Donnerstag, 28. November 2013

Robert Betz: Fortsetzung des Dialogs mit einem kritischen Leser dieses Blogs

Hier setze ich das Streitgespräch mit einem anonymen Leser meines Blogs fort. Es freut mich, dass es - zumal unter den anonym kommentierenden - Lesern auch solche zu geben scheint, die zivilisierte Umgangsformen schätzen. Leider kann man dies von den meisten nicht behaupten. Seine Kommentare sind wieder kursiv geschrieben und mit einem Stern (*) versehen.

*Erstmal vielen Dank, für die nette Unterhaltung, sie bereichert seit zwei Tagen meinen morgendlichen Kaffee.
Sie haben recht, ich habe evtl. vergessen, dass es sich hier um einen privaten Blog handelt und keine Tagespresse und IHren Aussagen dementsprechend zuviel beigemessen.
Deswegen möchte ich auch nur auf einzelnes eingehen.
 

1. Mit meiner frage meinte ich eigentlich, ob derjenige, der IHnen das buch geschenkt hat, vielleicht der Meinung war, sie sollten sich in Ihren Beziehungen anders verhalten?

Ihre Suggestivfrage hatte ich durchaus verstanden, und habe sie absichtlich nicht so beantwortet, wie Sie es wollten. Da Sie netterweise jetzt aber explizit schreiben, worauf ihre Frage eigentlich abzielte, kann ich ihnen gerne sagen, dass ich nicht weiß, ob es eine versteckte Absicht gab, mir dieses Buch zu schenken. Es kann sein, es kann aber auch nicht sein.

*2. Robert Betz sagt nicht, dass man seine Krankheiten "verschuldet", sondern, dass unterdrückte negative Gefühle, die Ursache für die meisten Krankheiten sind, also kranke Psyche = kranker Körper! Das hat nichts mit Schuld zu tun, in dem Sinne, dass der Mensch das absichtlich verursacht hat.


Ich denke doch sehr wohl, dass es mit Schuld zu tun hat. Denn zur Krankheit haben ganz offensichtlich Gedanken geführt, die im Betz-Universum als "falsch" gelten, nämlich destruktive Gedanken oder solche der Trauer und Hoffnungslosigkeit. Hätte man, so Betzens irrsinnige Vorstellung, diese Gedanken vorher mit Gedanken der "Liebe" ersetzt, wäre die Krankheit nicht entstanden. Ergo wäre, beispielsweise, auch ein Tumor nicht entstanden. Dafür gibt es aber keine wissenschaftlichen Beweise, es ist eine reine Behauptung seitens Betz. Das halte ich für, gelinde gesagt, verantwortungslos.
Würde man ehrlich sein, müsste man sagen: Ein Tumor oder eine andere schwere Krankheit kann unabhängig von Ihrer Gedankenwelt entstehen. Man kann jahrzehntelang überwiegend depressive Gedanken und Gefühle hegen und körperlich völlig gesund sein. Ebenso kann Optimisten und psychisch kerngesunde Menschen der Schicksalsschlag einer schweren Krankheit ereilen. Wenn man so denkt, macht das die Krankheit zwar nicht besser. Es sorgt aber sicherlich dafür, dass man sich keine Schuldgefühle einredet, die besagen, hätte man anders gedacht, könnte man heute gesund sein. 

Betz ist also mit anderen Worten eine krude Variante der Gedankenpolizei, die zwischen "richtigen" und "falschen" Gedanken unterscheidet - eine Philosophie, die ich persönlich ablehne.

*3.Robert Betz behauptet ja, dass Menschen nur tun sollten was sie lieben, also was sie wollen und fragt dann auch, wie man denkt, dass die Welt dann aussehen würde. Weiter behauptet er, die Gedanken eines Menschen über diesen Zustand der Welt wären ein guter Spiegel, für seinen unbewussten inneren Zustand. Ich finde das sehr interessant.


