Mittwoch, 1. Januar 2014

"The Master": Mein Kommentar

Gestern hatte ich das Vergnügen, den Film "The Master" zu sehen, der vor über einem Jahr bereits in deutschen Kinos zu sehen war. Damals kam ich aus unterschiedlichen Gründen nicht dazu, den Film im Kino zu sehen, weshalb ich umso gespannter war, ihn dann endlich gestern zum Jahreswechsel auf DVD anzusehen. 

Um es kurz zu machen: "The Master" muss man nicht gesehen haben. Im Film geht es ja bekanntlich um die Geschichte von L.Ron Hubbard, dem Gründer von Scientology, verkörpert von Philip Seymour Hoffman, sowie dem Weltkriegsveteran Freddy Quell, gespielt von Joaquin Phoenix. Zwar heißt Hoffman im Film nicht wie der allseits bekannte Sektengründer, sondern Lancaster Dodd, doch es ist recht klar, dass die Figur zumindest ans Original angelehnt ist.

Das Problem ist, dass der Film keine dramaturgische Spannung hat. Es gibt keine Exposition, keinen Spannungshöhepunkt, keine Katharsis. Ich weiß nicht, ob es Filme gegeben hat, die völlig ohne diese Struktur etwas taugen. "The Master" jedenfalls scheitert daran. Er scheitert zwar nicht grandios: dafür ist der Film zu interessant, dafür sind die Schauspieler viel zu gut (hier wurden mit Hoffman, dem vielleicht besten Schauspieler in Hollywood, und Phoenix wirklich schauspielerische Perlen vor die filmische Sau geworfen); scheitern tut er trotzdem.

Denn in gut zwei Stunden passiert recht wenig. Quell schleicht sich auf Dodds Hausboot, erschleicht sich mit seiner kauzigen Art und seinem selbstgebrannten Fusel die Sympathien des guruhaften Pseudo-Wissenschaftlers. Es entsteht alsbald eine servile Beziehung der Unterordnung zwischen dem ultraloyalen Quell und dem linkisch kontrollierenden, aber warmherzigen Dodd. Dieser testet Psychotechniken an seinem neuen Schützling, sendet ihn auf Botengänge, führt tiefsinnige Gespräche mit ihm und experimentiert mit Drogen. Quell gehört schnell zum inneren Zirkel des zur Megalomanie neigenden Dodd. Das ist die Geschichte: Vielmehr ist da nicht. Und es reicht nicht für einen Film, der zwar atmosphärisch einiges hergibt, bei dem man sich aber alle 10 Minuten fragt, ob das Entscheidenden vielleicht doch noch kommt.

"The Master" ist keine völlige Enttäuschung, es bleibt ein interessanter Film. Mehr aber auch nicht.

Keine Kommentare: