Dienstag, 15. Dezember 2015

Lyrik (VII)

Blick rüber

Trump-Faschismus, Wahn, Gummizelle /
Stars and Stripes, wo sind Deine Pfleger?
Ein imperialistisches Monster, dumm, 
verrückt, fratzenhaft, laut und besinnungslos.

Bubble-Gum-Genuschel, Cowboyboots, Haargel,
Medikamente, Arbeitssucht, Autos, TV,
Trailerpark, Suburbs, Methadon, Kreditkartenschulden,
Trendsetter, Bodybuilder, Superstars, zahnlose Rednecks.

Pick-Ups, Coffee to go, Deli, Luftgewehre,
obszöne Aquarelle, Adipositas, Elefantiasis, Burger, 
Fritten, Diet Coke, Skyscraper, Bomben, Flugzeugträger.
'Good night, Bonzo' hieß Reagans opus magnum. 

Whiskey, Bush, Texas, Gewalt, Porno, Gewaltporno - - 
Silikon, Sirup und Pancakes, puritanische Härte, 
Winners and Losers, Körperkult und Modewüste /
Trumps Haare sind echt, seine Krawatten schimmern schön.

Montag, 14. Dezember 2015

Lyrik (VI)

Obergrenze

Christlich-Demokratischer Ausländerhass - 
"die Mitte der Gesellschaft" ist das.
Teil dieser Mitte will ich nicht sein, 
die bei einem Mischverhältnis von 1:80
bereits die multikulturelle Apokalypse sieht.

Weiße Mittfünfziger mit schwarzen Anzügen
lieben Bier, Waffen und Gartenzwerge.
Sie wollen ihre Ruhe und unter ihresgleichen bleiben,
arme Araber stören das angestrengt gepflegte Spießerglück.

Ihre Arbeit hassen sie, sich selbst verachten sie,
aber statt Therapie steht ihnen der Arabermohr zur Verfügung,
auf den sie ihren Selbsthass projezieren / Verständnis schlägt 
ihnen medial entgegen, die rechtskonservative deutsche
Meinungselite heftet ihnen den honorigen Titel "Besorgter Büger" ans Revers, dabei sind sie gewöhnliche Fremdenfeinde.

Auf 80 Deutsche kommt 1 Flüchtling.
Der deutsche Michel dreht am Rad, er fürchtet sich. 
Er mobilisiert, er schwenkt Fahnen und Plakate und 
zündet hier und da ein Asylantenheim an. Mit dieser Willkommenskultur ist er der Stolz Europas. 

Deutschland beglückt mit seinem Wesen wieder die Welt.
Sklavenmoral, Schiss vor dem Vorgesetzten, unbezahlte
Überstunden, verkniffen und verbissen, hasserfüllt und
adipös, mit Schaum vor dem Mund, braucht er Feindbilder.
Er rafft seinen dünnen Wohlstand an sich, erschuftet durch Niedriglöhne und Leiharbeit, und statt der Parallelgesellschaft der Reichen und Superreichen ans Bein zu pinkeln, will er Kriegsflüchtlingen an den Kragen. 

 
 

Freitag, 11. Dezember 2015

Kriegsidiotie

Gestern hat die Idiotie von neuem begonnen. Tornados hoben ab, Richtung Türkei, in ein neues Abenteuer. Eineinhalb Jahrzehnte, nachdem unfähige Politiker Soldaten nach Afghanistan schickten und sterben ließen, schicken ebenso unfähige Politiker Soldaten nach Syrien; ein planloses Unterfangen, das beklommen macht. Die deutsche Regierung beteiligt sich am französisch-angelsächsischen Imperialismus, an einem Kolonialismus aus der Luft, der immer gescheitert ist und immer scheitern wird. Hunderte Dummköpfe haben im Reichstag für diese Idiotie gestimmt, und werden in zehn Jahren bellen: "Wir konnten es nicht besser wissen." Doch, Ihr hättet es besser wissen müssen. Ein willkürlicher Blick in ein Buch der neuesten Geschichte hätte Euch Aufschluss darüber gegeben, dass Bomben auf ein fremdes Land stets das Gegenteil dessen bewirken, was man geplant hat. Sind die Abgeordneten tatsächlich so geschichtsvergessen, so ignorant, oder hat die mächtige Militärindustrie einfach zu gut gezahlt?