Was glauben Sie denn, wie die Welt aussehen würde, wenn alle das täten, was sie wollen, bzw. was sie lieben? Und ist das immer dasselbe? Wohl eher nicht. Manche würde gerne ihren Chef umbringen. Das wäre sicherlich kein Akt der Liebe, sondern einer des Hasses. Wollen tun sie es aber trotzdem. Also sind Dinge, die wir tun wollen und Dinge die wir lieben schon mal zwei Paar Stiefel. Es ist eine interessante Frage, wie die Welt aussehen würde, wenn alle das machen würden, was sie wollen. Ich persönlich denke, unsere Welt würde ins Chaos versinken, denn der Mensch braucht Rituale, Pflichten, ja, auch Vorschriften und Regeln. Aber das wäre ein eigenes Thema. Betz kommt mir vor wie ein Alt-Hippie: Liebe und Gefühle frei lassen um jeden Preis. Diese Philosophie ist auch eine Philosophie des Egozentrismus, die ich - als rehabilitierender Katholik - ablehne. 

Auch den zweiten Gedanken, den sie scheinbar interessant finden, halte ich für recht unschlüssig. Ich selbst versuche den Zustand der Welt von meiner eigenen Gefühlswelt abzukoppeln, und es bereitet mir offen gestanden eigentlich auch keine Mühe. Warum auch? Sollte man vergessen, dass im Kongo marodierende Kindersoldatenheere auf harten Drogen ganze Landstriche unsicher machen, nur weil es einem privat ganz hervorragend geht? Oder sollte man verkennen, dass es den meisten Menschen in Deutschland finanziell recht gut geht, weil man selbst gerade Ebbe auf dem Konto hat? Falls ich diesen Punkt falsch verstanden habe, korrigieren Sie mich. Es scheint mir fast zu banal, diese Punkte überhaupt aufzuführen. Ich kann mir allerdings schon vorstellen, dass man nach dem Besuch einiger Betz-Seminare verlernt hat, klar und rational zu denken und sein eigenes inneres Gefühls-Chaos mit dem Zustand der Welt vermengt.

 *Übrigens hat sich auch mir der Gedanke bald aufgedrängt, er wäre eine Art Sektenführer, da er schon einen Kult um seine Person zu betreiben scheint. Aber ich halte das nicht für gefährlich, er beschäftigt ja keine Gotteskrieger ooder so.

Das kann ich nicht beurteilen. Da Betz kein Charisma hat (meiner Meinung nach), taugt er für mich nicht zum Sektenführer. Aber meiner Meinung nach kann er auch nicht schreiben und verkauft dennoch Bücher in Millionenauflage. Also wäre ich mir nicht so sicher, ob er nicht doch das Zeug zum Guru hat.







Mittwoch, 27. November 2013

Liebe "Tagesthemen",

schafft euren Kommentar ab. Er ist kaum erträglich.

Heute war es Rainald Becker, der in gewohnt monotonem Duktus seine kritischen Anmerkungen zum kläglichen Gemurkse der großen Koalition absonderte. Dabei erreichte er einmal mehr mit spielerischer Mühelosigkeit sein offensichtliches Ziel, den TV-Zuseher maximal in Schlafatmung zu versetzen. Die dröge Mimik, der intonationslose Vortrag ohne jegliche Höhen und Tiefen sowie die Tatsache, dass Becker nicht einmal so tat, als würde er wirklich in die Kamera blicken, sondern fein säuberlich jeden einzelnen Satz vom Teleprompter ablas, versetzten mich in eine prämortale Leichenstarre, die immer noch anhält.

Genau so ist es bei allen anderen Kommentatoren, die regelmäßig verstockt und verloren ihren Weg vor die Kamera finden und mit depressiver, sauertöpfischer Mediokrität ihre zwangsfinanzierten, weichgewaschenen Allerweltsmeinungen in den Äther sabbern. Die Institution Tagesthemen-Kommentar ist auf merkwürdige Weise antiquiert und angestaubt. Es ist schon beinahe skurril, in welch steifer Isoliertheit die Damen und Herren des WDR, HR, SWR und wie sie alle heißen in die Linse starren. Ganz wohl scheint ihnen dabei nie zu sein. Sie wirken hölzern, blutleer und spröde. Ihre Aussagen sind so harmlos wie lahm - die Provokation, die einen Kommentar eigentlich ausmachen müsste, kennen die braven Aktenschieber der zwangsfinanzierten Anstalten nur aus dem Duden. Mit dicken Brillengläsern bestückt geistern sie wie Untote vor dem Blau der Tagesthemen-Unendlichkeit hin und her, blicken verstört in den Teleprompter und nuscheln ihre befremdenden Durchschnittsansichten gänzlich beklommen in ihren spärlich sprießenden Bart.

