Mittwoch, 29. Januar 2014

Ist Berlin wirklich so schlimm, wie alle sagen?

Ist Berlin wirklich so schlimm?

Immer wieder höre ich Negatives über unsere Hauptstadt von Freunden und Bekannten, unabhängig davon, ob sie selbst in Berlin leben oder ganz woanders. Die Stadt, so sagen sie, sei dreckig, nichts funktioniere. Ständig werde man angebettelt auf die penetranteste Art und Weise. Die echten Berliner seien nicht nur "schnodderig", sondern regelrecht plump und rüpelhaft, unverschämt und anmaßend und hätten nichts von der anständigen, bescheidenen süddeutschen Gastlichkeit. Die zugereisten Berliner seien fast noch schlimmer: chauvinistisch und überheblich, vor allem aber ignorant. So würden sie kaum ihren als Wahlheimat auserchorenen Kiez verlassen, maßten sich aber an, über alles Nicht-berlinerische zu urteilen und ins Lächerliche zu ziehen.

Es ist schockierend, was ich über Berlin höre. Zwar bin ich selbst ab und an in der Hauptstadt, doch meine Kontakte beschränken sich auf alte Freunde aus der Heimat; zudem halte ich mich meist nicht über längere Zeiträume in Berlin auf, um mir ein Urteil erlauben zu können. Was mir aber zugetragen wird, ist zutiefst deprimierend. Es bestünde, so gehen die Erzählungen weiter, ein regelrechter "Schwabenhass", wobei viele Berliner offenbar entweder nicht willens oder nicht fähig zu sein scheinen, eine Differenzierung vorzunehmen. So bezeichnete man jeden Bürger, der aus den alten Bundesländern kommt, ganz pauschal als Schwaben. Hass auf ethnische Minderheiten - ich kann diese Geschichte immer noch nicht ganz glauben. Ist Berlin nicht tolerant, links und Multikulti? Ganz offenkundig gibt es in Berlin ein neues ethnisches Feindbild: den Schwaben und alles, was man dafür hält. Nach dem Grund für den so genannten "Schwabenhass" gefragt, entgegneten mir meine Freunde, so ganz verstünden sie es selbst nicht. Es müsse mit den gestiegenen Mieten in Berlin zu tun haben. Obwohl allgemein bekannt ist, dass Investoren aus der ganzen Welt Immobilien in Berlin erwerben und so der Mietspiegel allgemein steige, würde dies aber ignoriert und allein den Schwaben die Schuld an diesen Erhöhungen in die Schuhe geschoben. 

Dieser "Schwabenhass" ließ mich sprachlos zurück: ist der Dumpfsinn in Deutschland tatsächlich wieder so weit salonfähig, dass einzelne Volksgruppen Ziel irrationaler Hetze werden? 

Des weiteren wird oft berichtet, in Berlin gebe es eine kaum erträgliche Mitnahmementalität, die sich mit einer falsch verstandenen Sozialromantik verbindet. Es sei unter Berlinern üblich anzunehmen, man hätte ein Anrecht auf staatlich finanzierte Wohnungen in bester Lage, auf kostenlose Kita-Plätze, usw. Auch hier hatte ich anfangs gedacht, ich würde veräppelt. Doch mittlerweile habe ich diese Geschichten schon so oft gehört, dass zumindest ein Funken Wahrheit wohl dran sein muss.

Im Grunde genommen muss man angesichts dieser Phänomene konstatieren, dass die Eigenschaften der Süddeutschen: Anstand, Heiterkeit, Fleiß und Familiensinn, Disziplin und Geistesweite, im modernen Berlin scheinbar nicht verbreitet sind. Und dass auch die durchaus positiven preußischen Eigenschaften: Tugendhaftigkeit, Gehorsam, Pflichtgefühl und verschrobener Humor - einer ganz abstoßenden, weit verbreiteten und durch linksgrüne Politiker noch verstärkten Mentalität des Jammerns, des leistungslosen Beziehens von Staatsgeldern Platz gemacht hat. Besonders schlimm finde ich dabei all die "Zugereisten", die offenbar umstandslos dazu bereit sind, ihrer alten Heimat nicht nur den Rücken zu kehren, sondern ihr noch ans Bein zu pinkeln und sich als spesenreitende Nestbeschmutzer hervorzutun, die die Berliner Mentalität in sich aufsaugen und ihre nord-, süd- oder westdeutschen Wurzeln verheimlichen.

Aber Berlin hat, wenn man ehrlich ist, Deutschland immer schon nur Unglück gebracht. Das 1871 gegründete Reich mit Berlin als deutscher Hauptstadt war der erste Fehlschlag, der mit der kompletten Zerstörung der Stadt 1945 endete. 1997 entschlossen sich größenwahnsinnige Spesenritter in Bonn, den Regierungssitz wieder ins Spree-Athen zu verlegen. Die Gründe sind bis heute schleierhaft. Bonn hatte sich als Hauptstadt bewährt und verdient gemacht. Im Jahr 2014 scheint Berlin alle schlechten Eigenschaften zu bestätigen, die der Stadt jemals zugerechnet worden sind: Größenwahn, Plumpheit, Lethargie, Anmaßung und Selbstgerechtigkeit, fehlender Arbeitssinn und betonköpfiger Atheismus.

Wenn es stimmt, was mir meine Berliner Freunde sagen, sieht die Stadt schweren Zeiten entgegen. Da schon jetzt wenig reibungslos funktioniert, müssen sich die Berliner Bürger auf eine kommende Insolvenz einstellen. Geld nämlich nehmen sie bislang noch gerne aus den von ihnen so gehassten "Schwabenländern" entgegen. Sollten diese "Schwaben" dazu einmal nicht mehr bereit sein, müssen sich die Berliner auf den Beistand ihres atheistischen Gottes verlassen, um nicht das Schicksal einer Stadt der Dritten Welt zu erfahren. 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Nett zusammengetragene Klischees, um viele Klickzahlen zu erhalten :-)