Mittwoch, 29. Januar 2014

Ist Berlin wirklich so schlimm, wie alle sagen?

Ist Berlin wirklich so schlimm?

Immer wieder höre ich Negatives über unsere Hauptstadt von Freunden und Bekannten, unabhängig davon, ob sie selbst in Berlin leben oder ganz woanders. Die Stadt, so sagen sie, sei dreckig, nichts funktioniere. Ständig werde man angebettelt auf die penetranteste Art und Weise. Die echten Berliner seien nicht nur "schnodderig", sondern regelrecht plump und rüpelhaft, unverschämt und anmaßend und hätten nichts von der anständigen, bescheidenen süddeutschen Gastlichkeit. Die zugereisten Berliner seien fast noch schlimmer: chauvinistisch und überheblich, vor allem aber ignorant. So würden sie kaum ihren als Wahlheimat auserchorenen Kiez verlassen, maßten sich aber an, über alles Nicht-berlinerische zu urteilen und ins Lächerliche zu ziehen.

Es ist schockierend, was ich über Berlin höre. Zwar bin ich selbst ab und an in der Hauptstadt, doch meine Kontakte beschränken sich auf alte Freunde aus der Heimat; zudem halte ich mich meist nicht über längere Zeiträume in Berlin auf, um mir ein Urteil erlauben zu können. Was mir aber zugetragen wird, ist zutiefst deprimierend. Es bestünde, so gehen die Erzählungen weiter, ein regelrechter "Schwabenhass", wobei viele Berliner offenbar entweder nicht willens oder nicht fähig zu sein scheinen, eine Differenzierung vorzunehmen. So bezeichnete man jeden Bürger, der aus den alten Bundesländern kommt, ganz pauschal als Schwaben. Hass auf ethnische Minderheiten - ich kann diese Geschichte immer noch nicht ganz glauben. Ist Berlin nicht tolerant, links und Multikulti? Ganz offenkundig gibt es in Berlin ein neues ethnisches Feindbild: den Schwaben und alles, was man dafür hält. Nach dem Grund für den so genannten "Schwabenhass" gefragt, entgegneten mir meine Freunde, so ganz verstünden sie es selbst nicht. Es müsse mit den gestiegenen Mieten in Berlin zu tun haben. Obwohl allgemein bekannt ist, dass Investoren aus der ganzen Welt Immobilien in Berlin erwerben und so der Mietspiegel allgemein steige, würde dies aber ignoriert und allein den Schwaben die Schuld an diesen Erhöhungen in die Schuhe geschoben. 

Dieser "Schwabenhass" ließ mich sprachlos zurück: ist der Dumpfsinn in Deutschland tatsächlich wieder so weit salonfähig, dass einzelne Volksgruppen Ziel irrationaler Hetze werden? 

Des weiteren wird oft berichtet, in Berlin gebe es eine kaum erträgliche Mitnahmementalität, die sich mit einer falsch verstandenen Sozialromantik verbindet. Es sei unter Berlinern üblich anzunehmen, man hätte ein Anrecht auf staatlich finanzierte Wohnungen in bester Lage, auf kostenlose Kita-Plätze, usw. Auch hier hatte ich anfangs gedacht, ich würde veräppelt. Doch mittlerweile habe ich diese Geschichten schon so oft gehört, dass zumindest ein Funken Wahrheit wohl dran sein muss.

Im Grunde genommen muss man angesichts dieser Phänomene konstatieren, dass die Eigenschaften der Süddeutschen: Anstand, Heiterkeit, Fleiß und Familiensinn, Disziplin und Geistesweite, im modernen Berlin scheinbar nicht verbreitet sind. Und dass auch die durchaus positiven preußischen Eigenschaften: Tugendhaftigkeit, Gehorsam, Pflichtgefühl und verschrobener Humor - einer ganz abstoßenden, weit verbreiteten und durch linksgrüne Politiker noch verstärkten Mentalität des Jammerns, des leistungslosen Beziehens von Staatsgeldern Platz gemacht hat. Besonders schlimm finde ich dabei all die "Zugereisten", die offenbar umstandslos dazu bereit sind, ihrer alten Heimat nicht nur den Rücken zu kehren, sondern ihr noch ans Bein zu pinkeln und sich als spesenreitende Nestbeschmutzer hervorzutun, die die Berliner Mentalität in sich aufsaugen und ihre nord-, süd- oder westdeutschen Wurzeln verheimlichen.

Aber Berlin hat, wenn man ehrlich ist, Deutschland immer schon nur Unglück gebracht. Das 1871 gegründete Reich mit Berlin als deutscher Hauptstadt war der erste Fehlschlag, der mit der kompletten Zerstörung der Stadt 1945 endete. 1997 entschlossen sich größenwahnsinnige Spesenritter in Bonn, den Regierungssitz wieder ins Spree-Athen zu verlegen. Die Gründe sind bis heute schleierhaft. Bonn hatte sich als Hauptstadt bewährt und verdient gemacht. Im Jahr 2014 scheint Berlin alle schlechten Eigenschaften zu bestätigen, die der Stadt jemals zugerechnet worden sind: Größenwahn, Plumpheit, Lethargie, Anmaßung und Selbstgerechtigkeit, fehlender Arbeitssinn und betonköpfiger Atheismus.