Die Deutschen können es nicht lassen. Wie dumme Söldner marschieren sie an der Seite der Franzosen, deren Geisteszustand in diesen Tagen hysterisch ist. Wie imperialistisch die französischen Eliten noch immer denken, hat man zuletzt beim Einsatz in Mali gesehen, wo Hollande den starken Mann geben durfte. Die afrikanischen Kolonien sind die letzte Zuflucht des innenpolitischen Versagers Hollande. So gaben ihm die Anschläge in Paris die Möglichkeit, an die nationale Einheit zu appellieren und seinen großen Krieg vorzubereiten. Und Steinmeier, Merkel und Flinten-Uschi trotten hinterher. 

"Freuen" wir uns auf die nächste Runde islamistischer Mordbrenner, die, mit Ankündigung, ein, zwei Jahre nach Abzug der Koalition in Kleinasien marodieren wird. Ob diese sich dann wieder IS oder Daech nennen, spielt keine Rolle. Sie werden wiederkommen, stärker und geeinter als je zuvor, und die Herrren und Damen Abgeordnete, diese Trottel, dann mit fetter Pension im Eigenheim in der Provinz sitzend, werden sagen, sie hätten doch alles getan, niemand habe das kommen sehen.  

 

 
Lyrik (V)

Trakl-Nebel

Sehniger Tran, wüstes Glück /
beugt Euch, buckelt, bückt
den Hals, so dass der Schlächter
erkennt, wo sein Säbel niedergehen soll - - - 

Noch Puls? Im Niedergang erkennt man 
den Kern des Charakters, sagt man. 
Wenn es schlecht läuft, sieht man, 
wer Rückgrat hat. Und wer nicht. ///

Verschwitzte Kumpanei, steriles Abklopfen:
Zeitgeistige Idiotie. Unter der Sonne des
Profitstrebens darf es keine hellen Köpfe geben.
Wer sich auflehnt, wird effizient eingeebnet.

Sehniger Schwan, blauer Teich, sonniger Platz ///
ein heller, schöner Wintertag.
Blumen im Revers, Melone auf dem Kopf, Spazierstock,
eine Idylle wie im Heimatfilm.

Vom Penthaus zur Dachstube sind es nur ein paar Meter.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Lyrik (IV)

Imre

Komisch, diese Nabelschnur 
die Imre vom Leben trennt.
Ein zartes Band, blutverschmiert //
echsenhaft.

Hymnen, die aus Wäldern schallen - 
gesungen von Jungfrauen in wallenden, weißen Kleidern
- - dringen in mein Ohr und hallen
noch lange fort. Ich schwebe, mystisch 

wie Meister Eckhardt. Rußbedecktes Tal,
rauchende Kamine, Gartenzwerge, lebendiges
Treiben, tautrübes, taumelndes Volk, 
putzmunter, emsig, fleißig, bienenhaft und
selbstzufrieden schrubbt und putzt und tut es.

Den Christbaum erträgt man nur mit Schnaps /
immer runter damit, es muss schön brennen.
Lass mich vergessen allen Kummer, 
rumänische Pflaumen sind die reifsten, die besten.
Selbstverschuldete Unmündigkeit, schön gesagt...

