat. Man kann nur darüber spekulieren. Fakt ist, dass sie einer an sich lebhaften, interessanten Diskussion mit ihrer oberflächlich-wegwerfenden Haltung gestern abend massiv geschadet hat.

Leider war sie nicht die einzige. Zu den bereits erwähnten erfreulichen Teilnehmern Koch-Mehrin, Wizorek und Schwarzer gesellte sich noch der Chefredakteur des "Stern", Thomas Osterkorn, der wohl stellvertretend für die Journalistin Laura Himmelreich gekommen war, die ja mit ihrem Artikel über Reiner Brüderle die Twitter-Lawine zum Thema "Sexismus" erst ausgelöst hatte, sich aber verständlicherweise zu TV- oder Radiointerviews nicht in der Lage sieht. Osterkorn stellte sich vorbildlich vor seine Autorin, vertrat etwas sehr mustergültig, trotzdem aber überzeugend die Position des progressiven Mannes, der über den Sexismus im Alltag aufgeklärt ist. Plausibel konterte er auch Günter Jauchs idiotische Frage, warum man nicht schon früher das Thema mit unbekannteren Protagonisten dargestellt habe. Als TV-Journalist und jahrelanger "stern tv"-Moderator müsste Jauch ja eigentlich wissen, dass so ein Thema nur dann seine Wirkung entfaltet, wenn wenigstens minimal prominente Täter in den Fall verstrickt sind.

Neben Osterkorn war dann noch Hellmuth Karasek geladen. Ich verehre Karasek wegen seiner Auftritte im "Literarischen Quartett". Seine politischen Äußerungen mäandern zwischen chauvinistischem Altherrenwitz und verständnisvoll und aufgeklärt. Leider tendierte der 1934 in Brünn geborene Literaturkenner eher zu ersterem. Sei's drum. So ignorant wie "die Bruns" war er allemal nicht.

Schließlich noch ein Wort zur größten "Spaßbremse", dem Trauerkloß Günter Jauch. Wie schon in vorherigen Sendungen leider viel zu oft festzustellen war, fehlt es Jauch schlicht an der geistigen Beweglichkeit, eine Diskussion auf hohem Niveau eine Stunde lang am Leben zu halten und dem Tempo seiner Gäste zu folgen. Immer wieder bremst er sie aus; er geht nur unzureichend auf das ein, was gesagt wird. Statt dessen starrt er auf seine Moderationskarten, scheinbar immer schon überlegend, welche Frage er als nächstes stellen soll. Hochproblematisch ist auch, dass Jauch immer eine einzige, starre, unflexible Grundthese hat (die meist auch sehr simpel ist), diese dann leicht modifiziert jeder Frage beimischt. Diese These lautete gestern: "Gibt es nicht auch Sexismus von Frauen gegenüber Männern."

Da dies von Anfang an niemand ernsthaft abstritt, kam schon nach einer halben Stunde eine leichte Gereiztheit ob der spürbaren Einseitigkeit des Moderators in die Runde. Obwohl sowohl Schwarzer als auch Wizorek Jauch sogar explizit auf seine träge Parteilichkeit hinwiesen, konnte oder wollte dieser nicht aus seiner Haut. Wie so oft hatte man auch bei Jauch (wie bei Bruhns) den beklemmenden Eindruck, dass hier der Moderator seine Gäste, womöglich sogar seine eigene Sendung insgesamt irgendwie nicht leiden kann. Als hätte er gerade in eine Zitrone gebissen; seltsam  elanbefreit, ohne Esprit, ganz lethargisch entledigte sich Jauch seiner Moderatorentätigkeit. Ihm schien alles lästig, er war dann wohl froh, dass es auch vorbei ist. Jauch fehlt jeder Tiefgang, wie schon in anderen Sendungen scheint er auch schlecht vorbereitet; belesen ist er ja ohnehin nicht.