Liebe Tagesthemen: Schafft diesen Kommentar ab, und befreit die Erde von einem chronischen Leiden...


Antwort auf eine Kritik an meinen Ausführungen zu Robert Betz

Hier meine Replik auf den Kommentator "Anonym". Seine Punkte/Ausführungen markiere ich kursiv und mit einem Stern davor, um sie klar von meinen Antworten zu unterscheiden.

*Ich verstehe zumindest, dass sie aus irgend einem Grund ziemlich erbost sind und andere Meinungen ungern gelten lassen. Alle Bücher bestehen aus dem Gedankengut des Autors, nicht nur die Bücher, die Sie mögen oder die Sie interessieren. Stephen King können Sie gerne durch jeden anderen erfolgreichen Autor ersetzen, nehmen Sie halt einen, den Sie auch nicht mögen.

Ich gebe dem Kommentator hier nur theoretisch recht. Nicht jeder Buchautor, oder generell jeder Autor, verkauft sein eigenes Gedankengut. Wäre dem so, gäbe es keine Plagiate. Zu Guttenberg war Autor. Er hat aber das Gedankengut seiner Doktorarbeit zu weiten Teilen gestohlen, es war also nicht sein eigenes.
Betz' Buch "Wahre Liebe lässt frei" ist - und das ist nur ein Verdacht, denn ich kann nicht nachweisen, ob und wo er sich bei anderen bedient hat - nicht nur stilistisch ein Grauen (Achtung: das ist nur meine Meinung), sondern wirkt für mich ganz stark so, als hätte er sich aus einem Kranz an Self-Help-Strömungen und -büchern seine eigene krude Philosophie zusammengebastelt. Ob man das als "Gedankengut" bezeichnen kann, mag umstritten sein. Ich glaube es nicht. Es scheint für mich eher ein geschickt arrangierter Flickenteppich verschiedener esoterischer Schnipsel zu sein.

*Ich habe "wahre Liebe lässt frei" nicht gelesen, aber erkenne Ihre hervorgehobenen Passagen schon als Werk von Robert Betz, da ich ein paar andere seiner bücher gelesen habe.
Wie erwähnt finde auch ich nicht alles stimmig, aber Herr Betz regt mich an, über mein Leben und die Beziehungen zu anderen Menschen nachzudenken und zu überlegen, wo ich vielleicht zu sehr in alten eingefahrenen Mustern verstrickt und mir selber hinderlich bin.
Offenheit ist das Stichwort.

Nein, ich muss auch hier widersprechen. Ich nehme für mich ebenso in Anspruch, offen an Bücher heranzugehen. Ich habe die Lektüre von Betz' Buch nicht als anregend empfunden, sondern als zutiefst stumpfsinning und kindisch. Das ist - wie übrigens alles, was ich hier im Blog schreibe, meine Meinung. Ich nehme zur Kenntnis, dass andere das anders sehen. Aber später mehr dazu.

*Aus Ihrem Text zieht sich wie ein roter Faden nur genau das Gegenteil. Sie urteilen und kritisieren teilweise völlig aus dem Zusammenhang und so, als wäre Ihre Meinung auf jeden Fall die Wahrheit:
"DAS IST ein Buch, in dem Gedankengut steckt".
"...Autorengenie Stephen King...ist...ein Virtuose".
Sie geben keine Argumente sondern manifestieren Ihre Meinung als unverrückbare Tatsache und erstellen sich so ein Konstrukt, in dem Sie immer Recht behalten müssen.

