Freitag, 27. September 2013

Bernd Lucke mit bravourösem Parforceritt im politisch korrekten Minenfeld von "Anne Will"

Bernd Lucke hat es wieder einmal gewagt, sich in eine TV-Show zu setzen. Wieder einmal wurde er von kaum erträglichen Mitdiskutanten mit eimerweise Un- oder Halbwahrheiten, Anspielungen, Vorurteilen, Falschaussagen oder ganz unverhohlenen Feindseligkeiten überschüttet, und wieder einmal parierte Lucke fast jeden Angriff gefasst, souverän und eloquent. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass der Prügelknabe des TV- und Polit-Establishments langsam an seine Grenzen kommt, so allein steht er auf weiter Flur gegen eine Armada an politisch korrekten Hanswürsten, die sich ihre weichgewaschenen, linksgrün stromlinienförmigen Einheitsmeinungen gegenseitig bestätigen und den "Bösen" von der AfD wie einen Aussätzigen behandeln. 

Ich mache mir hier nicht die Mühe, das Gesehene chronologisch abzuerzählen. Für eine inhaltliche Revision der Sendung "Anne Will" vom Mittwoch empfehle ich Martin Brosys Zusammenfassung bei boersenpoint.de. Ich will hier nur ein paar Punkte erwähnen, die ich besonders unerträglich fand, und die eine Erwähnung verdienen.

  1. Bernd Lucke saß für 40 Minuten an einem separaten Tisch, außerhalb der Runde. Warum? Nachdem die vier "Premiumdiskutanten", wie ich sie nennen will, also eine beträchtliche Weile ihre sehr gleichförmigen Meinungen ausgetauscht hatten (namentlich: Comedien Serdar Somuncu, Boulevardjournalist Poschardt, Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan sowie Ex-Ministerpräsident von Bayern, Edmund Stoiber), erbarmte sich Anne Will an die separate Bestuhlung, die sich einige Meter von der eigentlichen Runde befand, und befragte Lucke im Eins-zu-eins. Somuncus Frage: "Darf ich wissen, warum Herr Lucke nicht mit uns in der Runde sitzt?" ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Was auch immer Anne Wills Redaktion sich dabei dachte: Es ist ein ausgemachter Quatsch. So verstärkt man die sowieso schon medial verbreitete Meinung, die AfD sei eine sektiererische Randpartei, die man mit der Pinzette anfassen muss, und die nicht salon- bzw. talkshowfähig ist. Ein unmögliches Verhalten.
  2. Ein minutenlanger Streit entfachte sich rund um das Wort "entartet", das Lucke, zugegebenermaßen etwas unglücklich gewählt, in einer Rede direkt am Wahlabend verwendete, als er von einer "Entartung der Demokratie" im deutschen Bundestag sprach. Freilich hat er damit Recht. Dass die politisch korrekte Gesine Schwan sich wie eine Hyäne auf solche Vorlagen stürzt, ist genauso vorhersehbar wie armselig. In philisterhafter Manier und oberlehrerhaftem Dünkel wies sie auf die Geschichte und den Missbrauch des Wortes durch die Nazis hin und Somuncu ergänzte, "Entartung" sei ein von Joseph Goebbels geprägtes Wort. Eine solche Vorlage sollte Lucke zu denken geben. Natürlich hat er mit rechtsradikalem Gedankengut nicht im Entferntesten zu tun. Er wird aber seine Lehren ziehen: Benutzt man in der Öffentlichkeit ein Vokabular, das nicht ausdrücklich zum Kanon linksgrüner, politisch korrekter Sprache gehört, wird man von einer Meute ideologisch in der Wolle gefärbter Nichtswisser gnadenlos verprügelt. An eine inhaltliche Diskussion ist hernach nicht mehr zu denken. 
  3. "Einwanderung ja. Aber nicht in unsere Sozialsysteme" ist ein eigentlich recht harmloser Satz, eine Selbstverständlichkeit für jeden deutschen Bürger, der deutsche Interessen vertritt. Nicht so in unserer Gesellschaft, wo "deutsche Interessen vertreten" ein grundlegendes Übel darstellt und wo ein ganz natürliches Verlangen nach nationaler Souveränität mit einem nationalsozialistischen Glaubensbekenntnis gleichgesetzt wird. Mit oben genanntem Satz jedenfalls warb die AfD im Wahlkampf um Stimmen. Die Reaktion der Diskutanten kann sich der Leser an diesem Punkt selbst ausmalen. Da half es auch nicht, dass Lucke, einmal mehr gut vorbereitet, aus dem Wahlprogramm von CDU/CSU zitierte, wo ein fast identischer Satz zu finden war. "Rechtspopulistisch" ist hierzulande, anders etwa als "linkspopulistisch", immer noch ein Todesurteil. Warum eigentlich?  
Die Talkshow war ein Trauerspiel. Sie bewies, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk, diesmal in Form von Anne Will, kein Interesse an inhaltlichen Auseinandersetzungen jenseits der herkömmlichen Meinungen hat. Die ARD ist, wie das ZDF, von einer linken Ideologie unterwandert. Abweichende Meinungen wie die von Lucke werden alibimäßig gehört, um sie dann als "rechts", "rechtspopulistisch" oder "polemisch" abzukanzeln oder die Vertreter dieser Meinungen dünkelhaft über die deutsche Geschichte aufzuklären und ihnen im Ton des Pädagogen zu erläutern, warum ihre schreckliche Meinung nicht gesellschaftsfähig sei. Auch Anne Will kam, wie alle Journalisten vor ihr nicht umhin, Bernd Lucke nach den angeblichen "rechten Tendenzen" in der AfD zu befragen, eine Frage, die er bereits hundert mal beantwortet hat. Aber eine vorbildliche Journalistin wie Will sieht es vermutlich als ihre heilige Pflicht an, solche Fragen zu stellen. Dabei vergisst sie, was wirklich ihre Pflicht wäre: Eine inhaltliche Debatte zu ermöglichen, die Meinungen anhört, statt sie von vornherein moralisierend im Keim zu ersticken. Das hat Anne Will am Mittwoch nicht geschafft.