So gab es dann also zwei Ewiggestrige, Jauch und Bruhns. Das ist aber auch nicht weiter tragisch; die Debatte über den alltäglichen Sexismus in Deutschland, dem sich Frauen ausgesetzt sehen, ist eröffnet und in vollem Gang. Mein größter Respekt gilt Anne Wizorek, die nicht nur eine Debatte ungeahnten Ausmaßes bei Twitter losgetreten hat, sondern auch den Mut hatte, sich in eine der prominentesten TV-Shows in Deutschland zu setzen und sich mit einigen renommierten Schwergewichten der deutschen Öffentlichkeit auseinanderzusetzen.         

Eine Woche Basenfasten - ab morgen

Ich beginne morgen mit einer siebentägigen Fastenkur und werde darüber bloggen.

Meine Freundin und ich werden basenfasten, d.h. es handelt sich nicht um ein reines Fasten ohne Zufuhr von jeglicher fester Nahrung. Beim Basenfasten darf man Obst, Gemüse und Kartoffeln essen, natürlich aber nur in sehr eingeschränktem Ausmaß.
Auf dieser Website gibt es mehr Informationen.

Da ich weitgehend vegetarisch bzw. vegan lebe, habe ich ob der Nahrungsumstellung wenig Bedenken. Es geht beim Basenfasten ja darum, säurebildende Lebensmittel zu bannen und so den Organismus zu entlasten. Da die Hauptsäurebildner aus Fleisch, Wurst, Käse und anderen Milchprodukten bestehen, die ich sowieso weitgehend aus meinem Ernährungsplan verbannt habe, dürfte mir dieser Teil des Fastens also nicht allzu schwer fallen.

Mit größerer Spannung sehen ich zwei Dingen entgegen: erstens dem Verzicht auf Kaffee. Ich trinke jeden Tag Kaffee, meistens 2 Tassen, manchmal drei oder vier. Heute bereits stelle ich um. Kräutertee ist erlaubt, oder stilles Wasser. Ich bin gespannt, wie stark mein Verlangen nach einer schönen Tasse Kaffee sein wird, nach einem Tag, nach zwei, nach drei Tagen. 

Des weiteren werde ich mich aufgrund der verringerten Nahrungszufuhr auf gewaltige Essensfantasien einstellen. Das wird unweigerlich kommen. Ich habe gelesen, es soll am dritten Tag am Schlimmsten sein. Das bleibt abzuwarten. Ich werde darüber berichten.

Sonntag, 27. Januar 2013

Adieu, Tatort - auf Krimis ohne Spannung will ich in Zukunft verzichten

Gerade eben sah ich den Film "Die purpurnen Flüsse" aus dem Jahr 2000.

Eigentlich ist heute "Tatort"-Tag, doch wir brechen die Tradition. Der "Tatort" ist nur noch enttäuschend, und er wird auch nicht besser.

Nachdem ich "Die purpurnen Flüsse" gesehen habe, ist mir klar, warum. Es ist fast schmerzhaft einfach: der Film ist verdammt spannend. Das ist der "Tatort" meistens nicht.

"Die purpurnen Flüsse" ist ein Film auf Grundlage eines Romans. Vieles im Film wirkt konstruiert, man muss den Plot nach Ende des Films nochmal nachlesen, um alles zu verstehen. Vieles reißt der Film auch nur an. Er opfert eine auserzählte, konsistente Geschichte einer actionreichen Handlung, und diese Gleichung geht auf. 

Im Tatort wird alles auserzählt. Ich erinnere mich, wie Edgar Selge im Tatort Berlin neulich einen Entführer spielte und recht schnell gefasst wurde, allerdings das Versteck des entführten Kindes nicht verriet. 90 quälende Minuten saß er im Verhör. Es passierte nichts. Ist es typisch deutscher Film, dass zu wenig gehandelt wird? 