Wenn es stimmt, was mir meine Berliner Freunde sagen, sieht die Stadt schweren Zeiten entgegen. Da schon jetzt wenig reibungslos funktioniert, müssen sich die Berliner Bürger auf eine kommende Insolvenz einstellen. Geld nämlich nehmen sie bislang noch gerne aus den von ihnen so gehassten "Schwabenländern" entgegen. Sollten diese "Schwaben" dazu einmal nicht mehr bereit sein, müssen sich die Berliner auf den Beistand ihres atheistischen Gottes verlassen, um nicht das Schicksal einer Stadt der Dritten Welt zu erfahren. 

Sotschi

Anlässlich der anstehenden Olympiade im russischen Ort Sotschi will ich hier ein paar Anmerkungen dazu loswerden. Erstens halte ich die modernen olympischen Spiele für eine fast beispiellose Idiotie. Oft hört man derzeit, und überhaupt immer, wenn wieder einmal olympische Spiele vor der Tür stehen, Phrasen wie: "Schade, dass die Politik x tut, denn eigentlich geht es ja um etwas ganz Tolles, nämlich die olympischen Spiele", oder aber "Der sportliche Wettkampf begeistert uns alle - es muss dafür gesorgt werden, dass die Spiele ohne Störungen vonstatten gehen können" und so weiter. Kurzum: Die Spiele seien, so der Tenor der Mainstream-Presse, eigentlich das Tollste, was es gibt; lediglich böse Diktatoren machten den Sportlern einen Strich durch die Rechnung.

Aber leider ist die Wahrheit ja wohl nicht so rosig. Die olympischen Spiele sind wie so vieles heutzutage vor allem ein großes Geschäft, von dem hauptsächlich eine kleine Elite und deren Vasallen profitieren, sei es Putin und seine Oligarchen, die sich alle ein fettes Stück des Steaks sichern wollen, oder sei es die mächtige Clique um Thomas Bach, den IOC-Präsidenten. Prestige und Geld - mehr ist Olympia heute nicht mehr. 

Olympia ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Und genau so wenig, wie unsere Gesellschaft von Sportlichkeit und Fairness geprägt ist, sind es die olympischen Spiele. Wie in unserer Gesellschaft dominieren bei den Spielen Leistungs- und Konformitätsdruck; schon der zweite Platz ist eine Niederlage. Hier wie da wird gedopt: Hier mit Alkohol und Zigaretten, dort mit Blutampullen und Spritzen. Wenn ich an die Olympiade in London zurückdenke, muss ich an die 14-jährige chinesische Schwimmerin denken, die all ihren Konkurrentinnen um eine halbe Beckenlänge davonschwamm. Mitgefühl und Beklommenheit macht sich in mir breit, wenn ich mir vorstelle, welche Substanzen sie verabreicht bekommen haben muss, um diesen gloriosen Sieg für die Volksrepublik davonzutragen.

Olympia macht die Seelen der Sportler kaputt, genau wie es die Heimat der in ärmlichen Verhältnissen lebenden südrussischen Bevölkerung von Sotschi zerstört. Es ist müßig zu erwähnen, dass diese natürlich nichts haben werden von der glitzernden Welt des Olympia-Zirkus, der in diesem Winter bei ihnen Station macht und ihre Heimat in ein Hochsicherheitsterritorium verwandelt hat.

Olympia ist Hochleistungsperformance unter Drogen und Psychostress. Es muss gesiegt werden, fürs Vaterland, für die Sponsoren, für sich selbst. Olympia ist ein krankes, dämliches Spektakel für Sadisten: Wer im alten Rom Gladiatorenkämpfe betrachtete, um seine primitiven Instinkte zu befriedigen, wird heute vor der Glotze hängen und sich junge Menschen in stählernen Körpern ansehen, die aus falsch verstandenem Wettbewerbsdenken und dem Druck ihrer nationalen Sportverbände so voll mit chemischen Substanzen sind, das sie vermutlich später nicht einmal mehr eine Erinnerung daran haben werden, was sie in Sotschi getan haben, dass sie überhaupt anwesend waren oder wer sie sind.

Die olympischen Spiele waren eine gute Idee in der Antike. Heute sind sie ein zynischer Geldapparat von Eliten für Eliten. Sie sind abstoßend und gruselig, und man muss Christus danken, dass die Bayern bei der Volksbefragung eine Olympia-Bewerbung abgelehnt haben. Alle Athleten verdienen Mitgefühl: das Hamsterrad, indem sie sich befinden, ist für Normalbürger eigentlich unvorstellbar.  