Donnerstag, 19. September 2013

AfD erstmals bei 5 Prozent - der Bundestag ruft!

Laut INSA-Sonntagsfrage erzielt die AfD erstmals 5% und würde somit in den deutschen Bundestag einziehen...
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Dr.Gunter Frank - allein im Kampf gegen menschliche Windmühlen

An dieser Stelle will ich auf einen TV-Auftritt meines Lieblingmediziners hinweisen, Dr.Gunter Frank aus Heidelberg. Warum ist er mein Lieblingsmediziner? Ganz einfach: Weil er unbequeme Wahrheiten öffentlich vertritt und sich gegen die grassierenden Zeitgeist-Religionen und deren Dogmen ausspricht, die da wären:

* Massentierhaltung ist per se schlecht
* vegane Ernährung ist gesund bzw. moralisch überlegen bzw. sowohl das eine wie auch das andere
* man kann abnehmen und sein Gewicht halten, solange man sich nur "richtig" ernährt
* Kohlenhydrate sind per se schlecht, Fett ist per se schlecht
* Schlanke Menschen sind automatisch gesünder als mollige bzw. fettleibige Menschen usw.

Es gäbe hier noch diverse andere Dinge, die man aufführen könnte. Frank spricht Klartext. Seine Hauptthese lautet: Es gibt keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Gewichtsabnahmen langfristig funktionieren. Damit sorgt er natürlich für größte Empörung bei den Vertretern einer Abnehmindustrie, deren Branche so boomt wie selten zuvor. Selbsternannten "Ernährungsexperten" schießen heute ins Kraut wie nie zuvor und reiten auf der totalitären Propagandawelle, nach der alle Menschen fit, muskulös, schlank und immer leistungsfähig sein müssen. Das ist nämlich die Religion unserer Zeit, die faschistoide Ausmaße annimmt: Immer erreichbar, immer leistungsfähig, immer fit. 