Das sehe ich anders. Die von mir kritisierten Passagen sind, das stimmt, willkürlich gewählt. Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, ist es aber so, dass diese Passagen - meiner Meinung nach - in ihrer Inhaltsleere völlig austauschbar sind.
Jetzt komme ich zu einem Hauptpunkt, den ich schon einmal versucht habe zu erklären (allerdings im Dialog mit einem anderen Kommentator). Wesen und Zweck dieses Blogs ist es, dass ich hier meine Meinung zum Besten geben kann. In ihrer ganzen Unausgewogenheit und Subjektivität. Das ist kein wissenschaftliches Kolloquium, sondern ein Blog. Deshalb verzichte ich auch darauf, vor jedem Satz die Phrase "meiner Meinung nach" oder Variationen davon zu setzen. In diesem Blog geht es um meine Meinung - es ist mein Blog. Das können Sie gerne narzisstisch finden, oder unausgewogen. 

Übrigens: Es ist wohl möglich, aber auch nicht leicht, die literarische Qualität eines Autors "objektiv" und argumentativ zu begründen. Ein geschulter Literaturwissenschaftler mag dazu imstande sein. Es ist aber zu gewissen Teilen eben auch eine Geschmacksfrage.

*Mein Vergleich zwischen Robert Betz und Stephen King sagt nichts aus, über die Art wie ich denke, es ist nur ein Vergleich. Ich will zeigen, dass beide im Grunde zwei Autoren sind, die Bücher verkaufen, natürlich ist mir klar, dass es sich um völlig unterschiedliche Literatur handelt.Aber auch Stephen Kings Bücher werden von manchen Leuten aufgrund der erheblichen Gewaltdarstellung und häufiger sexuell anstößiger Szenen für gefährlich gehalten. Trotzdem habe ich das Lesen seiner sämtlichen Werke während meiner Jugend gut überstanden.

Ich verstehe diese Ausführung nicht. Ja, richtig, jeder Autor ist auf dem Prüfstand und wird auch hin und wieder kritisiert. Auch Stephen King. Was mich dabei gerade vielmehr interessiert, ist, ob Stephen King die Kritik ernst genommen und mit seinen Kritikern in einen Dialog eingetreten ist, oder ob er, wie Robert Betz, seine Kritiker systematisch zensiert? Ich habe da nämlich die Vermutung, dass King hier anders verfuhr. 

*Ihr Text erweckt für mich dagegen den Anschein, dass Sie Ihre Meinung tendenziell wichtiger nehmen, als die der Anderen.

Wie kommen Sie darauf ? Dadurch, dass ich meine Meinung nicht immer auch explizit als solche kennzeichne? Oder dadurch, dass ich nicht am Ende meiner Einträge anfüge: "Man kann all das aber auch ganz anders sehen"? Wie bereits oben erwähnt: In diesem Blog vertrete ich nun mal meine Meinungen. Das heißt deshalb aber nicht, dass ich die - meistens - abweichenden Meinungen anderer nicht zur Kenntnis nehme oder sie grundlos ablehne.


*Was Sie sagen möchten verstehe ich gut, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben. Ich teile Ihre Meinung aber nicht und möchte darüber gerne sprechen.
Daher mal ein paar Fragen:
Warum ist Herrn Betz Gedankengut "gefährlich"?

Nur ein Beispiel: Betz erklärt, man sei selbst für Krankheiten wie Krebs verantwortlich. Ich bin zwar kein Diplom-Psychologe wie Betz. Gesunder Menschenverstand reicht aber aus um zu sehen, dass eine solche - wissenschaftlich bodenlose - Haltung Schuldgefühle bei den Seminarteilnehmern hervorrufen muss.

*Was befürchten Sie, könnte passieren, wenn zuviele Menschen danach handeln?

Wenn sehr viele Menschen Betzens "Philosophie" umsetzten und lebten, käme es innerhalb kürzester Zeit zu Massenpsychosen, Massensuiziden und zu einer Infantilisierung der Gesellschaft. Das hat auch damit zu tun, dass die Leser in seinen Büchern als Kinder angesprochen werden, und nicht als rationale, vernunftbegabte Menschen.