Oder der letzte Münsteraner "Tatort": Klamauk mit Ziegen. Künstliche Befruchtung. Der "Tatort" nimmt sich selbst nicht ernst. Oder zu ernst. Dazwischen gibt es nichts. Entweder sozialkritische Moralkeule oder belanglose Blödelei. Einen spannenden Krimi aber, das habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ach, doch, es gab eine Ausnahme: Als Lars Eidinger einen psychopathischen Paketboten spielte, das muss im September gewesen sein, oder noch früher? Eigentlich sollte ja noch Teil 2 folgen. Auch typisch "Tatort" und typisch "ARD": eine Fortsetzung wird nicht in der darauffolgenden Woche gezeigt, sondern...ja, wann eigentlich? Nächstes Jahr? Wenn alle ganz sicher vergessen haben, was eigentlich genau fortgesetzt wird?

Auch die Säulen von früher bröckeln. Der Münchner "Tatort" war immer ein Fels in der Brandung - jetzt ist er nur noch fad. Stuttgart war ja schon immer blöd. Börne und Thiel in Münster waren manchmal lustig, jetzt sind sie lächerlich. Und Borowski? Der ist Lotterie - mal genial, immer öfter aber schauderhaft schlecht und langweilig.

Dann gibt es die "Tatorte", die man sowieso boykottiert. Zum Beispiel Inga Lührsen, die politisch korrekte Flüchtlingshelferin, deren schlechte Laune nicht sympathisch-schrullig ist wie etwa die von Inspektor Columbo, sondern beim Zuschauer nur Magenweh auslöst. Oder Furtwängler. Ganz zu schweigen vom neuen Dortmunder Kommissar, für den Ähnliches gilt wie für Lührsen. Er sollte erst eine Psychotherapie absolvieren bevor er im Polizeidienst weitermacht. Er soll den kauzigen, markanten Charakterkopf darstellen - das Problem ist leider, dass er wirkt wie ein traumatisierter, drogenabhängiger Sinto.

Das ist generell eine Schwachstelle der Kommissare des "Tatort": man erkennt die Absicht des Drehbuchautors und des Regisseure, hier einen schwierigen, neurotischen Typen mit Ecken und Kanten oder einem handfesten Alkoholproblem (Krol) zu zeichnen, der aber trotz alledem das Herz am rechten Fleck hat und "ein guter Typ" ist. Paradebeispiel meiner Meinung nach für diesen Typus ist der Kölner Freddy Schenk. Nun ist es vielleicht so, dass dieses Konzept bei machem Zuschauer aufgeht. Bei mir nicht. Es geht nach hinten los. Freddy Schenk ist einer, dem ich im wahren Leben aus dem Weg gehen würde. Er ist ein cholerischer Rechthaber, ein intoleranter, hemdsärmeliger Blödmann.

All das jedoch wäre noch verkraftbar. Es ist wichtig, aber nicht essentiell, sich mit dem Kommissar identifizieren zu können. Das Hauptproblem bleibt der Spannungsbogen, der in den letzten 10, 15 "Tatort"-Folgen nicht mehr existierte. Er wird nicht mal mehr gespannt, der Bogen. Er bleibt schlaff, von Anfang an. Verkopft, verquast ist der "Tatort", alle 20 Folgen mal ein gutes Stück wie anno dazumal der grandiose "Weil sie böse sind" aus Frankfurt mit einem irreal guten Milan Peschel und einem grandiosen Matthias Schweighöfer reichen da eben nicht.

Deshalb: Adieu, "Tatort", bienvenue, iTunes. Der Sonntagabend gehört von nun an Filmen, die wirklich spannend sind.  