Gut, dass es Leute wie Dr.Gunter Frank gibt, die unpopuläre Meinungen vertreten, auch auf die Gefahr hin, von der Meute der selbsternannten Experten verlacht zu werden. Ob Detlef D Soost,  Dr. Karl Lauterbach oder Christian Frädrich: Frank knöpft sie sich alle vor. Im WDR saß er vor kurzem in einer von Bettina Boettinger moderierten Talkrunde, in der er wieder einmal wie Don Quixotte gegen Windmühlen in Form von inkompetenten und/oder indoktrinierten Gesundheitsfanatikern und Öko-Stalinisten kämpfte. Viel Spaß beim Genuss von kristallklarer, vernunftbegabter Analyse à la Frank:

(Teile 3-6 bei YouTube)

Die Wahl am Sonntag: Eine Frage des Gewissens / Abriss über das Elend der Blockparteien

Im Folgenden gebe ich meine Wahlempfehlung ab, indem ich das Für und Wider aller Parteien darstelle, die derzeit im Bundestag vertreten sind bzw. relevante Parteien, die eventuell einziehen werden.

CDU/CSU
Mutti Merkel ist unwählbar, weil sie permanent deutsche Interessen missachtet und Deutschland auf den Weg in die Schuldenunion gebracht hat. Sie hat fatalerweise vollkommen überstürzt die Energiewende herbeigeführt, die Strom für Normalverdiener auf absehbare Zeit unbezahlbar machen wird. Sie vertritt keine konservativen Werte und hat die Christdemokraten zu Sozialdemokraten mit hausbackenem Anstrich gemacht. Sie ist kompasslos (siehe Erwin Teufels Kritik an ihr), mutlos und alles in allem der linksgrünen Fraktion nur deshalb vorzuziehen, weil sie das kleinere Übel von allen ist. Sie denkt grundsätzlich totalitär (will, genau wie Schäuble, mehr politische Integration in Europa), ist staatsgläubig (DDR-Vergangenheit?) und denkt nicht freiheitlich.

Zwar gibt es in der CDU Freidenker wie Wolfgang Bosbach, die öffentlich mit der AfD sympathisieren und den Rettungskurs der Kanzlerin kritisieren. Diese sind jedoch die Ausnahme. Insgesamt ist diese Partei eine der Apparatschiks und Parteisoldaten à la Kauder, Gröhe oder Pofalla. Kein Wunder, dass Bernd Lucke diesem Verein den Rücken zugekehrt hat. Die CDU ist ein sozialdemokratisches Monstrum, das seine freiheitlich-liberalen Überzeugungen aus der Kohl-Ära längst über Bord geworfen hat. Mit dem semi-senilen Beifahrer aus Bayern, Seehofer, der eigentlich nichts anderes als ein Sozialist im christlichen Gewande ist, macht sich die CDU ja ohnehin nur lächerlich. Fazit: Eine unwählbare Partei - ideologisch vergiftet, korrumpiert, prinzipienlos.

FDP:
Zur FDP gibt es nichts mehr zu sagen. Eine erbärmlichere Regierungspartei hat es wohl in der Nachkriegsgeschichte nie gegeben. Mit einem Vertrauensvorschuss von fast 16% 2009 belohnt, machten die "liberalen" Versager nichts aus ihren Versprechungen. Schlimmer noch: Sie trugen die verrückte Euro-Politik des Hosenanzugs widerspruchslos mit und verwirkten somit jede Glaubwürdigkeit, die eine liberale Partei im Kern ausmachen müsste. Die FDP ist eine Ansammlung von egomanischen Karrieristen, proletenhaften Camp-David-Trägern und dumpfbackigen, weinseligen Nuschlern, die dann auch noch Spitzenkandidat werden. Westerwelles Vorstellung als Außenminister ist eigentlich nicht der Rede wert: Er spielt international sowieso keine Rolle. Da kann er noch so oft äußern, er sei "in Sorge" um irgendein arabisches Land, in dem es mal wieder brennt.
Fazit: Eine Partei, für die sich der gesamte Bundestag mittlerweile schämen muss. Es ist zu hoffen, dass sie nicht mehr vertreten sein werden.

SPD:
Ein peinlicher Kandidat, ein cholerischer Vorsitzender sowie eine Führungsfrau, die im Bundestag Lieder singt: Die SPD ist eine Partei, die im Begriff ist, sich selbst aufzulösen. In der Opposition versagte sie vollständig. Klare Themen setzt sie nicht mehr und wenn, werden diese opportun von Merkel abgegraben. Es besteht keine Hoffnung mehr für die Genossen. Sie sollten sich zurückziehen und richtige Jobs annehmen, anstatt sich vom Steuerzahler für ihr unwürdiges Nichtstun im Bundestag alimentieren zu lassen. Fazit: Eine Partei der Vergangenheit. Hoffnungslos links, ideenlos, nicht zukunftsfähig. Unwählbar.