*Wie alt sind Sie?

Ich bin 31.

*Warum sind Sie so verärgert?

Ich bin nicht verärgert. Wie kommen Sie darauf?

*Warum glauben sie, hat Ihnen jemand ein Buch mit diesem Thema geschenkt?

Weil die Person dachte, sie tut mir damit einen Gefallen (diese Person liest selbst viele Esoterikbücher). Nachdem ich sie freundlich darauf hingewiesen hatte, dass dieses Buch nicht das optimale Geschenk war, bekomme ich Sachbücher geschenkt. Solche, die diesen Namen - meiner Meinung nach auch tatsächlich verdienen.

Robert Betz, continued: Ein Kommentator kritisiert meine Kritik an Betz

Unter meinem ersten Post, den ich Anfang des Jahres zum Thema "Robert Betz" geschrieben hatte, ist ein Dialog mit einem anonymen Kommentator entstanden, den ich gerne hier fortführen will. Der Kommentator kritisiert hierbei meine Art der Kritik an Betz. Darauf werde ich im nächsten Post eingehen. Wer den Vorlauf zu diesem Dialog nachlesen will, kann dies in den Kommentaren zu besagtem Artikel tun, der hier verlinkt ist. 

 http://dreyfusss.blogspot.de/2013/01/live-aus-dem-esoterik-ghetto-robert.html?showComment=1385544662031#c9099270396749398608

Hier nun der letzte Kommentar von "Anonym", auf den ich im nächsten Post etwas ausführlicher eingehen werde. Ich tue das vor allem, weil hier einige Punkte genannt werden, die mir bereits andere Kommentatoren zum Vorwurf machten.


"Ich verstehe zumindest, dass sie aus irgend einem Grund ziemlich erbost sind und andere Meinungen ungern gelten lassen. Alle Bücher bestehen aus dem Gedankengut des Autors, nicht nur die Bücher, die Sie mögen oder die Sie interessieren. Stephen King können Sie gerne durch jeden anderen erfolgreichen Autor ersetzen, nehmen Sie halt einen, den Sie auch nicht mögen.
Ich habe "wahre Liebe lässt frei" nicht gelesen, aber erkenne Ihre hervorgehobenen Passagen schon als Werk von Robert Betz, da ich ein paar andere seiner bücher gelesen habe.
Wie erwähnt finde auch ich nicht alles stimmig, aber Herr Betz regt mich an, über mein Leben und die Beziehungen zu anderen Menschen nachzudenken und zu überlegen, wo ich vielleicht zu sehr in alten eingefahrenen Mustern verstrickt und mir selber hinderlich bin.
Offenheit ist das Stichwort.
Aus Ihrem Text zieht sich wie ein roter Faden nur genau das Gegenteil. Sie urteilen und kritisieren teilweise völlig aus dem Zusammenhang und so, als wäre Ihre Meinung auf jeden Fall die Wahrheit:
"DAS IST ein Buch, in dem Gedankengut steckt".
"...Autorengenie Stephen King...ist...ein Virtuose".
Sie geben keine Argumente sondern manifestieren Ihre Meinung als unverrückbare Tatsache und erstellen sich so ein Konstrukt, in dem Sie immer Recht behalten müssen.
Mein Vergleich zwischen Robert Betz und Stephen King sagt nichts aus, über die Art wie ich denke, es ist nur ein Vergleich. Ich will zeigen, dass beide im Grunde zwei Autoren sind, die Bücher verkaufen, natürlich ist mir klar, dass es sich um völlig unterschiedliche Literatur handelt.Aber auch Stephen Kings Bücher werden von manchen Leuten aufgrund der erheblichen Gewaltdarstellung und häufiger sexuell anstößiger Szenen für gefährlich gehalten. Trotzdem habe ich das Lesen seiner sämtlichen Werke während meiner Jugend gut überstanden.
Ihr Text erweckt für mich dagegen den Anschein, dass Sie Ihre Meinung tendenziell wichtiger nehmen, als die der Anderen.
Was Sie sagen möchten verstehe ich gut, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben. Ich teile Ihre Meinung aber nicht und möchte darüber gerne sprechen.
Daher mal ein paar Fragen:
Warum ist Herrn Betz Gedankengut "gefährlich"?
Was befürchten Sie, könnte passieren, wenn zuviele Menschen danach handeln?
Wie alt sind Sie?
Warum sind Sie so verärgert?
Warum glauben sie, hat Ihnen jemand ein Buch mit diesem Thema geschenkt?"