Camp David - die ultimative Prollo-Garderobe (continued)

Vor bald zwei Jahren ließ ich mich hier im Blog über Thomas Helmers Modegeschmack aus und verteilte bei der Gelegenheit noch eine Breitseite gegen die Modemarke Camp David, vor allem aber auch gegen deren Klientel.

Sei es Camp David, La Martina oder Polo Ralph Lauren: In den letzten zwei Jahren hat sich bestätigt, dass sonnenstudiogebräunte, gegelte, Ohrringe tragende Männer aus der bildungsfernen Schicht ganz gerne mal als Streifenhörnchen herumrennen und einen geschmacklosen Reiter auf der Brust tragen. Außerdem lieben sie Nummern und Zahlen und tragen diese deshalb - aufs Shirt geflockt - mit stolz geschwellter Hühnerbrust und angestrengt eingezogener Wampe durch Deutschlands triste Fußgängerzonen. Was das Camp-David-Klientel zudem noch eint ist eine Bewunderung für ihren Helden Dieter Bohlen, der die Papageienmode salonfähig und dem deutschen Durchschnittsmichel schmackhaft gemacht hat.

Ein anonymer Kommentar flatterte vor zwei Tagen herein, der mir nun Anlass für diesen Blogpost gibt. Er bestätigt auf seine sympathisch naive Art meinen Post von vor zwei Jahren und ist in seiner bemitleidenswerten Vorschulhaftigkeit schon beinahe so symptomatisch, dass man meinen könnte, ich hätte ihn selbst und absichtlich so verfasst. Habe ich aber nicht. Der Kommentar lautet:

"camp david ist die beste mode und dieter bohle ist der beste sänger und musicker von deutschland"

Case closed. Wer Camp David kaufen will, soll dies gerne tun. Er soll aber nicht behaupten, er wisse nicht, in welcher Gesellschaft er sich dabei befindet.

Dienstag, 28. Januar 2014

Wolf of Wall Street: Vulgär, plump und alter Käse - trotzdem sehenswert

Im erst vor kurzem neu eröffneten "Zoo-Palast" in Berlin, in einem schier wahnwitzig großen Saal, sah ich vor zwei Tagen den Film "The Wolf of Wall Street" von Martin Scorsese und Leonardo di Caprio in der Hauptrolle.

Der Film dauert drei Stunden, ist äußerst unterhaltsam, sehr frauenfeindlich, sehr übertrieben mit Hang zum Grotesken, und insgesamt ein erbärmliches Schmierentheater, das eigentlich vor allem zwei Dinge letztgültig beweist, nämlich dass 1.Martin Scorsese insgesamt als Regisseur überbewertet ist und immer ein und denselben Film dreht, in verschiedenen Varianten ("Goodfellas", "The Aviator", "Casino") und das 2. Leonardo di Caprios Fähigkeiten als Schauspieler ebenso beschränkt sind wie die seines Mentors Scorsese als Regisseur.

Wie man weiß, geht es in diesem Biopic um den skrupellosen Betrüger Jordan Belfort, der die Brokerfirma "Stratton Oakmond" gründet, nichtsahnende Kleinanleger und später auch große Haie über den Tisch zieht und sich durch Verkaufstalent und Charakterlosigkeit ein Millionenvermögen ergaunert, das er, zusammen mit seinem Kumpel Donny (gespielt von einem begnadeten Jonah Hill), hauptsächlich für Nutten, Drogen und Sportwagen ausgibt.

Wie immer also bei Filmen von Martin Scorsese erzählt der Protagonist die Geschichte aus dem Off und bricht so den Gang der Handlung. Was aber will uns Scorsese mit diesem Film vermitteln? Der Charakter Belfort macht keine Wandlung durch, ist von Anfang an ein deklarierter, ekelhafter Gernegroß, Werte spielen für ihn keine Rolle. Reich werden, das ist sein Traum - egal wie. Er wird reich, seine Betrügereien fliegen auf, er wird verhaftet - um dann wieder von vorne anzufangen, als Redner, der Verkaufsseminare veranstaltet.

Der Film macht beklommen in seiner Plumpheit. Sich zudröhnen, Sex haben, andere abzocken - das mag Belforts Lifestyle gewesen zu sein, und damit ist es wahrscheinlich auch berechtigt, diesen im Film in all seinen Exzessen und Schweinereien auszuleuchten (was irgendwann nervt). Doch nichts wird hier transzendiert, es gibt keine Botschaft im Film. Alles wird einfach heruntergespielt, rastlos und ohne Reflektion. Dabei böte das Thema Raffgier in Verbindung mit der Wallstreet geradezu unendlich viel Material, um eine geistreiche Satire zu drehen. Leider ist der "Wolf of Wall Street" weder geistreich noch bissig. Es fehlt eine übergeordnete Botschaft, die es wenn nicht rechtfertigen, so doch wenigstens begründen würde, warum der Kinozuschauer sich drei Stunden lang den megalomanischen Exzessen eines größenwahnsinnigen Idioten hingeben muss.