Die Grünen:
Die ehemalige Pädophilenpartei verbietet alles, was nicht in ihr dogmatisches Weltbild passt. Sie schwärzt die Massentierhaltung an, will Fleisch verbieten (warum eigentlich? Fleisch ist gesund!), will unsinnige Steuern einführen (als gäbe es nicht genug!), den Mittelstand schröpfen, kurzum: Sie ist eine wirtschaftsfeindliche Partei, der Ideologie über das private Glück der Bürger geht. Der angebliche Klimawandel, für den es weiterhin keine substanziellen Beweise gibt, dient den Grünen als Begründung für alles, etwa vergleichbar mit den USA, die die Terrorbekämpfung als Begründung für die Komplettüberwachung der gesamten globalen Bevölkerung vorschützt. Die grünen sind eine gefährliche Partei, denn sie betreiben Politik nicht mit nüchternem Kalkül und Augenmaß, sondern mit der bulldozerhaften Verblendung, die sich aus einem subjektiven Gefühl der moralischen Überlegenheit speist. Und Moral hat in der Politik nichts verloren: Ein Prinzip, das heutzutage leider nicht verstanden wird. Fazit: Ideologisch, totalitär, moralinsauer: Unwählbar.

Die Linke:
Die Linke ist gegen Auslandseinsätze und versteht sich, so zumindest meine Interpretation, in der Außenpolitik als Partei des  Isolationismus. Diesen Ansatz finde ich hervorragend. Somit setzt sich die Linke von den Blockparteien ab, die widerstandslos den Pudel der Amerikaner spielen oder sich feige enthalten, wenn Entscheidungen in der Außenpolitik anstehen. Sahra Wagenknechts Kritik an der Schuldenunion bzw. an der "Hilfe" für Griechenland ist richtig und präzise. Die Linke hat die verrückten Rettungspakete nicht mitgetragen und verdient dafür Anerkennung. Davon abgesehen, ist die Linke eine wirtschaftsfeindliche Partei mit hanebüchenen Vorstellungen von Mindestlohn und Rente und daher unwählbar. Sie ist qua natura eine totalitäre Partei, die für einen Nanny-Staat eintritt und die Bürger für Kinder hält, die permanent bemuttert, umsorgt und korrigiert werden müssen.
Fazit: Eine Partei mit Charakter und klaren Positionen, die aber insgesamt indiskutabel und unwählbar ist, vor allem aufgrund ihrer wirtschaftsfeindlichen Ausrichtung.

Die Piratenpartei:
Schön, dass die Piraten das Thema Überwachung und NSA auf ihre Agenda setzen und dieser Problematik etwas Aufmerksamkeit verleihen wollen. Ansonsten sehe ich sie als nicht ernstzunehmende Spaßpartei, die leider die idiotische Idee eines Grundeinkommens befürwortet und deshalb vollkommen indiskutabel ist. Außerdem ist Christopher Lauer ein unerträglicher Schnösel, der das Image der Partei leider auf Jahre hin geprägt und beschädigt hat. Fazit: Unwählbar, da links.

AfD:
Die AfD ist schließlich die einzige Partei, die ich mit gutem Gewissen wählen kann. Sie ist die einzige Partei, die sowohl solidarisch mit den restlichen Ländern Europas verfahren will und diesen einen Austritt aus der Euro-Zone ermöglichen will, während die Blockparteien diese unter dem Vorwand der "Hilfe" und "Sanierung" eigentlich nur kaputtsparen. Zudem hat sie deutsche Interessen im Auge, indem sie die Gefahr erkannt hat, die von einer permanenten Schuldenunion ausgeht. Die AfD will ein Europa der souveränen Nationalstaaten mit gemeinsamer Wirtschaftszone und eigenen Währungen - eine vernünftige Idee. Die AfD will ein starkes Bündnis mit Russland à la Bismarck und sich aus den Fängen der amerikanischen Krake befreien - auch dies ein überfälliges Unterfangen, das endlich einmal von einer Partei formuliert wird. Die AfD legt den Finger in die Wunde und bringt Bewegung in das pomadige, anämische Einerlei der Blockparteien, die von der KP in Peking mit ihrem stiernackigen Gehorsam nun wirklich nicht mehr zu unterscheiden sind. Fazit: Die AfD ist die einzig wählbare Partei. Sie ist voll gepackt mit Wirtschaftskompetenz, auf deutsche Interessen bedacht und wendet sich gegen die eurokratische Ideologie.