Freitag, 22. November 2013

Eric Zemmour: Konservatismus à la francaise

"Konservative aller Länder, vereinigt euch!"

Es ist zwar eine unabänderliche und augenscheinliche Tatsache, dass Euopa und die Diskurse, die in den meisten europäischen Staaten geführt werden, von einer politisch korrekten, im Grunde genommen totalitären Elite geführt werden. Doch es gibt Lichtblicke. Des öfteren habe ich in diesem Blog bereits auf Peter Hitchens hingewiesen, den unermüdlichen selbsternannten "Paläo-Konservativen" und jüngeren Bruder des legendären Sozialisten Christopher Hitchens. Hitchens schreibt eine wöchentliche Kolumne für die Mail on Sunday, die Schwester der Daily Mail, und ist oft in Radio- und Fernsehsendungen zu Gast, wo er sich gegen Feministinnen, austauschbare Parteisoldaten, prinzipienlose Aufmerksamkeitsjunkies (wie etwa der Comedien Russel Brand) und dergleichen behauptet. Hitchens ist meist polemisch, immer geistreich und sehr oft witzig (manchmal unfreiwillig). Seine Prinzipientreue, sein moderner Puritanismus und sein felsenfester Glaube an den anglikanischen Gott sind bewundernswert - in England hat er viele Fans, die ihm für seine Auflehnung gegen den Zeitgeist dankbar sind.

Auch auf der anderen Seite des Rheins, im Land unseres europäischen Bruders Frankreich, gibt es einen Peter Hitchens. Ein wenig jünger, ein wenig schmaler und ein bißchen agiler kommt er daher. Sein Name ist Eric Zemmour. Zemmour ist allgegenwärtig: Früher war er beim Figaro, mittlerweile hat er einen Radiokommentar bei RTL Radio, tritt im Fernsehen bei Ca se dispute gegen seinen linksliberalen Gegner Nicholas Domenach an und lieferte sich über Jahre in der äußerst populären Samstagabend-Sendung On n'est pas couché heftige Schlagabtausche mit Schauspielern, Buchautoren und Spitzenpolitikern. Antirassismus, artifiziell aufrecht erhaltene Schuldkomplexe, Feminismus und die Zerstörung der traditionellen Familie sind dem hyperaktiven Zemmour ebenso ein Dorn im Auge wie der Mangel an Führungsstärke, den der Chef d'Etat Francois Hollande im Augenblick an den Tag legt. Laut Zemmour befindet sich die französische Politik in den Fängen einer "Bobocratie", einer realitätsfremden und den drängenden Problemen des Landes indifferent gegenüberstehenden linksliberalen Elite, die aus ELLE-Feministinnen, masochistischen Franzosenhassern und eurokratischen Totalitaristen besteht, die die République francaise im zentralistischen Brüsseler Superstaat auflösen wollen.

Zemmour und Hitchens sind Kassandren der Neuzeit, und gleichzeitig auf so verlorenem Posten wie Don Quixote im Kampf gegen seine Windmühlen. Wer ist aber die deutsche Kassandra? Ist es Bernd Lucke? In wirtschaftspolitischer Hinsicht sehr wohl. In Deutschland ist der politische Diskurs jedoch aufgrund unserer Geschichte in vielerlei Hinsicht von vornherein beschädigt. Denn während Hitchens und Zemmour sich frank und frei als "rechts" bezeichnen können und dabei wenig Anstoß erregen, würde dies in Deutschland einem Tabubruch gleichen - die Nazi-Ecke kann für unseren Wohlfühljournalismus nie voll genug sein. Ein Mensch, der sich öffentlich als rechtskonservativ outet, darf sich hierzulande sicher sein, binnen weniger Wochen mundtot und politisch unmöglich gemacht zu werden. Ob sich an diesen Zuständen in mittlerer Zukunft etwas ändert, darf bezweifelt werden. Umso erfrischender ist es da, einen Blick nach Westen bzw. Nordwesten zu werfen, wo Meinungsfreiheit zwar auf dem Papier dieselbe ist wie in Deutschland; die Bedeutung, die ihr in England und Frankreich aber zukommt (und zugestanden wird), ist eine gänzlich andere als die in unserem harmonischen, grünlinken Biotop namens "Bundesrepublik Deutschland".

