Neuronen diktieren meine Gunst / ein freier Wille
lacht mich aus. Alle Wege sind verstopft, nur 
einer liegt offen vor mir. DER Weg ist es.
Kanonenfutter, Windmühlen, Räucherstäbchen /
Esoterischer Dunst, letzte Zuflucht des Versagers.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Lyrik (III)

Apostolische Wildsau

Wer kennt die Namen?
Wer tanzt den Tanz?
Wer trümmert den Bierkrug
auf den Unscheinbaren?

Blutige Wurst, blutige Wulst,
ein Rebhuhn, ein Schießgewehr,
dunstige Luft, grüner Wald,
ein Förster penetriert ein Kalb.

Federschmuck, Zederholz, die
Erde ist längst verblutet ///
Zivilisation ist ein Feigenblatt
--- darunter brodelt die Hölle.

Mordlust, Mordslust, lass uns
alle an den Händen nehmen, 
der Hippie-Traum ist nicht 
verloren. - - 

Weiße Kleider, helles Licht,
lange Tafeln, Silberbesteck, 
eine kleine Kapelle auf dem 
Hügel, Gott hat sich gezeigt.

Dann wieder: morbide Last,
Schaum vorm Munde, es 
tröpfelt der Regen der Reinheit.
Und wir alle lassen uns gehen.

Tief im Graben versinken wir,
lassen uns totschießen, zuschütten,
um in einer anderen Welt fortzuträumen
und immer wieder anzukommen.  
Lyrik (II)

Schwarzes Nichts

Im finstersten Winkel der Seele
nisten schwarze Raben mit 
gelben Schnäbeln, aus denen
Blut rinnt, kaltes, dunkelrotes,
fast schwarzes Blut. 

Kein Krähen, kein Krächzen
hört man aus ihrem Schnabel - - 
nur ein starrer, leerer Blick 
aus ihren pechschwarzen
Rabenaugen, ins Leere.

Totale, fürchterliche Finsternis
umgibt uns und die Raben.
Tote Seelen greifen uns an - - 
sie eitern in unseren Körpern
und klagen grundlos an.

Nebelgrauer Dunst liegt auf
den Herzen der Lebendigen.
Nur die Toten sind /
nur das tiefschwarze Öl, nur 
im Pech erstirbt das Wahre.

Montag, 7. Dezember 2015

Lyrik (I)
Wer kennt den Exit?

Himmlers kleine Ohren, 
Merkels Ehekrach
subsumiert man 
unter ferner liefen.

Kleingeistige Fracht aus Übersee,
feingliedriger Flüchtlingstrekk;
über Ungarn reinspaziert, ausgemergelt,
mit traurigen Augen, rußigen Gliedmaßen.

Empfangen vom arbeitenden Michel,
industriell verbrämt, protestantische
Sklavenmoral als überlegen ausgebend;
Araber als Verfügungsmasse, als 
Menschenmaterial betrachtend.

Maschinen, Schlote, Schlosser, KfZ,
Deutschland, Du seelenloses Land.
Deine Leistungsträger sind leblose
Zombies, Worthülsen, Managerseminare,
Stacheldraht, Psycho-Druck, Kaffee-
Vollautomat, Tabletten, Herzinfarkt.

Wer möchte, darf in der Tretmühle fristen;
wer nicht möchte, muss in der Tretmühle
absitzen, ausgeblutet, dumm gemacht,
darf Fahnen schwenken, Fußball schauen,
Bier trinken, die Hand zum Seehofer-Gruß
emporheben.

Lützower Freikorps, hätte doch Napoleon
gesiegt. Der fette Hering Bismarck 
schüttete Württembers letzte Hoffnung 
auf Souveränität zu wie Schutt ein großes
Loch. Der preußische Adler hat schon 1871 
den Süden so vergewaltigt, wie es die Berliner
Republik heute tut.

Pullover, H-Milch, Elektronik, Technik-Nick,
Rollenklischees, Kaufrausch, Ego-Wahn,
hier kauft man tütenweise Primark-Ramsch,
dort spülen die Wellen ein Kleinkind an den Strand.
Wer kennt den EXIT?