Samstag, 14. September 2013

Die Mär vom ungerechten deutschen Bildungssystem

Wieder einmal singt die Sueddeutsche Zeitung das immergleiche Lied vom angeblich so ungerechten deutschen Bildungssystem. "So ungerecht ist das deutsche Bildungssystem" kräht es von der Online-Präsenz des linksliberalen Leib- und Magenblattes aller Studenten unter 25. Die von Cholerikern und Philistern wie Heribert Prantl und Hans Leyendecker unterwanderte Tageszeitung will den Lesern mit verbissener Penetranz und unerschütterlicher Stoiker bereits seit einem Jahrzehnt weismachen, dass Migranten und Kinder aus Arbeiterfamilien im deutschen Bildungswesen systematisch zu kurz kommen. Schon immer hatte ich ein seltsames Bauchgefühl angesichts dieser den Nannystaat beschwörenden, anklagenden Formel. Außerdem hege ich ein Misstrauen gegen Studien der  OECD und anderer interlateralen Institutionen. Schließlich sind solche Institutionen schon qua ihrer Natur bürokratisch, unfreiheitlich und staatshörig und goutieren daher selbstverständlich eher Bildungssysteme, in denen der Staat für alles und jeden sorgt und einer egalitären Gleichmacherei verpflichtet ist.
Was derlei Institutionen sowie Medien wie die Heilige Süddeutsche Zeitung verwechseln, ist Chancen- und Ergebnisgleichheit. Dass nämlich Chancengleichheit in Deutschland besteht, kann vom gesunden Menschenverstand nicht eine Sekunde lang angezweifelt werden. Dass die Ergebnisse anders ausfallen, wie manche Idealisten es gern hätten, steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn für alles kann und soll der Staat bestimmt nicht sorgen. Schließlich gehören auch Fleiß, Eigeninitiative und Intelligenz zum Schulerfolg, also Dinge, die im Wertekanon des Elternhauses angelegt sind - oder eben nicht.
Außerdem ist es nun einmal so, dass es immer gute und schlechte Schüler gegeben hat. Das ist nicht nur ein unveränderliches Faktum des Lebens, sondern auch ein unverzichtbarer
Selektionsmechanismus. Denn was würde passieren, wenn alle Schüler hervorragend wären, Einserabis vorweisen und auf Elitehochschulen gingen? Dann hätten diese Zeugnisse keinen Wert mehr, wären überhaupt nicht aussagekräftig. Nicht alle können Spitzenleistungen erzielen. Wäre dies so, hätten wir es vermutlich nicht mehr mit Spitzenleistungen zu tun, sondern mit einem Etikettenschwindel. Dieser hat leider sowieso schon eingesetzt. Die enorme Anzahl an Abiturienten und Studienanfängern sowie die damit einhergehende Abwertung der Haupt- und Realschulen entspringt genau dieser Eingangs erwähnten Gleichmacherei.
Unter dem Deckmäntelchen des Bildungserfolgs findet eine kolossale Aufweichung von Qualitätsstandards statt, so dass sich in deutschen Hochschulen zusehends Analphabeten tummeln, die Thomas Mann für einen Musikproduzenten halten und Ratzinger für eine Biermarke.
Eine strenge Selektion, höhere Standards und eine Stärkung der Realschulen sind oberstes Gebot, um die fatale Aufweichung des deutschen Bildungssystems zu bremsen. Was aber ganz sicher nicht gebraucht wird, sind mantrahafte Dogmen, die der linksgrünen Gleichmacherei Tür und Tor öffnen und das Leistungsprinzip einem totalitären staatlichen Einheitsbrei opfern.