    

Autofahrer, die SMS schreiben

Wieder muss ich auf Peter Hitchens' Blog verweisen. In seiner unnachahmlichen Art philosophierte der Kolumnist der "Mail On Sunday" in dieser Woche über rücksichts- und verantwortungslose Autofahrer, die SMS schreiben und telefonieren, anstatt sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren.
"In my view, as well as about six weeks in a labour camp breaking rocks and eating gruel, any driver caught texting or phoning while driving should be compelled to watch this film, night and day,  till it gets into their dreams and they cannot forget it."
Der Film, von dem Hitchens redet, ist ein besonders grausamer Lehrfilm der walisischen Polizei, in dem ein Autounfall dargestellt wird, der durch SMS-Schreiben während der Fahrt verursacht wird. 
"It is particularly accurate about several things. These are, the appalling speed with which normal life turns into ghastly tragedy, the way in which road accidents appear to go on and on forever if you're in the middle of one, and then the terrible silence when the thing is over, the way in which mechanical things carry on happening even when the crashing has finished, and the way in which the person responsible is also a pitiable victim, simultaneously receiving help and sympathy yet the object of righteous wrath, and of his or her own everlasting remorse."

Seit ich vor 1,2 Jahren wieder selbst Fahrradfahrer geworden bin (zuerst Call-a-bike, dann ein eigenes, gebrauchtes Drei-Gang-Rad, das mittlerweile wieder geklaut wurde) und vor allem im Frühling und im Sommer nichts lieber mache als eine ziellose Runde Fahrrad durch die Stadt zu fahren, merke ich ebenfalls, wie rücksichtslos viele Autofahrer unterwegs sind.

Erstens rasen sie. In der Tübinger Straße in Stuttgart zum Beispiel. Eine enge, auf beiden Seiten beparkte Straße, wo man eigentlich höchstens 30 km/h fahren sollte, aber 50 km/h erlaubt sind. Hier brettert so mancher Idiot durchaus auch mal mit 60, 70 km/h vorbei. 10, 20 km/h, die auf einer so engen Straße einen riesigen Unterschied ausmachen. 

Doch nicht nur das. Vielen Autofahrern ist nicht klar, dass sie die Straße mit Fahrradfahrern teilen. Sie nehmen keine Rücksicht, halten keinen Abstand. Es ist teilweise lebensgefährlich mit dem Fahrrad. Das scheint in London nicht anders zu sein.

An den Verkehrsregeln liegt es nicht. Diese sind klar. Es liegt eher daran, dass viele Menschen sich anscheinend nicht darüber im klaren sind, dass sie in einer übermotorisierten Maschine sitzen, die eine ungeheure (destruktive)Macht entfalten kann. Doch benebelt von Musik und Smartphone brettern sie vor sich hin und nehmen ihre Umwelt nicht wahr. 

Wie so oft mangelt es auch am richtigen Strafmaß. So lange man bei geringen Geschwindigkeitsüberschreitungen maximal einen Punkt in Flensburg bekommt oder 30 Euro zahlt, wird sich am rücksichtslosen Fahrstil einiger Verkehrsteilnehmer wenig ändern. Da helfen auch noch so gut gemeinte Lehrfilme nicht, denn wegzappen kann man ja immer.

  
   






Samstag, 26. Januar 2013

The Blind Watchmaker (1987) von Richard Dawkins


"Darwinism always needs defending", sagte Richard Dawkins bereits 1987 in seiner BBC-Dokumentation "The Blind Watchmaker". Eines der ersten Argumenten der Evolutionsgegner war nämlich, dass, genau wie eine Armbanduhr nicht ohne einen "Designer", einen Hersteller existieren könne, auch Lebewesen unmöglich existieren könnten, wenn sie nicht von einem allmächtigen Hersteller "gemacht" worden wären. 
Obwohl wissenschaftlich schnell durch die Evolutionstheorie entkräftet, findet das Argument auch heute noch überraschend viele Anhänger.

Ines Pohl im DLF zum Thema Sexismus

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1989047/

Zum "Herrenwitz" in der Politik und in der Gesellschaft, plumpen Provokationen des Weinkenners Brüderle und den gesellschaftlichen Konsequenzen des "stern"-Artikels.

