Donnerstag, 11. Juni 2015

Über Verbaldurchfall

"They press a button and some old lady's diarrhea comes out", dichtete Louis C.K., der beste Komiker der Gegenwart, vor einigen Jahren über den Kaffee, den man Starbucks bekommt. 

Diarrhöe, Dünpfiff, Durchfall nennt man es auf Deutsch. Durchfall ist die Steigerung der Kacke, des Schisses: Ein Abfallprodukt in extremo. Weite Verbreitung in Deutschland findet traditionell die Verbaldiarrhöe. Dieses Abfallprodukt riecht weniger streng als das Original, zieht mitunter jedoch schlimmere Konsequenzen nach sich.

Verbaldurchfall: Wie Lava sprudelt er heute Abend aus Thomas Goppel (CSU) heraus, der mit straff sitzendem Tab-Kragen auf Anne Wills brauner Couch Platz genommen hat. Er redet vordergründig über Grundgesetz, Instanzen, Traditionen. Aus dem Subtext kräht es: Schwule finde ich, Goppel, doof. Sagen will ich's aber nicht. Die Argumentation hört man selbst von "aufgeklärten" Mitbürgern nicht selten. So ist der deutsche Michel eben. 

Was mich zum besten Komiker aller Zeiten, George Carlin, bringt. 
Der brachte seine Misanthropie einmal so auf den Punkt: "I like people. But I like them in short bursts. One you get past minute, minute and a half, I have to get the fuck out of there." Dem ist nichts hinzuzufügen. Besonders nicht an Abenden, an denen man CSU-Politikern zugehört hat.

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