So bleibt ein fahler Beigeschmack zurück. Dem Film ist zugute zu halten, dass er enorm kurzweilig ist und oberflächliche Unterhaltung im besten Sinne bietet. Jonah Hill beweist, dass er zu Hollywoods größten Talenten gehört und stiehlt Leonardo diCaprio mit einer beinahe beschämenden Leichtigkeit und Virtuosität die Show. So schwer allerdings ist dies auch wieder nicht, stößt das Talent des Titanic-Helden von einst doch leider allzu schnell an seine naturgegebenen Grenzen. DiCaprio befindet sich im Dilemma aller mittelmäßig begabter Schauspieler: sie beherrschen nur eine einzige Rolle perferkt, nämlich die eigene. DiCaprios verzerrte Mimen, seine Gesten, seine Physis ist in jedem Film gleich, sein Spiel ist facettenlos, wirkt verkrampft und dumpf. Es fehlt ihm die Lockerheit, einen Charakter auch einmal anders auszuleuchten als immer nur mit der Energie eines manischen Demiurgen, der die Weltherrschaft anstrebt. Etwas mehr Witz und Esprit stünden dem ewig fünfundzwandzigjährigen Amerikaner gut zu Gesicht. Es ist allerdings nicht anzunehmen, dass er sich dieser Qualitäten noch wird bemächtigen können

Der Film, kurzum, lohnt sich nur, wenn man drei Stunden lang intensive Bilder in sich einsaugen will, ohne sein Oberstübchen dabei allzu sehr zu beanspruchen. Der unverhohlene Sexismus ist abstoßend und vulgär, der Protagonist ein Arschloch; wer sich an derlei Tatsachen nicht stört, wird seine 10 Euro nicht bereuen.

Montag, 20. Januar 2014

Die Deutsche Bahn - Exklusivtransportmittel für Großverdiener und Yuppies

Am Donnerstag fahre ich nach Berlin. Mit dem Fernbus, für 25 Euro. Ein Preis, den ich in Ordnung finde, nicht sagenhaft günstig, aber sicher fair. Wenn man wenig oder durchschnittlich viel Geld zur Verfügung hat und trotzdem mobil sein muss und will, kann man eben nicht viel mehr als das zahlen. 

Bei der Deutschen Bahn, dem halbstaatlichen Monopolbetrieb, würde mich dieses Reise ohne Bahncard 142 Euro kosten. Richtig, 142 Euro, einfache Fahrt. Weil es so schön ist, schreibe ich noch einmal auf, wieviel die Bahn für beide Wege berechnet (denn gewöhnlicherweise will man ja aus der Stadt, die man besucht, auch wieder heimkehren): 2 x 142 = 284 Euro. 284 Euro für eine Reise in die deutsche Hauptstadt. Nicht nach Nowosibirsk mit der transsibirischen Eisenbahn, und nicht nach New York mit Delta Airlines. 284 Euro, also fast 600 DM, für eine Reise nach Berlin.

Wer zahlt das, außer Managern, Vorständen und Yuppies, Privatiers oder Geschäftleuten, die die Kosten von der Steuer absetzen können, oder solchen, die sie vom Geschäft bezahlt bekommen? Die Bahn stellt sich ihr Klientel aber vermutlich so vor. Normalos unerwünscht. Geringverdiener gibt es nicht im Grube-Universum. Bahn-Fahrer sind immer smarte Key-Account-Manager, die auf hochtrabenden Magistralen von Paris nach Bratislava dampfen, um dort osteuropäischen Betriebsleitern auf die Finger zu klopfen. Auf dem Weg dorthin essen sie Wurst-Tramezzini von Johann Lafer für 24,95€, trinken Kaffee für 7,95€, zum Nachtisch ein Twix für 5 Euro. Dann lesen sie zum Entspannen das Bahnmagazin, wo Pappnasen wie Jörg Pilawa oder Nina Ruge leer vom Cover grinsen und über 8 Seiten im Innenteil so unverhohlen beschleimt werden, dass man sich schmutzig fühlt, wenn man das Magazin zur Seite legt.

