Mittwoch, 14. Mai 2014

Deutschlands widerliche Hegemonie in Europa

Deutschland ist zurück in seiner alten Rolle. Deutschland kann nicht anders. Es liegt in seiner Natur, Europa zu dominieren. Ob es will oder nicht. Niemand, der der politischen Elite angehört, will es eingestehen, dabei ist es mittlerweile allen klar: Deutschland ist Europa. Deutschland macht Europa. Alle wichtigen Entscheidungen, Europa betreffend, werden nicht in Brüssel getroffen, sondern in Berlin, in Muttis Erbsensuppen-Waschmaschine, auch Kanzleramt genannt.
Deutschland hat seit seiner Gründung 1870 fortwährend Europa dominiert. Erst zweimal durch Waffen, 1914 und 1939. Danach, seit 1949, und vor allem seit der Wiedervereinigung 1990, durch seine Exportwirtschaft, verstärkt durch den Euro, diesen Währungsteufel, der viel zu schwach ist für die deutsche Wirtschaft, deshalb aber die deutschen Produkte billiger macht.
In Frankreich will man das Problem nicht sehen. Dort denkt man immer noch mehrheitlich, die Deutschen seien “Partner” oder gar “Freunde”. Genau wie die Bundesregierung im Bezug auf ihre angeblichen amerikanischen “Freunde” sind die Franzosen blind: Sie sehen die Wahrheit nicht. Sie denken, Deutschland und Frankreich bildeten ein Tandem. Dabei zerstört Deutschland Europa durch seine blindwütige Wirtschaftskraft, die nur auf den Export von Waren ausgerichtet ist.
In der Diskussion um ein Freihandelsabkommen mit den USA wird, wie meistens, vergessen, dass die EU aus 28 Staaten besteht. Es wird nicht gefragt: Welche Vorteile bringt das Abkommen für die EU? Sondern: Was bringt es für Deutschland? Deutschland wird still und heimlich mit der EU gleichgesetzt. Ein Freihandelsabkommen mit den USA macht für alle 27 Staaten der EU außer Deutschland keinen Sinn: Sie haben keine Exportgüter, die für den amerikanischen Markt interessant wären. Im Gegensatz werden sie aber wohl oder übel von amerikanischen Waren überschwemmt, die von unterbezahlten Arbeitnehmern hergestellt wurden und womöglich sowieso zur Hälfte aus chinesischen Vorleistungen bestehen.
Emmanuel Todd, französischer Demograph, hat das Problem klar erkannt und nennt es beim Namen: Deutschland. Deutschland ist der Untergang für Europa. Deutschlands tragische Rolle des 20.Jahrhunderts wiederholt sich ironischerweise gerade jetzt, massiv verstärkt durch die Fehlkonstruktion des Euro. Doch die Spesenritter in Berlin sind so ignorant und unreflektiert wie ehedem die kriegstreiberischen preußischen Junker à la Moltke und Bismarck. Das Sichtfeld ist eingeschränkt, der eigene Tellerrand bildet den Horizont dieser Menschen. Sie sagen, sie seien Europäer. Dabei sind ihnen griechische und spanische Arbeitslose egal. Sie brüsten sich mit der angeblichen Attraktivität der deutschen Wirtschaft und heften sich Scheinerfolge ans Revers, wie zum Beispiel die Tatsache, dass immer mehr Spanier nach Deutschland kommen, um zu arbeiten. Natürlich sehen sie überhaupt nicht, welches Drama dahintersteckt.
Der Hass auf Deutschland wird steigen. Die politischen Eliten in Berlin, Holzköpfe wie sie sind, werden diesen Hass nie verstehen. Sie werden sich empören: Warum hasst man uns nur? Wir wollen doch nur helfen! Völlig blind für die eigene destruktive Wirtschaftspolitik werden sie die Schuld bei anderen suchen, wie sie es auch jetzt schon tun. Europa ist jetzt schon gespalten, und die Verantwortung trägt das hässlichste Gesicht der Republik, die im größenwahnsinnigen Berlin sitzende Spesenritter-Regierung, angeführt vom Hosenanzug aus der Uckermark.