 

Der NDR widmet sich dem Phänomen "Robert Betz"

Erfreulicherweise scheinen sich nun auch die Mainstream-Medien mit dem Phänomen Robert Betz zu beschäftigen. Bei einem - laut NDR-Bericht - Jahresumsatz von 10 Mio. Euro fragen sich langsam wohl auch öffentlich-rechtliche Journalisten, was eigentlich inhaltlich und philosophisch hinter dieser menschlichen Gelddruckmaschine steht.

"Robert Betz: 'Glücks-Coach' oder Scharlatan" nennt der NDR seinen Bericht, der Einblick in die Szenerie rund um ein (natürlich restlos) ausverkauftes Seminar des Troisdorfers mit der modischen Mönchsfrisur gibt. Skurrile Szenen sind zu beobachten. Da ist zum einen Betz selbst, mal wieder in einem viel zu engen, schimmernden roten Hemd, wie er in gespielt pastoral-empathischen Ton und geschlossenen Augen ein paar Banalitäten säuselt. Da ist eine Frau mittleren Alters, die sagt, sie habe gerade über 100 Euro für Robert-Betz-Produkte ausgegeben und sofort nachschiebt, dass es sich aber lohne. Da ist die verzerrte Fratze Betzens, der nach einer weiteren Ansprache, gespickt mit fast schon idiotisch trivialen Allgemeinplätzen, dem Auditorium verkündet, man wolle nun noch ein Lied zusammen singen. Im nächsten Moment sieht man Betz, wie er vergnügt und infantil auf der Bühne hin und her schwankt und zusammen mit der scheinbar völlig begeisterten Masse ein Kinderlied schmettert. 

"Ich sage euch, es gibt keine Toten. Was da auf dem Friedhof liegt ist organisches Material, aber keine Seelen. Wenn du tot bist wirst du sagen: 'Scheiße, ich dachte ich wäre tot, aber ich lebe immer noch'[...]"

Das ist das Niveau, auf das man sich bei Betz-Seminaren einlässt. Nicht, dass es überraschen würde. Wenn man es aber sieht, ist man doch verblüfft, wie scheinbar normale Menschen nicht nur Geld für diese offenkundige Abzocke zahlen, sondern der geistigen Diarrhö auch noch Positives abgewinnen können. Doch die Verzweiflung scheint bei einigen immens zu sein. Es ist wahr, was im NDR gesagt wird. Ob Depressionen, Übergewicht oder Ebbe auf dem Konto: Betz bietet für alles eine Lösung. Dass diese einer auch nur oberflächlich kritischen Betrachtung nicht standhält, sondern sich als banal, idiotisch und verantwortungslos herausstellt, scheint den meisten Betz-Jüngern dabei völlig egal zu sein.

Donnerstag, 14. November 2013

Nadja Al-Chalabi, zwangsfinanzierte Gesellschaftsreporterin

Nadja Al-Chalabi saß gerade beim "Morgenmagazin" auf der Couch. Neben Mitri Sirin, dem Moderator. Worüber sie sprachen? Über Robbie Williams, seine Ehe, seine anstehende Tour und darüber, dass er dick geworden sei und ob das nicht bei der Bühnenperformance ein Problem für seine Gelenke darstelle. 

Nadja Al-Chalabi nennt sich "Gesellschaftsreporterin" und wird von Zwangsgebühren finanziert. Ob fest angestellt oder auf Honorarbasis ist mir nicht bekannt.