Ich will die Bundesbahn zurück. Tranige Beamte im Provinzbahnhof, die mir mißmutig mein Ticket aushändigen und danach an ihrem Butterbrot weiterkauen, das sie temporär in der Tupperdose verstaut hatten. Dann einen Schluck Kaffee aus der Thermoskanne, und danach erstmal ein Nickerchen. Wenigstens war 1992 eine Zugfahrt nach Berlin noch erschwinglich, man zahlte 50 Mark, keine 300. Die Bundesbahn war eine Bahn für alle, für Hausmeister, Angestellte, Teilzeitarbeitende, Arbeitslose und Bauarbeiter, kurz: für das Volk. Heute ist "Die Bahn" eine neoliberale Geldmaschine, hoch effizient und höchst rentabel, alle Kosten zum Kunden outgesourct, das Geschäft brummt, schließlich hat man ein Monopol, die Schienen gehören ja der Bahn. So einfach ist es. Die Volksseele kocht ab und zu, nichts läuft, aber man kann sich darauf verlassen dass es irgendwo schon wieder einen Tsunami gibt oder eine Entführung. Dann ist man aus den Schlagzeilen und kann die Preise klammheimlich erhöhen, der internationale Energiemarkt sei Schuld, Rabarber Rabarber.

Oh wie bin ich froh, dass es Fernbusse gibt.


Die Bundeswehr auf dem Weg nach Afrika - lernen wir nichts aus Afghanistan?

Es wird allenthalben verlautbart, die EU wolle ihre Tentakel nun auch nach Zentralafrika ausfahren. Deutsche Soldaten sollen, so hört man, auch beteiligt werden. Es scheint fast überflüssig, auf die völlige Idiotie dieser Unternehmung hinzuweisen.

Mehr als zehn Jahre, nachdem zweifelhafte Bündnispflichten die Bundeswehr nach Afghanistan trieb, in einen Krieg, der mindestens so grotesk und peinlich war und immernoch ist wie das Desaster der Amerikaner in Vietnam, wollen mediokre Bürokraten in der belgischen Provinzstadt also wieder junge Soldaten in den Tod schicken, um sich auf schicken Dinnerparties gegenseitig für ihren vorbildlichen Einsatz für die Humanität auf die Schultern zu klopfen. Für jeden angestaubten Brüsseler Spesenritter und jeden aktenfressenden Schreibtischtäter muss es das Highlight des Jahres sein, sich im Bekanntenkreis und in aller Öffentlichkeit als Held aufzuspielen, der in einer unbedeutenden afrikanischen Bananenrepublik für Frieden sorgt und eine weitere Übungseinheit des postkolonialen europäischen Diplomatensports betreibt, der sich "Bevormundung des schwarzen Mannes" nennt.

Niemand in Brüssel und niemand in Berlin kann natürlich auch nur ansatzweise erklären, welche Interessen Deutschland in der zentralafrikanischen Republik hat. Die Bundeswehr ist dazu da, deutsche Landesgrenzen zu verteidigen, nicht mehr und nicht weniger. De facto wird sie leider als amerikanischer Pudel mißbraucht, der treudoof am Bein des Riesentrusts in ein Desaster nach dem anderen dackelt. Zentralafrika jedoch ist eine neue Dimension. Denn während man in Afghanistan noch Terrorismus als Kriegsgrund vorlügen konnte (wobei nach 2 Wochen Krieg klar war, dass bin Laden nach längst in Pakistan untergetaucht ist), handelt es sich in Zentralafrika um einen hausgemachten Konflikt.

Frankreich und sein bemitleidenswerter Präsident spielen sich in Afrika noch immer auf wie Feudalherren, die in ihren Ländereien nach dem Besten sehen. Offiziell wird "Verantwortung" vorgeschützt, in Wirklichkeit kommen Hollande derlei afrikanische Abenteuer gerade recht. Hier kann er sich in heroische Posen werfen und den starken Staatsmann markieren, der forsch und entschlossen einen Konflikt löst und von den Bürgern Zentralafrikas dafür mit Dankbarkeit überschüttet wird. Das lenkt von seinen eigenen privaten Eskapaden ab (so zumindest sein Kalkül) sowie von seiner jämmerlichen Bilanz nach zwei Jahren im Elysée-Palast.

Was kann man von Steinmeier erwarten? Leider nicht viel. Seinen staatstragenden Schröder-Bariton, den er regelmäßig zum summen bringt, um damit anzudeuten, wie schwer er mal wieder mit sich gerungen hat, um dann aber doch einmal mehr einzuknicken und alles zu tun, was Brüssel oder wahlweise Washington von ihm verlangen, kennen wir ja noch allzu gut aus den Jahren 05-09. Zwar kann ich mit Steinmeier insgesamt ein wenig besser leben als mit der "Ich bin in Sorge"-Marionette und Menschenattrappe Westerwelle. Doch auf internationalem Parkett ist Steinmeier sehr beliebt, und genau das ist das Problem. Denn man macht sich beliebt, wenn man das tut, was andere sagen. Wer eigene Interessen souverän und mit aller Härte vertritt, wird zum Buhmann: Schön kann man das bei Wladimir Putin sehen, der zu den absoluten Gewinnern des Jahres 2013 und vielleicht zu den talentiertesten, gewieftesten und gerissensten Machtpolitikern gehört, die die Welt in den letzten 50 Jahren gesehen hat. Übrigens kann man beim netten Herrn Obama genau das Gegenteil konstatieren: Beliebt, aber wirkungslos und schwach.



