Donnerstag, 10. Dezember 2015

Lyrik (IV)

Imre

Komisch, diese Nabelschnur 
die Imre vom Leben trennt.
Ein zartes Band, blutverschmiert //
echsenhaft.

Hymnen, die aus Wäldern schallen - 
gesungen von Jungfrauen in wallenden, weißen Kleidern
- - dringen in mein Ohr und hallen
noch lange fort. Ich schwebe, mystisch 

wie Meister Eckhardt. Rußbedecktes Tal,
rauchende Kamine, Gartenzwerge, lebendiges
Treiben, tautrübes, taumelndes Volk, 
putzmunter, emsig, fleißig, bienenhaft und
selbstzufrieden schrubbt und putzt und tut es.

Den Christbaum erträgt man nur mit Schnaps /
immer runter damit, es muss schön brennen.
Lass mich vergessen allen Kummer, 
rumänische Pflaumen sind die reifsten, die besten.
Selbstverschuldete Unmündigkeit, schön gesagt...

Neuronen diktieren meine Gunst / ein freier Wille
lacht mich aus. Alle Wege sind verstopft, nur 
einer liegt offen vor mir. DER Weg ist es.
Kanonenfutter, Windmühlen, Räucherstäbchen /
Esoterischer Dunst, letzte Zuflucht des Versagers.

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