Freitag, 25. Januar 2013

Früher war's der Blitzkrieg, heute die EU: Peter Hitchens' Theorie zur deutsch-französischen Beziehung

Peter Hitchens' Sicht auf die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen von 1914 bis heute:


"Germany, even more than France, and comparably to pre-1918 Austria-Hungary, and to Russia then and now,  is a European continental power, not an Atlantic or maritime let alone a global power. Its interests, economic, territorial, diplomatic and military,  lie in the Balkans and in central and eastern Europe.  You can see this from the Brest-Litovsk Treaty of 1917, a clear statement of its territorial desires, neatly replicated in 1941-2, and now interestingly echoed in EU-expansion ( an NATO explansion) diplomacy towards the Balkans, Turkey,  the Caucasus and Ukraine.
It is interested in France only as a threat in its flank, a threat which it has more than once felt it desirable to eliminate with swift strokes, and has now permanently eliminated through the means of the EU, under which France is a German vassal, but is not publicly humiliated and is allowed to maintain the outward trappings of an independent country."

Bill O'Reilly

Bill O'Reilly gehört zu den witzigsten Modertoren im amerikanischen Fernsehen. In seinem Fall jedoch vollends unfreiwillig. Der irischstämmige, fast 2 Meter hoch gewachsene Choleriker moderiert das tägliche "Nachrichtenmagazin" The O'Reilly Factor, die auf dem Fox News Channel läuft.

Darin vertritt O'Reilly rechtspopulistische Ansichten zum aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehen. Typisch für die Sendung ist das Verschwimmen von Fakten und Kommentaren. Vertreten zugeschaltete Gäste abweichende oder gar liberale Meinungen, werden sie zumeist Opfer von O'Reillys ungezügeltem Jähzorn und werden unterbrochen oder niedergeschrien. 


Kein Wunder also, dass O'Reilly seit Jahren im Quotenrennen mit konkurrierenden Sendungen die Nase vorn hat. Sein "Charme" ist einfach unwiderstehlich. Die Welt kann so einfach sein, wenn man nur im Besitz von "Bill O's" Gehirn wäre: da sind die "good Americans" auf der einen Seite, die Traditionalisten, die Republikaner wählen und für niedrige Steuersätze eintreten. Dann gibt es die "Pinheads", die Sozialisten, die für die gleichgeschlechtliche Ehe eintreten, gefährliche Kulturrevolutionäre sind und mit der "liberal Hollywood elite" rumhängen. O'Reillys Lieblingsfeind: Sean Penn. Dieser, so O'Reilly, "liebt Fidel Castro und Hugo Chavez" und würde die USA am liebsten über Nacht in eine westliche Sowjetunion verwandeln.

Irgendwie kann ich nicht verleugnen, eine gewisse Sympathie für den Chauvinisten O'Reilly zu empfinden. Er ist einfach gestrickt und hat eine klare Haltung. Seine Äußerungen sind oft brüllend komisch, sie sind Realsatire. Seine Show ist hervorragende Unterhaltung, wenn man sie nicht allzu ernst nimmt. Ähnliches gilt übrigens auch für den Mormonen und Ex-Alkoholiker Glenn Beck ("My only doctor for years was Dr.Jack Daniels"), der schon mal gern in Lederhosen auf dem Schreibtisch steht und vor der sozialistischen Apokalypse warnt, die, welch Überraschung, natürlich von den Linksliberalen Teufeln über Amerika gebracht wird.

Im Folgenden Interview, das schon relativ alt ist, unterhält sich O'Reilly mit Marilyn Manson, in dem er die Reinkarnation des Teufels erblickt, sich im Gespräch aber verhältnismäßig zivilisiert zeigt. Besonders amüsant: Die Rubrik innerhalb der Show trägt, siehe Anfang des Videos, den Titel: "Children At Risk Segment".

O'Reilly, der Bürgerpolizist der Nation, der sich um das Wohl der Kinder sorgt.