 

Donnerstag, 9. Januar 2014

"Wer betrügt, der fliegt" - das rechte Gossenvokabular einer deutschen Regierungspartei

"Wer betrügt, der fliegt"

Wer betrügt,  der "fliegt" also "raus" aus Deutschland. So stellt sich das die CSU vor. Auf ihrer peinlichen "Klausurtagung", die so unnötig ist wie ein Kropf, positionierten sich die bayrischen Dumpfbacken von der CSU einmal mehr, wie man sie kennt: mit breiter Brust, breiten Beinen und ganz weit rechts draußen. Bei der Armutszuwanderung gibt's keine Kompromisse, so der polternd vorgetragene Beschluss der Idiotenpartei. Es kann ja wohl auch nicht angehen, dass Bulgaren und Rumänen einfach zu "uns" kommen und sich auf die faule Haut legen. Da sind wir doch alle beruhigt und froh, dass es die CSU gibt, die da mal auf den Tisch haut, die Maß ansetzt und kräftig drauf los trinkt. 

Dass die Debatte über Armutszuwanderung völlig hysterisch ist, steht auf einem anderen Blatt. Eigentlich wollen Rumänen sowieso nicht zu uns. Lieber nach Spanien und Italien. Dort ist es wärmer. Die, die doch kommen, arbeiten meistens hart, leider oft für wenig Geld, und gelten oft als die fleißigsten Mitarbeiter. Sie bereichern Deutschland. Man kann es ihnen aber auch gar nicht verdenken, wenn sie nicht kommen wollen. Zwar ist Deutschland ein herrliches Land. Aber es gibt kein Meer, es ist meistens zu kalt. Und, am allerwichtigsten: Es gibt so viele rechtsradikale und neoliberale Pissnelken, und viele davon sitzen in der CSU, und sogar in den obersten Etagen. 

Wie ich zu dieser Aussage komme? Das ist ganz einfach: Eine Formulierung wie "Wer betrügt, der fliegt" in Bezug auf Ausländer ist eine stilistische und geschmackliche Entgleisung, die mit nichts zu entschuldigen ist. Wenn eine deutsche Regierungspartei eine offizielle Erklärung abgibt mit einer solchen Formulierung, voll von widerlicher Derbheit, chauvinistischer Anmaßung und selbstgefälliger Hybris, muss sie damit rechnen, als rechtsradikal bezeichnet zu werden. Denn in Deutschland muss man eben doch die Worte noch genauer wägen als anderswo, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. 

Die Aussage "Wer betrügt, der fliegt" ist überall geschmacklos. Aber in Frankreich, England, Italien und Spanien wäre sie trotzdem vertretbarer als in Deutschland. Wer sich fragt warum oder trotzig protestiert, kann ja nochmal bei Haffner oder Primo Levi nachschlagen, oder ein beliebiges Buch zur deutschen Geschichte zur Hand nehmen. 

Was mich an dieser Entgleisung, die von einer so dumpfbackigen Rabiatheit geprägt ist, besonders stört, ist, dass sie sich auf Bulgaren und Rumänen bezieht. Diese Nationen sind nämlich zwar unsere europäischen Nachbarn (wenn auch nicht direkte). Aber sie haben keine Lobby. Frankreich hat eine Lobby, als "Siegermacht" im zweiten Weltkrieg und EU-Gründungsmitglied, ebenso England als Siegermacht, Italien sowieso. Polen hat zurecht eine Lobby, dort hat Deutschland soviel Schaden angerichtet wie nirgends sonst im Krieg. Seltsamerweise aber setzt unser Verständnis bei den Rumänen und Bulgaren aus. Ich werde das Gefühl nicht los, dass in gewissen Teilen der deutschen Bevölkerung die Meinung vorherrscht, diese Nationen seien nicht so viel wert wie andere.

Das mache ich auch daran fest, dass Rumänen oft die Prügelknaben durchschnittlicher Parteisoldaten waren. Nur ein Beispiel: Als Jürgen Rüttgers, der längst vergessene ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, der die "Diktatur der Mittelmäßigkeit" (John Stuart Mill) einer Demokratie so sehr verkörpert hat wie wohl nur wenige im Nachkriegsdeutschland, einmal in eine Umfragen- Bredouille vor einer Wahl kam, äußerte er sich bei einer Wahlkampfveranstaltung abschätzig über Rumänen. Genau weiß ich nicht mehr, was er sagte; der Tenor war jedenfalls, Rumänen kommen ja sowieso immer später zur Arbeit, seien nicht so fleißig wie Deutsche etc. 