Donnerstag, 12. September 2013

Steinbrücks Stinkefinger und eine Bismarck'sche Perspektive

Das neueste Fettnäpfchen, in das "Peerlusconi" Steinbrück hineingestapft ist, bestätigt alles Schlechte, was man über den Mittsechziger mit dem überschaubaren Kopfschmuck bislang sowieso schon denken musste. Auf dem Cover des Magazins der "Süddeutschen" posiert der Kanzlerkandidat "cool" mit ausgefahrenem Stinkefinger und in Mackerpose. Wieder einmal beweist der sozialistische Dickhäuter und "Genosse", das er selbst in fortschgeschrittenem Lebensalter eine spätpubertäre Phase nach der anderen durchlebt und sich dem halbseidenen Prollo-Milieu mit pseudo-lässigen Gesten und Verhaltensweisen anbiedern muss. Es ist abstoßend und beschämend, nicht mehr und nicht weniger. Steinbrück, das beweist er hier wieder mit demonstrativer Ungeniertheit, ist kein Gentleman und will auch keiner sein. Er ist ein dumpfer Prolet, ein Gernegroß und Aufschneider, der denkt, ein gewisses rhetorisches Talent reiche, um einen Staat wie die Bundesrepublik führen zu können. Damit täuscht er sich allerdings gewaltig. 

Warum, frage ich mich, haben eigentlich viele SPD-Männer ein so offenkundiges Testosteronproblem? Schon Schröder gab den tiefstimmigen, Zigarre rauchenden Parvenü im Maßanzug (wenigstens bewies er mit Brioni halbwegs Geschmack). Platzeck brüstete sich mit seinem Alkohol- und Frauenverschleiß. Siggi Gabriel ist ein einziger unflätiger Zampano. Nur Steinmeier fällt hier als emanzenhafter, verständnisvoller Feministensoftie etwas aus der Reihe. Insgesamt scheinen die Genossen aber von einer ganz widerlichen Neurose befallen, die ein tradiertes, machistisches Männerbild beinhaltet und derlei seltsame Blüten treibt, wie wir sie auf besagtem Cover des "Süddeutsche"-Magazins erleben.

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Dass die AfD sich außenpolitisch an Bismarck orientieren will, finde ich außerordentlich. Bismarck war eigentlich der letzte Kanzler, der deutsche Interessen mit Nachdruck vertreten hat: Konsequent, rational, diplomatisch, wenn es sein musste brutal, immer aber mit strategischem Kalkül und einem langen Atem. Er war der wohl fähigste deutsche Politiker der letzten 500 Jahre. Seine Bündnispolitik mit Russland war ausgefeilt und von großem Erfolg geprägt. Diese Tradition ließe sich gerade im Moment ganz hervorragend wieder aufnehmen. Denn dass Deutschland sich von den USA tendenziell abwenden sollte, steht für mich außer Frage. Zu tief sind die Gräben, die zwischen unserer soliden Republik und den amerikanischen Kriegstreibern und Völkerrechtsbrechern bestehen. Ob Nixon, Carter, Reagan oder Bush - oder Obama: Entweder man hat es mit religiösen Ignoranten zu tun, mit blutrünstigen Waffennarren, oder aber mit einer Kombination aus beidem. Dagegen nimmt sich Putin mit seinen Öl-Oligarchen und seiner souveränen Haltung im Syrienkonflikt aus wie ein gewiefter Demokrat mit Grundprinzipien. Natürlich ist er das nicht, sondern ein skrupelloser Ex-Spion mit - siehe SPD - Männlichkeitskomplex. Deutsche Interessen werden aber durch verschiedene Bündnisse gesichert, und die "Freundschaft" mit den USA ist schon sehr lange überstrapaziert, sollte sie wirklich jemals existiert haben. 



 

Montag, 2. September 2013

Kanzlerduell, Nelson Mandela, Twitter & Hajo Schumacher

Das gestrige TV-Duell habe ich mir erspart. Dafür habe ich, was im Nachhinein eine gar nicht mal so dumme Entscheidung war, die Analysen und Nachbetrachtungen angesehen. Ein paar Anmerkungen dazu will ich an dieser Stelle loswerden. Erstens: Obwohl ich Stefan Raab nicht leiden kann und es mir weiterhin ein Rätsel ist, wie man ein hochgeschlossenes Rundhals-T-Shirt unter ein blaues Hemd anziehen kann, war er ein erfrischendes Element in der drögen Moderatorenrunde. Zwar musste man aus Prinzip schon über die Abwesenheit Günter Jauchs froh sein. Die dauergrinsende Maybrit "Dobermann" Illner jedoch ist eine einzige Plage. Ihre gezwungen kecke, aufgesetzt lockere Attitüde ist verkrampft, unseriös und im Grund genommen einfach ziemlich dämlich. Peter Klöppel ist und bleibt Peter Klöppel, und gegen Anne Will kann man wenig sagen, weil sie eben auch nach einer nicht unerheblich langen TV-Karriere eigentlich ein leeres Blatt Papier geblieben ist. Wenigstens spielte Raab ab und an den Wadenbeißer, den man bei einer solchen Konstellation nun einmal benötigt. 