Genau so äußerte sich unser ehemaliger Innenminister Friedrich abschätzig über Rumänen und Bulgaren. Hier im Blog habe ich darüber geschrieben. Seltsam: Es sind immer die Duckmäuser und Apparatschiks, die sich auf Kosten von lobbylosen Minderheiten beim Stammtisch beliebt machen. Ein Glück ist Rüttgers längst abgewählt und Friedrich in ein Loser-Ministerium abgeschoben, die Unfähigkeit trat am Ende doch zu offen zu Tage, vor allem, nachdem er sich bei Obama und Biden während der NSA-Affäre so erbärmlich hatte vorführen lassen.

Als AfD-Sympathisant finde ich es auf bedrückende und groteske Weise ironisch und amüsant, wie eine bayrische Regierungspartei offenkundig rechte Parolen in öffentlichen Erklärungen vor sich hinkotzt und ungestraft damit davon kommt, während einer unbescholtenen Professorenpartei der ökonomischen Vernunft bereits zu dem Zeitpunkt das Stigma "rechts" auf die Stirn gebrannt wurde, als diese noch in den Geburtswehen lag. 

Deutschland: Quo vadis?












Hans-Olaf Henkel tritt der AfD bei - Rechtskeule schwingt weiter fröhlich hin und her

Da Hans-Olaf Henkel vor kurzem der AfD (Alternative für Deutschland) beigetreten ist, darf man gespannt sein, wie lange der Feldzug der Medien gegen die kleine Partei noch anhalten wird. Schließlich ist Henkel ein Mann, der durchaus die Mitte der Gesellschaft vertritt, sich keines rechten Gedankengutes schuldig gemacht hat, das AfD-Mitgliedern ja dümmlicherweise immer wieder unterstellt wird, und alles in allem als ein honorables, respektiertes und altgedientes Schlachtross bezeichnet werden kann. Über Henkels wirtschaftspolitische Ansichten lässt sich streiten. Seine neoliberalen Ansichten teile ich nicht, halte sie sogar für schädlich. Dass Henkel aber der AfD einen großen Dienst tut und dass er die Euro-Krise von Anfang an durchschaut hat - nämlich als genau das: als Währungskrise, und eben nicht als Staatsschuldenkrise - ist ihm hoch anzurechnen und spricht für seinen wirtschaftlichen Sachverstand.

Trotzdem wird die Medienschelte weiter gehen und die AfD weiterhin diffamiert werden. Das ist eigentlich völlig klar. Warum sollte es anders sein? Die Partei besteht seit knapp einem Jahr. Es hätte also genug Zeit gegeben, sich mit ihren programmatischen Forderungen auseinanderzusetzen. Das ist aber fast nie passiert. Andererseits gibt es im Europaparlament nur eine 3%-Hürde, so dass ein Einzug der AfD durchaus realistisch ist. Wird sich die Berichterstattung ändern, wenn die Partei erstmal im Europaparlament sitzt? Ich bezweifle auch das. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Medien (siehe Artikel zu "Monitor" in diesem Blog) werden sich weiterhin in einer blasierten politischen Korrektheit überbieten und die Rechtskeule schwingen, so lange es geht. Allen voran in dieser Reihe der Misslichkeiten sehe ich den Propagandisten Frank Plasberg, mit dem die ARD einen der schlimmsten Demagogen in ihren Reihen hat, den das deutsche Polit-TV zu bieten hat.








Freitag, 3. Januar 2014

Ronald Pofalla - Sinnbild unserer verkommenen selbsternannten "Elite"

Es ist zwar richtig und angemessen, das große Geschrei um den Wechsel von Ronald Pofalla vom Bundeskanzleramt in den Vorstand der Deutschen Bahn. Wundern kann es allerdings niemanden ernsthaft. Pofalla, in seiner ganzen fürchterlichen Mittelmäßigkeit, verkörpert den Niedergang des deutschen Parlamentarismus exemplarisch und steht in einer trostlosen Reihe mit hölzernen, blutleeren Marionetten à la Steffen Kampeter, Volker Kauder oder Olav Gutting.

Was in diesem Fall von Korruption und Vetternwirtschaft jedoch besonders frappierend ist, ist die offenkundige, völlig unverblümte zeitliche Abfolge der Ereignisse, die deutlich macht, dass Pofalla keinen Anstand und kein Gespür hat. Hatte sich der näselnde Nichtskönner, der im Sommer noch die NSA-Affäre für "beendet" erklärt hatte, als diese noch nicht einmal ihren Höhepunkt erreicht hatte, doch im September noch ein Mandat im Bundestag gesichert. Aus privaten Gründen, so wurde verlautbart, würde er aber auf den Posten im Bundeskanzleramt verzichten. Er wolle mehr Zeit für sein Privatleben haben. Das ist seltsam: Denn Pofalla will seine Schäfchen nicht nur mit dem Millionenjob bei der Bahn ins Trockene bringen, sondern, man höre und staune, auch sein Mandat im Parlament behalten. Und damit setzt Pofalla neue Maßstäbe. So dreist hat noch kein Politiker auf die ihm vom Volk übertragene Aufgabe der Repräsentanz gepinkelt.

Ist ein Bundestagsmandat mittlerweile etwas, was man im Nebenjob machen kann? Ist es etwas, was einfach mal so nebenher läuft? Wie kann ein verantwortungsvoller, dem Wohle des deutschen Volkes verpflichteter Volksvertreter ernsthaft auch nur eine Sekunde in Erwägung ziehen, einen Full-Time-Job im Vorstand eines großen deutschen Unternehmens anzunehmen und gleichzeitig seinen Aufgaben als Parlamentarier nachzukommen? Eine solche Herkulesaufgabe kann schon allein aus logistischen Gründen niemand schaffen: Es ist schlicht nicht praktikabel. Schon gar nicht ist es aber von einem windigen, talentlosen Parteisoldaten wie Ronald Pofalla zu bewerkstelligen, dessen schwachmatenhafte Mediokrität ihn ausschließlich in einer Merkel-CDU in hohe Ämter führen konnte.

Gröhe, Pofalla, Friedrich, Gutting, Kampeter, Kauder: Wer nimmt diese Menschen ernst? Diese Witzfiguren, denen nicht nur alles, was Führungspersönlichkeiten eines großen Landes auszeichnen sollte - Mut, Witz, Esprit, Schlagfertigkeit, Toleranz, Ideenreichtum, Querdenkertum - abgeht, sondern die geradewegs alles Gegenteilige - Spießbürgertum, provinzielle Geistesenge, Verschrobenheit, Verzagtheit, Autoritätsgehorsam - verkörpern, werden in vielen Jahrzehnten vermutlich als Personen zitiert, die die Endphase der Bundesrepublik einläuteten. Wenn man sich ansieht, welche Geistesgrößen Deutschland hervorgebracht hat, muss man sich beschämt von der Regierungsbank und vom gesamten Parlament abwenden. Der Bundestag in Berlin ist ein Tummelplatz fetter, eitler Gockel, Profilneurotikern, Lobbyknechten, Spesenrittern, Höflingen, EU-Sklaven, die mit dem aktenfressenden, "subalternen Tretmühlenfleiß des Kanzlisten" (Egon Friedell) Deutschland geflissentlich und gutmenschlich in den Dreck fahren.





















Mittwoch, 1. Januar 2014

"The Master": Mein Kommentar

Gestern hatte ich das Vergnügen, den Film "The Master" zu sehen, der vor über einem Jahr bereits in deutschen Kinos zu sehen war. Damals kam ich aus unterschiedlichen Gründen nicht dazu, den Film im Kino zu sehen, weshalb ich umso gespannter war, ihn dann endlich gestern zum Jahreswechsel auf DVD anzusehen. 

Um es kurz zu machen: "The Master" muss man nicht gesehen haben. Im Film geht es ja bekanntlich um die Geschichte von L.Ron Hubbard, dem Gründer von Scientology, verkörpert von Philip Seymour Hoffman, sowie dem Weltkriegsveteran Freddy Quell, gespielt von Joaquin Phoenix. Zwar heißt Hoffman im Film nicht wie der allseits bekannte Sektengründer, sondern Lancaster Dodd, doch es ist recht klar, dass die Figur zumindest ans Original angelehnt ist.

Das Problem ist, dass der Film keine dramaturgische Spannung hat. Es gibt keine Exposition, keinen Spannungshöhepunkt, keine Katharsis. Ich weiß nicht, ob es Filme gegeben hat, die völlig ohne diese Struktur etwas taugen. "The Master" jedenfalls scheitert daran. Er scheitert zwar nicht grandios: dafür ist der Film zu interessant, dafür sind die Schauspieler viel zu gut (hier wurden mit Hoffman, dem vielleicht besten Schauspieler in Hollywood, und Phoenix wirklich schauspielerische Perlen vor die filmische Sau geworfen); scheitern tut er trotzdem.

Denn in gut zwei Stunden passiert recht wenig. Quell schleicht sich auf Dodds Hausboot, erschleicht sich mit seiner kauzigen Art und seinem selbstgebrannten Fusel die Sympathien des guruhaften Pseudo-Wissenschaftlers. Es entsteht alsbald eine servile Beziehung der Unterordnung zwischen dem ultraloyalen Quell und dem linkisch kontrollierenden, aber warmherzigen Dodd. Dieser testet Psychotechniken an seinem neuen Schützling, sendet ihn auf Botengänge, führt tiefsinnige Gespräche mit ihm und experimentiert mit Drogen. Quell gehört schnell zum inneren Zirkel des zur Megalomanie neigenden Dodd. Das ist die Geschichte: Vielmehr ist da nicht. Und es reicht nicht für einen Film, der zwar atmosphärisch einiges hergibt, bei dem man sich aber alle 10 Minuten fragt, ob das Entscheidenden vielleicht doch noch kommt.

"The Master" ist keine völlige Enttäuschung, es bleibt ein interessanter Film. Mehr aber auch nicht.