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Ist es für mich als süddeutschen Mitteleuropäer von Relevanz, dass "Apartheid-Held" Nelson Mandela aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, in dem er drei Monate zubrachte? Ich meine: Nein. Anders sieht das die "Tagesschau", deren Moderator Jan Hofer von mal zu mal grimmiger dreinblickt. Die Redaktion der Sendung fand die Meldung sogar so wichtig, dass man ein paar Krankenwagen einblendete (wohlgemerkt der Marke Volkswagen), die irgendeine Straße irgendwo in Südafrika entlangfuhren, mutmaßlich mit Mandela im Gepäck. Ich denke, hier handelt es sich um ein Grunddilemma der "Tagesschau": Die Sendung ist nun mal auf 15 Minuten konzipiert. Ereignisarme Tage bekommen 15 Minuten Aufmerksamkeit, genau wie die Tage, an denen das World Trade Center einstürzt oder der Dritte Weltkrieg beginnt. Hier sollte man einmal darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, an Tagen wie gestern nach sieben Minuten das Wetter ansagen zu lassen und die Sendung zu beenden. Danach kann ja noch Ranga Yogeshwar etwas zum Klimawandel sagen oder andere Verschwörungstheorien verbreiten. Was Nelson Mandela betrifft: Es mag hart klingen, aber es gibt nur zwei Dinge, die in Bezug auf Nelson Mandela Nachrichtenwert hätten: Entweder er wird wider Erwarten noch einmal Präsident Südafrikas. Oder er stirbt. Alles andere sind unwürdige Lückenfüller, die so banal wie unnötig sind.

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Nochmal zum Kanzlerduell: In der Analyse im ZDF wurde natürlich - man gibt sich ja modern und jugendlich - ein ganz besonderes Augenmerk auf "Twitter" gelegt. Wer hat wann wie reagiert? Gab es einen Aufschrei? Wann hat die "Netzgemeinde" am heftigsten protestiert, und warum? Oh gütiger Hergott Jesus Christus! Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wüsste ich sofort, was ich mir wünschen würde. Ich würde mir wünschen, dass die naive Technologiegläubigkeit erwachsener Menschen aufhört zu existieren. Ich hasse Twitter. Ich hasse Hashtags, ich hasse den Hype, der damit verbunden ist. Ich hasse profilneurotische Politiker, die sich damit brüsten, "ständig online" zu sein, die jeden Furz ihres überbezahlten, bedeutungslosen Daseins auf ihrem armseligen Twitter-Account kundtun müssen. Leider hat Gott meistens kein Interesse, meine Wünsche zu erfüllen, was ich ihm ehrlich gesagt nicht übel nehmen kann. Trotzdem werde ich diese Sehnsucht weiter äußern, ohne jede Hoffnung darauf, dass sich dieser elende Zustand irgendwann verbessert. 

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Übrigens, Kanzlerduell zum Dritten: Hajo Schumacher war gestern mal wieder im TV. Bei Maybrit Illner habe ich ihn mir fünf Minuten "angetan". Seine Frauenfrisur saß wieder ganz gut. Sein inhaltsbefreiter erster Beitrag erhöhte schlagartig meine Motivation, den "Aus"-Knopf des TV-Geräts zu malträtieren. Schumacher steht symbolisch für den Berliner Hauptstadtjournalisten, der sich am Drumherum ergötzt, sich am Hype aufgeilt und an der Titte des medialen Hauptstadtzirkus nuckelt. Inhalt, Prinzipien und Überzeugungen sind ihm so fremd wie dem Taliban das Frauenwahlrecht. Somit ist er in Talkshows wie der von Illner gut aufgehoben.